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amiga-news.de Forum > 1. Amiga Classic und OS4 > Warum gibt es keinen Turbokarten für PowerPC Amigas? [ - Suche - Neue Beiträge - Registrieren - Login - ]

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20.03.2017, 11:25 Uhr

xXSoul-Reaver-2006Xx
Posts: 715
Nutzer
Hi

Die letzten Monaten, werden Turbokarten wie aus dem nichts für die alten Amigas Entwickelt/Produziert/Angeboten.

Aber was ist mit den AmigaONE von Eyetech und Pegasos von bplan, wieso gibt es so was nicht wie eine Turbokarte?

Soweit ich weiß gibt es noch PowerPC CPU, warum werde diese nicht genutzt um die alten AmigaONE und Pegasos aufzurüsten?, wenn es doch neu (emuliert oder Rest bestand) 68k für Amiga 500, 600 usw geht?
--
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20.03.2017, 11:49 Uhr

ylf
Posts: 4050
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Die Frage meinst du doch jetzt nicht ernst?
Oder doch?

Für x86 Hardware gibt es z.B. auch keine "Turbokarten".
Grundsätzlich ist es so, dass mit jeder Prozessorgeneration auch eine Weiterentwicklung der Anbindung der Peripherie einher geht. Es muss also fast alles getauscht/erneuert werden, was auf einem Mainboard so bestückt ist. Ein anderer Aspekt liegt in der grundsätzlichen Konstruktion, die eine derartige Erweiterung auch zulassen muss. Das ist nur bei den Classic Amigas gegeben.

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20.03.2017, 12:02 Uhr

xXSoul-Reaver-2006Xx
Posts: 715
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Zitat:
Original von ylf:
Die Frage meinst du doch jetzt nicht ernst?
Oder doch?

Für x86 Hardware gibt es z.B. auch keine "Turbokarten".
Grundsätzlich ist es so, dass mit jeder Prozessorgeneration auch eine Weiterentwicklung der Anbindung der Peripherie einher geht. Es muss also fast alles getauscht/erneuert werden, was auf einem Mainboard so bestückt ist. Ein anderer Aspekt liegt in der grundsätzlichen Konstruktion, die eine derartige Erweiterung auch zulassen muss. Das ist nur bei den Classic Amigas gegeben.


Ja doch ist ernst gemeint.

Verstehe ich das Richtig, das alle PowerPC Amigas ein Geschlossenes Ökosystem ist, die nicht erweiterbare/Ersatz CPU Lösungen bieten kann?
--
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20.03.2017, 12:36 Uhr

wawa
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@xXSoul-Reaver-2006Xx:

es gibt doch immer noch neuere os4 hardware. amiga turbokarten waren imho in vielen fällen nötig wei es keine neuen modelle mehr gab, oder sie waren zu teuer. einen prozessor zu beschleuningen, ohne weitere komponennten, geschweige denn periferien upzudaten ist nicht optimal, denn der leistungszuwachs durch bottlenecks wie den langsamen ram ausgebremst wird.

die gegenwärtige os4 hardware profitiert gerade am meisten von solchen sekundären faktoren. die prozessoren sind nicht unbeding schneller, aber der bus zu arbeitspeicher und der grafikkarten interface ist moderner. ausserdem war wie ich höre amigaone ohnehin unzuverlässig und buggy.

[ Dieser Beitrag wurde von wawa am 20.03.2017 um 12:38 Uhr geändert. ]

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20.03.2017, 13:48 Uhr

xXSoul-Reaver-2006Xx
Posts: 715
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Zitat:
Original von wawa:
@xXSoul-Reaver-2006Xx:

es gibt doch immer noch neuere os4 hardware. amiga turbokarten waren imho in vielen fällen nötig wei es keine neuen modelle mehr gab, oder sie waren zu teuer. einen prozessor zu beschleuningen, ohne weitere komponennten, geschweige denn periferien upzudaten ist nicht optimal, denn der leistungszuwachs durch bottlenecks wie den langsamen ram ausgebremst wird.

die gegenwärtige os4 hardware profitiert gerade am meisten von solchen sekundären faktoren. die prozessoren sind nicht unbeding schneller, aber der bus zu arbeitspeicher und der grafikkarten interface ist moderner. ausserdem war wie ich höre amigaone ohnehin unzuverlässig und buggy.

[ Dieser Beitrag wurde von wawa am 20.03.2017 um 12:38 Uhr geändert. ]


Es geht nicht um die neue os4 hardware, es geht mir nur darum, warum es noch keinen versucht hat so eine Turbokarten oder ähnliche entwickelt wurde. Wie der z.B. Vampire 2 für Amiga 600 der alles davor (turbokarten) hinter sich lässt und von der tolle Möglichkeit so was zu benutzen.
--
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20.03.2017, 15:42 Uhr

cgutjahr
Posts: 2568
[Administrator]
Ein "PowerPC Amiga" ist ein A1200 oder A4000 mit einer PPC-Karte von BlizzardPPC/CyberstormPPC. Was du meinst sind "PPC-Motherboards".

Turbokarten für den Amiga sind entstanden, weil es zu kompliziert oder gar technisch und rechtlich unmöglich war, komplette Motherboards zu bauen: Dazu hätte man nämlich den kompletten Custom Chipsatz kopieren müssen, außerdem sollten da natürlich auch Kickstart-ROMs verbaut sein, für die man erst mal die Rechte hätte erwerben müssen.

Für PPC-Motherboards gilt das nicht, das ist nämlich durch die Bank Standard-Hardware. Da macht es mehr Sinn, ein neues Motherboard zu bauen: Zum einen ist der Kreis der potentiellen Kunden größer - du bist nicht nur auf Besitzer von Board X beschränkt - zum anderen umgeht man dabei diverse Flaschenhälse und kann gleich ein in mehreren Punkten verbessertes Produkt anbieten (USB3 statt USB2, PCIe statt PCI/AGP usw.). Und nicht zu vergessen: Je teurer das Produkt, desto höher die Gewinnmarge für den Anbieter - ein komplettes Board ist teurer als eine Erweiterung.

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20.03.2017, 16:16 Uhr

Holger
Posts: 8022
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Zitat:
Original von xXSoul-Reaver-2006Xx:
Verstehe ich das Richtig, das alle PowerPC Amigas ein Geschlossenes Ökosystem ist, die nicht erweiterbare/Ersatz CPU Lösungen bieten kann?


Wenn es sich wie bei vielen x86 Systemen um Desktop-CPUs handeln würde, könntest Du die CPU durch eine kompatible ersetzen. Bei den NG Amigas handelt es sich aber um SoCs, bei denen ein ganzer Haufen von Funktionen mit in den Chip integriert wurden.

Bei SoCs gibt es ganz selten pinkompatible verbesserte Versionen. Außerdem gibt’s da noch das Problem, dass viele Produktlinien schon eingestellt waren, bevor sie überhaupt in einem Amiga verbaut wurden.

Insofern wäre es auch nicht hilfreich, wenn Desktop-CPUs verbaut worden wären, denn auch von denen stellt ja seit dem Weggang von Apple keiner mehr irgendwelche Nachfolgeprodukte her.

Wie schon von ylf angemerkt, tauscht auch bei x86 kaum jemand CPUs. Das geht i.A. nur innerhalb derselben Sockel-Familie und da sind die Leistungsunterschiede so gering, dass sich kaum einer diese diese Mühe macht. Bei Laptops oder anderen nicht-Desktop Systemen sowieso nicht.

Zitat:
Original von xXSoul-Reaver-2006Xx:
Es geht nicht um die neue os4 hardware, es geht mir nur darum, warum es noch keinen versucht hat so eine Turbokarten oder ähnliche entwickelt wurde. Wie der z.B. Vampire 2 für Amiga 600 der alles davor (turbokarten) hinter sich lässt und von der tolle Möglichkeit so was zu benutzen.


Nun ja, wenn man ein Vierteljahrhundert nach Erscheinen eines Rechners eine TK dafür baut, die fast dasselbe kostet wie der Rechner, als er neu war, ist es relativ leicht, alles bisherige in den Schatten zu stellen.

Die Frage ist, ob die heutigen AOS4 Rechner in einem weiteren Vierteljahrhundert dieselbe Aufmerksamkeit genießen werden…

--
Good coders do not comment. What was hard to write should be hard to read too.

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20.03.2017, 17:30 Uhr

Murmel
Posts: 1419
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@CG

Für Apple PPC Motherboards gabs das schon ;)

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20.03.2017, 19:15 Uhr

mir_egal
Posts: 520
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Neue CPU-Module für AOne/Pegasos sind wahrscheinlich einfacher zu bauen als eine Turbokarte für die Klassik's. Bei mir und bestimmt auch bei vielen anderen wartet auch noch ein A1-XE mit defektem CPU-Modul auf seine Wiederauferstehung.

ABER:

Die Verfügbarkeit / Preise der G3/G4 CPU's ist in den letzten Jahren nicht besser geworden. Andere CPU's wären Sinnlos, da das OS ja erst wieder angepasst werden müsste.

Und, wahrscheinlich wichtigstes Hindernis ist die Anbindung. Ich weis jetzt nich wie das beim Pegasos ausschaut, aber die Entwicklerunterlagen für die Eyetech/Mai AmigaOne's sind nicht zu bekommen. Wenn hier jemand was anderes weis, ich bin für jede Info dankbar.

Es gab mal im Netz ein Projekt das eine Art Adapter für die Mac CPU-Karten bauen wollte, aber da hat sich auch nix mehr getan, denke wegen der fehlenden Unterlagen zum A1.
--
A1SE

Ängstlich zu sinnen und zu denken, wie man es hätte tun können, ist das übelste, was man tun kann.

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20.03.2017, 22:03 Uhr

ylf
Posts: 4050
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Wenn die CPUs (oder SoC) aufgelötet sind, ist das eh alles hinfällig. Wo soll denn die Turbokarte andocken?

Bei den Classic-Amigas hat es schon immer Turbokarten gegeben, weil es das damalige Hardwarekonzept zugelassen hat. Bzw. hat z.B. der A4000 eh ein separates "CPU-Modul". Bei den Macs war das zum Teil afaik ähnlich.
D.h. eine Erweiterung/Aufrüstung in dieser Richtung muss konstruktiv berücksichtigt werden. Sowohl mechanisch, als auch elektronisch.

Die PPC-Turbokarten für die Classic-Amigas sollten eigentlich einen sanften Übergang von 68k nach PPC bereiten, was aber am OS gescheitert ist. PPC-only Mainboards hat es damals auch schon gegeben, bzw. hätte man auch welche bauen können. Nur ohne kompatibles OS waren diese Optionen nutzlos.

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20.03.2017, 23:07 Uhr

Archeon
Posts: 1757
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Mehr Power für deine Kiste :)

Einfach das Netzteil umbauen das es 400V verträgt... Du hast dann ein echten Power Amiga... :D
--
Ich liebe Arcadespiele :)

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20.03.2017, 23:44 Uhr

Polluks
Posts: 85
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Die Frage finde ich berechtigt.
Was ist hiermit? https://github.com/Sakura-IT/SonnetAmiga
--
Pegasos II G4 (MorphOS 3.9), Zalman M220W
PowerBook 5,8 (MorphOS 3.9)

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21.03.2017, 02:10 Uhr

mir_egal
Posts: 520
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@ ylf

die alten AmigaOne XE und µA1, sowie die Pegasos-Rechner haben die CPU auf einem CPU-Modul.

@ Polluks

hier scheiterts wieder an der Verfügbarkeit. Ich weis noch das die PCI-Karten damals von Sonnet gegen Ende der Mac-PPC Zeit für 29,95 verramscht wurden, aber wenn mal eine dieser Karten heutzutage auftaucht dann zu Mondpreisen.
Auserdem ist das für Klassik-Rechner mit PCI-Board also nix für die NG.

--
A1SE

Ängstlich zu sinnen und zu denken, wie man es hätte tun können, ist das übelste, was man tun kann.

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21.03.2017, 12:10 Uhr

ylf
Posts: 4050
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Zitat:
Original von mir_egal:
@ ylf

die alten AmigaOne XE und µA1, sowie die Pegasos-Rechner haben die CPU auf einem CPU-Modul.


Stimmt, habe ich übersehen. Kenne nicht jede der neuen Hardwareauswüchse. ;)
Hilft aber wenig, denn so wie ich das sehe, sind die "Module" nur ein Ersatz für die fehlende "Sockel-Lösung". D.h. in den meisten Fällen ist Hauptspeicher usw. immer noch auf dem Motherboard und kann somit nicht von einem CPU-Upgrade profitieren.


Was aber dem ganzen eh den Todesstoss gibt, ist die Marktsituation. Wie viele "Turbokarten" würde man denn für NG-Amiga-Systeme verkaufen? Eine? Zwei? :lach:

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21.03.2017, 12:13 Uhr

jochen22
Posts: 1139
[Benutzer gesperrt]
@xXSoul-Reaver-2006Xx

Ich denk mal der Markt ist einfach zu klein.
Classic-Amigas gibt es wie Sand am Meer, PowerPC-Amigas nur
ein paar Tausend.

Ich würde z.B. meinen µA1 gar nicht aufrüsten wollen.
Lieber würd ich mir gleich ein neues Motherboard mit
aktuelleren Schnittstellen kaufen.

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21.03.2017, 14:57 Uhr

AmigaHarry
Posts: 1625
Nutzer
Eine schnellere Karte im Pegasos wäre kein Fehler, da die originalen Karten zudem auch hin und wieder den Geist aufgeben (momentan repariert sie BPLAN noch, aber wie lange noch....?). Ausserdem könnte man den Bus per FW-Update auch an die schnellere CPU anpassen.
Dementgegen steht leider die wirtschaftliche Betrachtung (wie andere schon geschrieben haben) und die Verfügbarkeit der passenden CPU.
Damit wirds auch in Zukunft wohl kaum solche Karten geben......schade.
--
Life starts at `030, fun at `040, impotence at `86!

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21.03.2017, 19:38 Uhr

Mda
Posts: 87
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> Aber was ist mit den AmigaONE von Eyetech und Pegasos von bplan,
> wieso gibt es so was nicht wie eine Turbokarte?

> Für Apple PPC Motherboards gabs das schon

> Was ist hiermit? https://github.com/Sakura-IT/SonnetAmiga

> Wie der z.B. Vampire 2 für Amiga 600 der alles davor (turbokarten)
> hinter sich lässt und von der tolle Möglichkeit so was zu benutzen.

Turbokarten machen nur dann Sinn, wenn diese auch den Computer beschleunigen.
In den Classic-Amigas stecken CPUs von 7 MHz 68000 bis 25 MHz 68040 (intern 50 MHz). Als reine 68k-basierte Turbokarten wurden maximal 68060-Boards bis 50 MHz oder als EC-Variante bis 66 MHz angeboten. Auf Nachfrage waren auch noch schnellere Modelle möglich und einige Bastler haben selber die ursprüngliche CPU gegen eine schnellere Pin-kompatible ersetzt. Ich meine, etwas von 90 MHz 68060 gehört zu haben. Die bisher schnellste CPU für Classic-Amigas war der 233 MHz PPC604e (oder war es ein MPC604e?). Dieser ist aber nicht 68k-kompatibel, dafür bei nativen Code aber deutlich schneller als ein 68060. Einige Bastler sollen auch diesen gegen Varianten mit bis zu über 300 MHz ersetzt haben. Der 68k-kompatible Vampire-Core stellt zwar alles in den Schatten, was jemals in Form von 68k-CPUs existierte. Aber ob dieser auch schneller als ein 233 MHz 604e ist, wage ich zu bezweifeln. Ohne nativen Code bringt ein PPC aber weniger. Auch denke ich, dass die UW-SCSI-Schnittstelle und die optionale CyberVisionPPC mehr Wums haben als der IDE und die SAGA-Grafik der Vampire2.
Bei etwa der 3-fachen Geschwindigkeit fangen dann PPC-Amigas (AmigaOne, Pegasos etc.) an (mit Ausnahme des Efika-5200B-Boards, das aber immer noch deutlich schneller als ein 233-MHz-604e-System sein sollte). Beim MicroA1 war die G3-CPU aufgelötet. Den Pegasos I gab es nur mit 600 MHz G3-CPU. Den Pegasos II wahlweise mit 600 MHz G3 oder 1 GHZ G4. Für die auf dem Pegasos II basierende Open Desktop Workstation wurden auch Taktraten von 1,4 und 1,7 GHz genannt. Ob diese auch jemals existierten, entzieht sich meinem Kenntnisstand. Auf https://genesi.company/products/opendesktop ist nur von 1,0 GHz die Rede.
Turbokarten gab es auch für 68k- und PPC-Macs. Z.B. gab es für PPC-Macs mit aufgelötetem Prozessor und PCI-Steckplätze Turboboards in Form von PCI-Steckkarten. Amiga-Lösungen auf Basis solcher Karten waren schon lange Zeit angekündigt, aber nie verfügbar. Aber diese machen auch nur Sinn, wenn diese auch schneller sind als der aufgelötete Prozessor. Aus diesem Grund zielen solche hypothetischen Lösungen auch nur auf Classic-Amigas mit PCI-Bus ab.
Für PPC-Macs mit austauschbarer Prozessor-Karte gab es dann Turboboards mit maximal G4-CPU. Im Gegensatz zu Amiga-Turbokarten haben solche Mac-Beschleuniger niemals eigenes RAM. Da die G1- und G2-PPC-Macs maximal 50 MHz Boardtakt haben und der G4 maximal Faktor 14 zulässt, sind bei solchen Macs bei 700 MHz Schluss. Eventuell wäre auch mehr möglich gewesen, wenn man aus dem eigentlichen Boardtakt z.B. einen mehrfachen suggerierten Boardtakt für die CPU abgeleitet hätte, oder ganz asynchron gefahren wäre. Den Sinn solcher Lösungen darf man natürlich anzweifeln. Aus diesem Grund gab es diese auch nie. Z.B. ein 700 MHz G4 im PowerMac 7500 dürfte weit hinter einem 667 MHz G4 in einem G4-Mac mit 133 MHz Bus liegen. Noch schnellere CPU bei 50 MHz Bustakt warten nur schneller auf die Peripherie. In G4-Macs mit 166 MHz Boardtakt dürften die schnellsten TurboBoards möglich sein, bis zu 2 GHZ e600.
Da die schnellsten Mac-TurboBoards maximal G4-CPUs hatten, ist auch hier für mögliche Amiga-Lösungen Schluss. Falls ich mich richtig erinnere, besaßen alle G1- bis G4-CPUs eine sogenannte PPC-Bus-Anbindung, beim G4 zusätzlich der schnellere G4-Bus und bei den G5-CPUs ein sogenannter Phi-Bus (oder so ähnlich). Da die Bus-Anbindung sowohl des G5 und insbesondere bei den SoCs inkompatibel zu den G1- bis G4-CPUs ist, sind damit auch Beschleuniger nur mit hohem Kostenaufwand möglich. Einzig z.B. das 1 GHZ G4-Board für einen G3-Pegasos-II könnte man als Turbokarte ansehen. Aber ich glaube, dass diese Boards nicht einzeln erhältlich waren. Ansonsten nur CPU gegen eine gleiche schnellere falls vorhanden tauschen.
Ob eine PPC-kompatible Vampire II für Pegasos oder AmigaOne eine tolle Möglichkeit wäre, diese zu benutzen, wage ich zu bezweifeln. Das wäre in etwa so, als würde man einen Pentium III durch einen Pentium MMX ersetzen.

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22.03.2017, 12:28 Uhr

wawa
Posts: 310
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im übrigen haben soweit ich weiss einige benutzer g3 durch g4 module ersetzt cpus hoch getaktet oder ersetzt. alles anscheinend nicht unproblematisch.

aber egal. die turbokarten in den originalen amigas haben insofern sinn gemacht, weil das motherboard, also der original rechner, eine eigenständige spezifische hardware war, welches vom betriebssystem vollständig unterstützt wurde, und wo die hardware und das system aneinander angepasst wurde.

die ppc hardware ist das nicht. es besteht aus standard pc komponenten. es ist primär für linux gebrauch konzipiert, wird darunter getestet, davon zuerst und vollständig unterstützt, was es von os4 oder morphos vermutlich niemals wird. genauso verhält es sich mit den ppc macs die mit morphos werwendet werden.

die lauffähigkeit der von amiga abgeleiteten ng betriebssysteme auf solcher hardware ist mehr oder weniger an sich schon ein (unvollständige) hack. allein schon die bootmanager, uboot oder solches ist nichts amiga natives, sondern notgedrungen hingebogene linux lösung. genausogut könnte man eigentlich sich eine amithlon kiste hinstellen oder uae hosted auf einem unsichtbaren linux kern.

insofern lohnt es sich nicht sonderlich das alles durch weitere umständliche und vermutlich teuere hacks zu verbessen.



[ Dieser Beitrag wurde von wawa am 22.03.2017 um 12:32 Uhr geändert. ]

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22.03.2017, 15:37 Uhr

Mda
Posts: 87
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> genausogut könnte man eigentlich sich eine amithlon kiste
> hinstellen oder uae hosted auf einem unsichtbaren linux kern.

Besser eine OS4-Runtime für PPC-Linux ähnlich Wine auf x86-Linux.

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22.03.2017, 16:38 Uhr

wawa
Posts: 310
Nutzer
@Mda:
Zitat:
Besser eine OS4-Runtime für PPC-Linux ähnlich Wine auf x86-Linux.

das löst ja nix. woher willst du erschwingliche und praktikable ppc host hardware nehmen? das aeon zeugs ist zu teuer, zu schwach und zu riskant zu reparieren im falle eines ausfalls, weil der hersteller die hardware allerhöchstens ersetzen kann solange sie verfügbar ist. und sie wird ja nicht zuverlässig kontinuierlich hergestellt, sondern nur in irgendwelchen kleinen batches. so etwas geht eher mit der einfacheren hardware, wie vampire, oder sonst welchen 68k accels, von den es mittlerweile unmengen gibt. aber sowas komplexes wie aeon- motherboards kann keiner in zweifelsfall per hand löten.

die alten macs andersrum sind schon eher eine alternative aber sie werden auch im laufe der zeit nicht neuer, schneller oder verfügbarer.

wenn man ng will, kommt man um x64 oder höchstens arm nicht umhin, nicht das ich das befürworten wurde. ist mir egal, ich bin amiga fan.

[ Dieser Beitrag wurde von wawa am 22.03.2017 um 16:39 Uhr geändert. ]

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22.03.2017, 19:05 Uhr

AmigaHarry
Posts: 1625
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@wawa:
die lauffähigkeit der von amiga abgeleiteten ng betriebssysteme auf solcher hardware ist mehr oder weniger an sich schon ein (unvollständige) hack. allein schon die bootmanager, uboot oder solches ist nichts amiga natives, sondern notgedrungen hingebogene linux lösung. genausogut könnte man eigentlich sich eine amithlon kiste hinstellen oder uae hosted auf einem unsichtbaren linux kern.


Sorry, aber mit Linux hat die Open Firmware (OF) vom Peg oder Mac überhaupt nichts zu tun. Diese ist in Forth geschrieben und speziell für das booten verschiedener Betriebssysteme ausgelegt. Bootmanager sind nur Forth-scripts die vom Forthinterpreter im EPROM abgearbeitet werden Danach übernimmt das gebootete Betriebssystem (z.b. MOS, MAC oder eben auch Linux) die Hardware vollständig OHNE weiterhin auf irgendwelche Routinen der OF zurückgreifen zu müssen. Da ist gar nichts notgedrungen hingebogen und schon gar keine Linux-Lösung!
Beim Amiga befindet sich im ROM ein Mischmasch einer "Firmware" die die Hardware startet (ähnlich der OF) und dann Teile des Betriebsystems (der Rest kommt bekanntermassen von der Disk). Sehe da im Grunde keinerlei Unterschied zu einem PEG oder MAC, ausser das eben das Betriebssystem vollständig von der Platte kommt........

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22.03.2017, 23:00 Uhr

wawa
Posts: 310
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@AmigaHarry:

Zitat:
Sorry, aber mit Linux hat die Open Firmware (OF) vom Peg oder Mac überhaupt nichts zu tun.

open firmware, welcher auch immer art, hat vielleicht mit linux direkt nichts zu tun, aber umso weniger mit amiga.

ich habe es jedenfalls am amiga noch nie gesehen, insbesondere nicht als voraussetzung, den "amiga" überhaupt zu booten.

auch unter windows nicht, und unter linux brauche ichs auch nicht, ehrlich gesagt. insofern boot manager dieser art sind für gewöhnlich nur nötig, um mehrere betriebs systeme auf der gleichen hardware zu managen. noch ein argument, wieso os4 (oder morphos) auf dedizierten hardware nicht nativ ist (falls das noch unbeantwortet war). sonst wären diese krücken nicht von bedarf.

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23.03.2017, 11:37 Uhr

Mika
Posts: 445
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Also ich melde mich hier mal zu Wort :O Ich habe einen AmigaOne XE mit 800 Mhz gehabt, irgendwann wa die CPU defekt, ich hatte Glück im Unglück zu der Zeit hatte ACube Systeme einen Service für Umbau von CPU-Karten, der Preis war Ok und ich habe somit einen AmigaOne mit 1,266 Ghz :D

Das Problem bei den AmigaOne Rechnern ist wohl das die einfach zu selten sind um da was zu mit einer besseren CPU zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Mika


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23.03.2017, 18:54 Uhr

AmigaHarry
Posts: 1625
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@wawa:

Nochmal: Auch der Amiga hat eine "Firmware", nur ist sie mit wesentlichen Teilen des Betriebssystems gemeinsam im ROM untergebracht, bzw. sind Funktionalitäten vermischt - so wie das eben früher bei allen Homecomputern gemacht wurde. Schließlich wollte ja niemand das vielleicht ein Konkurenzsystem darauf läuft (zumindest wollte man das nicht zu leicht machen).... Aber probier mal ohne Floppy/HD zu starten - da kommst du nichtmal ins CLI geschweige denn WB.

Eine Firmware hast du in jedem Computer - sonst könntest du weder Linux noch Windows booten - das Ding wäre nur ein toter Haufen E-Schrott. Nur sind Firmware und Betriebssystem heute strikt getrennt und werden auch von unterschiedlichen Firmen entwickelt. Bei den Intel-PCs nennt man das BIOS, bei der CHRP-Platform Open Firmware. Dessen einzige Aufgabe ist es ein Betriebssystem zu booten, wobei es dem BIOS(OF) völlig wurscht ist welches das ist.
Klar, das diese anders als im AMIGA ist - schließlich will da ein wesentlich komplexeres Hardwarekonstrukt initialisiert werden - aber am AMIGA funktioniert das im Grunde genauso bzw. hat dieselbe Funktionalität.
Beim Booten von z.B NETBSD am AMIGA wird das auch so gemacht - es wird nur die Hardware mit den grundlegendsten Funktionen initialisiert: RAM, Ein/Ausgabe (Video), Konsole, HD/Floppy, evtl. noch die Serielle für Debug und alles andere von Platte geladen..

Ob das für dich jetzt noch "Amiga" ist oder nicht, spielt keine Rolle - dieses System ist mit C= gestorben - es gibt heute dagegen Nachfolger, bei denen die Zeit aber (gottseidank) nicht stehengeblieben ist....(aber leider trotzdem dem "Heute" etwas hinterherhinkt - aber das ist ein anderes Thema).


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24.03.2017, 21:27 Uhr

Holger
Posts: 8022
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Zitat:
Original von wawa:
ich habe es jedenfalls am amiga noch nie gesehen, insbesondere nicht als voraussetzung, den "amiga" überhaupt zu booten.

Was genau hast Du noch nie gesehen? Dass eine Firmware das eigentliche Betriebssystem nachlädt?

Gibt's sowohl beim Amiga 1000, also auch den frühen Amiga 3000.

Zitat:
auch unter windows nicht, und unter linux brauche ichs auch nicht, ehrlich gesagt.
Da heißt es nur UEFI statt OF.

Zitat:
… insofern boot manager dieser art sind für gewöhnlich nur nötig, um mehrere betriebs systeme auf der gleichen hardware zu managen.
Nö, sie sind nötig, um überhaupt ein Betriebssystem zu starten. Mehrere zu unterstützen, ist nur Zuckerguss.

Zitat:
… noch ein argument, wieso os4 (oder morphos) auf dedizierten hardware nicht nativ ist (falls das noch unbeantwortet war). sonst wären diese krücken nicht von bedarf.

Dementsprechend existieren überhaupt keine native Betriebssysteme.

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24.03.2017, 22:22 Uhr

Bjoern
Posts: 1635
Nutzer
Zitat:
Original von Mika:
Ich habe einen AmigaOne XE mit 800 Mhz gehabt, irgendwann wa die CPU defekt


Ich hab in den Jahren noch nie einen Fall gehabt, dass eine CPU defekt war - gibts dafür Beweise? Würde mich interessieren...

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24.03.2017, 23:59 Uhr

Polluks
Posts: 85
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@Bjoern:
Ja, bei meinem G4 ist der Lüfter ausgefallen :( :(
*brutzel* *brutzel*
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26.03.2017, 11:16 Uhr

AmigaHarry
Posts: 1625
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Ein defektes CPU-Modul hatte ich auch schon, aber am Pegasos2. Wurde von BPLAN repariert. Und ich bin bei weitem nicht der Einzige dem ein Modul am PEG verreckt ist.....
So unwarscheinlich ist das also nicht....
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27.03.2017, 08:11 Uhr

Mika
Posts: 445
Nutzer
Zitat:
Original von Bjoern:


Ich hab in den Jahren noch nie einen Fall gehabt, dass eine CPU defekt war - gibts dafür Beweise? Würde mich interessieren...


Bei mir hatte ein defektes Netztteil die Core-Schaltung und die CPU zerschossen ;( Das Board hat mir der User botfixer gerettet :rotate:

Mfg

Mika


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27.03.2017, 10:53 Uhr

wawa
Posts: 310
Nutzer
@Holger:

ok, also wie heisst das ding, das einen amiga startet? uefi? of? bios?

kann ich linux auf amiga installieren und dort von einen bootmanager das amiga-betriebssystem starten? vielleicht. nie probiert..

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