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amiga-news.de Forum > Get a Life > Radiomeldungen die den Magen umdrehen! [ - Suche - Neue Beiträge - Registrieren - Login - ]

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08.05.2006, 07:33 Uhr

Archeon
Posts: 1782
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Im Momentan wird das Sommerloch immer früher in Berlin. Es geht um die Praxisgebühren die seit einigen Jahren nun eingeführt wurden. Der Nerv der mich wieder traff, waren Meldungen wie
- 5 Euro Praxisgebühren beim jedem Besuch beim Arztes
- Medikamenteneigenanteil von 2 auf 4 Prozend
- Streichung des Zahnarztbehandlung aus den Versicherung
- Kinder und Ehefrauen(männer) sollen sich selber Versichern

Ich meine das wir ja Sparen müssen ist mir bekannt, aber ich frage mich wie weit das ganze gehen wird. Werden wir bald die Ärzte selber bezahlen müssen wie in den USA?
Arbeitgeber Präsidend HUND unterstützt die Planungen der Grossenkoalition in Berlin.

Noch eine Meldung: Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden X(

Langsam drehen die wirklich am Rad

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08.05.2006, 09:23 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
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@Archeon:
Tja, das Gesundheitswesen ist ein wunderbares Beispiel für Marktversagen an allen Fronten. Beide großen Konzepte "Bürgerversicherung" und "Pro-Kopf-Pauschale" werden nicht in der lage sein, die Probleme langfristige zu lösen. In meinen Augen ist ein viel größerer Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt notwendig.
Dieses herumpfuschen an der Einnahmenseite ist in meinen Augen langfristig sinnlos.
Im Moment ist es einfach so, dass die Gesundheitsleistungen viel zu teuer angeboten werden: Wir zahlen einen Ferrari und kriegen einen Golf.
Ich sehe auch eigentlich keinen Grund, warum sich Ärzte und Krankenhäuser, sowie Krankenkassen keinem Wettbewerb stellen sollten?

>> Ich meine das wir ja Sparen müssen ist mir bekannt,

Das trifft aber auf das Gesundheitswesen eigentlich nicht so sehr zu. Viel sinnvoller wäre es, Kosten zu senken (was ohne Qualitätseinbußen möglich wäre). Aufgrund des jetzt noch fehlenden Wettbewerbs auf dem Gesundheitsmarkt schlummern da gigantische Reserven. Theoretisch wäre eine bessere gesundheitliche Versorgung zu geringeren Kosten möglich, aber bisher war noch keine Regierung in der Lage (oder viel wahrscheinlicher: Willens) notwendige Änderungen vorzunehmen.
Wie gesagt, der Gesundheitsmarkt ist ein herrliches Beispiel für Markt- und Politikversagen in jeder Hinsicht.

Ciao,
Andreas.

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08.05.2006, 09:45 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
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@Archeon:

> Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden

VORSICHT SATIRE: vielleicht sollte man Hartz4 Empfänger gleich nach Polen oder die Ukraine (nur Beispiele ohne tieferen Sinn) aussiedeln. Da die arbeitenden Menschen dort mit offensichtlich viel weniger Geld auskommen, liessen sich die Kosten pro Hartz4 Empfänger sicherlich auf monatlich 200,-- Euro reduzieren. Satire Ende.

Sag mal, glaubst du eigentlich alles, was Bild und Co dir tagtäglich auftischen?

> Ich meine das wir ja Sparen müssen ist mir bekannt,

Auch so ein Satz von zweifelhaftem Wert. Wir müssen Sparen? Wieso? Damit noch mehr Arbeitsplätze den Bach runter gehen? Sparen sollten die Leute, die von unseren Abgaben fürstlich leben und das Geld mit vollen Händen zum Fenster rausschmeissen. Lass dir nicht immer was einreden. Solange DU Geld hast musst DU NICHT sparen. Du musst es ausgeben. Nur so funktioniert unsere Wirtschaft.

Der Kabarettist Volker Pispers sagte einmal: Der Deutsche kann nicht bedient werden, denn wenn er morgens die Augen öffnet, ist er bereits bedient.
Geht es dir so? Bist du bereits bedient, wenn du die Augen aufmachst?
Vielleicht solltest du etwas an deiner inneren Einstellung arbeiten.
Ich will dir bestimmt nichts Böses. In einem anderen Thread schrieb ich Pixl etwas von einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Wenn du die grosse Katastrophe erwartest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das es so kommt, denn dein ganzes Denken und Handeln richtet sich nach der zu erwartenden Katastrophe und führt sie damit letztendlich herbei. THINK POSITIVE!
--
Wir haben Augen, doch wir schauen nicht hin.
Wir haben Ohren, doch wir hören nicht zu.
Wir haben einen Mund. Damit reden wir ohne Unterlass
und doch sagen wir nichts.

Der Zeitreisende

[ Dieser Beitrag wurde von Han_Omag am 08.05.2006 um 09:54 Uhr geändert. ]

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08.05.2006, 12:12 Uhr

Holger
Posts: 8037
Nutzer
Zitat:
Original von Andreas_B:
In meinen Augen ist ein viel größerer Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt notwendig.
...
Ich sehe auch eigentlich keinen Grund, warum sich Ärzte und Krankenhäuser, sowie Krankenkassen keinem Wettbewerb stellen sollten?

Du kannst Dir Deine Krankenversicherung selbst auswählen, genauso wie Du Deinen Arzt frei wählen kannst.
Wieviel mehr an Wettbewerb willst Du denn noch?
Zitat:
Aufgrund des jetzt noch fehlenden Wettbewerbs auf dem Gesundheitsmarkt schlummern da gigantische Reserven. Theoretisch wäre eine bessere gesundheitliche Versorgung zu geringeren Kosten möglich, aber bisher war noch keine Regierung in der Lage (oder viel wahrscheinlicher: Willens) notwendige Änderungen vorzunehmen.
Kann es sein, daß Du nur Phrasen drischst?
Hast Du das mit dem fehlenden Wettbewerb irgendwo aufgeschnappt?
Versuch es doch mal bitte mit einer konkreten Aussage, wo bei den 250 verschiedenen Krankenkassen, zwischen denen Du wählen kannst, fehlt Dir der Wettbewerb? Welche konkreten "notwendige Änderungen" genau soll die Regierung am System vornehmen, um den angeblich "jetzt noch fehlenden Wettbewerb" zu erhöhen?

Angesichts der Tatsache, daß sich bei den meisten Menschen das Gefühl breitmacht, 250 Krankenkassen, jede mit ihrem eigenen Verwaltungsapparat, wären eher zuviel Wettbewerb, solltest Du schon mal etwas konkreter werden, was Deine Patentlösung "billigeres Gesundheitswesen durch mehr Wettbewerb" beinhalten soll.

mfg
--
Good coders do not comment. What was hard to write should be hard to read too.

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08.05.2006, 12:50 Uhr

DrNOP
Posts: 4118
Nutzer
Zitat:
Original von Holger:
Zitat:
Original von Andreas_B:
Ich sehe auch eigentlich keinen Grund, warum sich Ärzte und Krankenhäuser, sowie Krankenkassen keinem Wettbewerb stellen sollten?

Du kannst Dir Deine Krankenversicherung selbst auswählen, genauso wie Du Deinen Arzt frei wählen kannst.
Wieviel mehr an Wettbewerb willst Du denn noch?

Naja, so ein toller Wettbewerb ist das ja nicht. Egal, zu welchem Arzt ich gehe, ich muß bei jedem die gleichen 10 Euro berappen, sie rechnen alle exakt das gleiche ab für die gleiche Leistung ... was ist daran Wettbewerb? Das ist eher als ob du zu McDonalds in München oder in Hamburg gehst und dann behauptest daß es im einen viel besser schmeckt als im anderen oder viel billiger war oder wasweißich.

Inzwischen müssen sich unsere Ärzte aber einem ganz anderen Wettbewerb stellen:
Gesundheitstourismus - ein neues Gebiß aus Polen, die Augen-OP in Tschechien, ein neues Hüftgelenk aus Bulgarien ... :(
--
Es gibt keine Notbremse für all den technischen Humbug, mit dem wir unsere Zeit vertrödeln.

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08.05.2006, 12:50 Uhr

Chritoph
Posts: 543
Nutzer
Zitat:
Original von Holger:
Zitat:
Original von Andreas_B:
In meinen Augen ist ein viel größerer Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt notwendig.
...
Ich sehe auch eigentlich keinen Grund, warum sich Ärzte und Krankenhäuser, sowie Krankenkassen keinem Wettbewerb stellen sollten?

Du kannst Dir Deine Krankenversicherung selbst auswählen, genauso wie Du Deinen Arzt frei wählen kannst.
Wieviel mehr an Wettbewerb willst Du denn noch?


Aber keiner der Ärzte DARF (oder will) für weniger als den Kassensatz abrechnen. Keine Kasse kann wirklich billiger sein, weil sie sich
1) die Mitglieder nicht aussuchen können,
2) die Leistungen vom Gesetzgeber quasi genormt sind,
3) es Ausgleichszahlungen zwischen den Kassen gibt, die dafür sorgen, dass keine Kasse durch profitablere Mitgliederstruktur mehr verdient.

Mal abgesehen davon,
eine private Krankenversicherung für eine Frau, 27, alleinstehend kostet mal eben 250 Euro den Monat und die jährliche Selbstbeteiligung liegt ebenfalls bei 250 Euro.

Die Hälfte der 250 Euro pro Monat bekommt der Vermittler der Krankenkasse als Provision (kein Witz).

Also gibt es theoretisch die Möglichkeit, Krankenversicherungen für 125 Euro den Monat profitabel anzubieten.

Der Preis klingt an sich fair, wenn man bedenkt wieviel die meisten arbeitenden an gesetzlicher Kasse bezahlen.

Aber es gibt in der gesetzlichen ja auch Rentner, Studis und andere, die gerade mal 60 Euro einzahlen. Und nun bitte nicht auf die finanziell Schwachen schimpfen. Auch die wollen leben.
--
A4000T - 128 MB - 233MHz 604e - 50MHz 68060 - SCSI Platten - Voodoo 3 3000 / Mediator / SB4.1 digital / Highway / Norway / RLT8029

A1200 - 32 MB - 50MHz 68030 & 68882 - IDE Platten - Fiberline Netzwerkkarte

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08.05.2006, 14:50 Uhr

Solar
Posts: 3674
Nutzer
Zitat:
Original von Han_Omag:

Solange DU Geld hast musst DU NICHT sparen. Du musst es ausgeben. Nur so funktioniert unsere Wirtschaft.


<Sarkasmus>

Habe letzten Monat für meine Frau und mich eine Altersvorsorge nach Riester abgeschlossen (um im Erlebensfall nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein), sowie ein Fondssparplan als Ausbildungsversicherung für meine Tochter (damit sie studieren kann, wenn sie will).

Bin ich damit ein Schädling der deutschen Wirtschaft?

</Sarkasmus>

Vor ein paar Jahren hättest Du ja teilweise noch Recht gehabt. In letzter Zeit wurden aber auch immer mehr Vorsorge-, Versicherungs- und Förderleistungen in die Verantwortung des Einzelnen gelegt. Da zu verlangen, man solle bloß jeden Euro verprassen, um die Wirtschaft anzukurbeln, ist ein bißchen kurz gesprungen.

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08.05.2006, 15:01 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
Nutzer
@Chritoph:

> Keine Kasse kann wirklich billiger sein,

Die Aussage ist so nicht richtig. Es gibt sehr wohl Preisunterschiede, auch wenn sie sich oft nur auf die 2. Stelle hinter dem Komma der Prozentzahl auswirkt. Wem diese kleinen Unterschiede nicht auffallen, der sollte sie sich mal in Euro auf das ganze Jahr ausrechnen, und dann entscheiden, ob wirklich alle das Gleiche kosten. Davon abgesehen unterscheiden sich auch die Leistungen ausserhalb der vom Gesetzgeber festgelegten zum Teil erheblich. Da kann es sehr wohl eine grosse Rolle spielen, an welcher Krankheit du leidest.
Es ist also keineswegs egal, bei welcher Krankenkasse du versichert bist.
Du solltest dich schon informieren, welche Zusatzleistungen angeboten werden.

--
Wir haben Augen, doch wir schauen nicht hin.
Wir haben Ohren, doch wir hören nicht zu.
Wir haben einen Mund. Damit reden wir ohne Unterlass
und doch sagen wir nichts.

Der Zeitreisende

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08.05.2006, 15:33 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
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@Solar:

> Habe letzten Monat für meine Frau und mich eine Altersvorsorge nach Riester abgeschlossen (um im Erlebensfall nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein), sowie ein Fondssparplan als Ausbildungsversicherung für meine Tochter (damit sie studieren kann, wenn sie will).

Das war von dir eine sehr gute und richtige Entscheidung. :D

> Bin ich damit ein Schädling der deutschen Wirtschaft?

Keineswegs, denn auch dort gibst du zunächst dein Geld aus, zwar nicht im Kaufhaus, sondern du investierst in Eure Zukunft. Dadurch kommt dein Geld ja zunächst auch wieder in den Wirtschaftskreislauf um Erträge zu erwirtschaften. Etwas anderes wäre es, wenn du jeden Cent bei 0,5 Prozent auf dem Sparbuch bunkerst oder es im Kopfkissen verrotten lassen würdest. In Deutschland liegt immer noch das meiste Geld auf Sparbüchern und bringt nicht einmal mehr genug Zinsen, um die Teuerungen aufzufangen. So wird letztendlich Kapital vernichtet, denn wenn du heute Geld aufs Sparbuch legst und es in drei Jahren wieder abhebst, hat es effektiv an Kaufkraft verloren. Da wäre es besser gewesen, du hättest es gleich heute ausgegeben.

> In letzter Zeit wurden aber auch immer mehr Vorsorge-, Versicherungs- und Förderleistungen in die Verantwortung des Einzelnen gelegt.

Siehe oben...

> Da zu verlangen, man solle bloß jeden Euro verprassen, um die Wirtschaft anzukurbeln, ist ein bißchen kurz gesprungen.

Ich habe keineswegs verlangt, das Geld zu verprassen.
Du hast bereits gezeigt, das man sein Geld auch intelligent ausgeben kann, denn du hast es nun nicht mehr zur freien Verfügung. Es ist über deine Investition in den Wirtschaftskreislauf zurückgekehrt.
Das du es eines Tages mit Gewinn wiederbekommst, ist eben gerade das intelligente daran und sicherlich kein Fehler. ;)
Gesamtwirtschaftlich ist es nicht wichtig, wofür du dein Geld ausgibst, sondern das du es ausgibst und nicht schon morgen zurückwillst. Und das langfristige Investitionen mehr Ertrag bringen ist ja wohl kein Geheimnis.

Wenn heute überall vom sparen geredet wird, dann verstehen immer noch zu viele Leute darunter: halt deine Kohle fest. Und genau das halte ich für grundverkehrt, denn wer seine Kohle einfach nur festhält, verliert sie letztendlich an den Kaufkraftverlust. Die einzigen, die daran verdienen, sind die Banken.
--
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Der Zeitreisende

[ Dieser Beitrag wurde von Han_Omag am 08.05.2006 um 15:41 Uhr geändert. ]

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08.05.2006, 15:43 Uhr

Micha1701
Posts: 938
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Zitat:
Original von Chritoph:
Mal abgesehen davon,
eine private Krankenversicherung für eine Frau, 27, alleinstehend kostet mal eben 250 Euro den Monat und die jährliche Selbstbeteiligung liegt ebenfalls bei 250 Euro.

Die Hälfte der 250 Euro pro Monat bekommt der Vermittler der Krankenkasse als Provision (kein Witz).


Naja, ich arbeite bei einer Versicherung und ich kann Dir sagen, daß ein Vermittler nur einmal eine Provision bekommt und das ist beim Abschluß. Den höchsten Satz gibts bei Lebensversicherungen und der Beträgt etwa 80% des Beitrages des ersten Jahres. Und danach kommt nur noch was, wenn jedes Jahr der Beitrag steigt (Dynamisierung). Sonst nichts.

Bei ner Krankenversicherung bekommt man vielleicht 10% eines Jahresbeitrages und den halt nur einmal. Sonst könnte ein Vermittler nach ein paar Dutzend Versicherungsverträgen ja auch schon in Ruhestand gehen :-)
--
:boing: Micha :boing:

http://www.Silicon-Wizards.com

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08.05.2006, 15:48 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
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Also ich arbeite zwar nicht bei einer Versicherung, aber monatlich 50% der Beiträge, würde mich schon sehr wundern. Dazu heizen draussen einfach nicht genug Ferraris rum.


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08.05.2006, 16:00 Uhr

Solar
Posts: 3674
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Zitat:
Original von Han_Omag:

Dadurch kommt dein Geld ja zunächst auch wieder in den Wirtschaftskreislauf um Erträge zu erwirtschaften. Etwas anderes wäre es, wenn du jeden Cent bei 0,5 Prozent auf dem Sparbuch bunkerst...


Wenn Du Geld auf ein Sparbuch einzahlst, steht es in gewissen Grenzen der Bank zur Investition zur Verfügung. Und selbst Geld im Sparstrumpf befindet sich nicht im Umlauf, und wirkt somit der Inflation entgegen.

Wirklich "totes Kapital" ist etwas, was Du Dir gekauft hast, was aber weder Deiner Arbeitsleistung, Deiner Mobilität oder Deiner Erholung zugute kommt. Das Bild vom röhrenden Hirschen von Tante Gisela, das im Keller modert - das ist "totes Kapital". ;-)

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08.05.2006, 16:08 Uhr

Holger
Posts: 8037
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Zitat:
Original von DrNOP:
Naja, so ein toller Wettbewerb ist das ja nicht. Egal, zu welchem Arzt ich gehe, ich muß bei jedem die gleichen 10 Euro berappen, sie rechnen alle exakt das gleiche ab für die gleiche Leistung ... was ist daran Wettbewerb?

Du kannst Dich immer noch von dem Arzt behandeln lassen, zu dem Du mehr Vertrauen hast. Ausgerechnet bei der Gesundheit mit einer "Geiz-ist-Geil"-Mentalität heranzugehen, statt auf Qualität zu setzen, ist ziemlich kurzsichtig.
Da Du die "10 Euro" erwähnst, bist Du offenbar in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Dann solltest Du Dir darüber klar werden, daß bei einer Freigabe der Preise diese nicht sinken werden, die sind nämlich schon an der unteren Schmerzgrenze, sondern zumindest bei den guten Ärzten steigen werden.
Aber Du kannst ja dann immer noch zu den "Arme-Leute-Ärzten" gehen...
Zitat:
Inzwischen müssen sich unsere Ärzte aber einem ganz anderen Wettbewerb stellen:
Gesundheitstourismus - ein neues Gebiß aus Polen, die Augen-OP in Tschechien, ein neues Hüftgelenk aus Bulgarien ... :(


Nur solange die gesetzliche Kasse Dir die Auslandsbehandlung bezahlt. Mir ist nur nicht klar, welchen Vorteil Du als gesetzlich Versicherter davon hast.
Daß die Beiträge nicht sinken, wenn die Mitglieder weniger oder billiger behandeln lassen, müßte ja inzwischen jeder bemerkt haben.

mfg
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08.05.2006, 16:12 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
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@Solar:

Sag das blos nicht Tante Gisela. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das Bild noch manuell mit Pinsel oder Spachtel und Farbe erzeugt wurde. Vielleicht hat der Künstler sogar wochenlang auf der Lauer gelegen, um sein Werk vollenden zu können.
Wertvoller wird das Bild dadurch vermutlich trotzdem nicht. ;)
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08.05.2006, 16:15 Uhr

Holger
Posts: 8037
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Zitat:
Original von Han_Omag:
@Chritoph:
> Keine Kasse kann wirklich billiger sein,

Die Aussage ist so nicht richtig. Es gibt sehr wohl Preisunterschiede, auch wenn sie sich oft nur auf die 2. Stelle hinter dem Komma der Prozentzahl auswirkt.

Als ich das letzte Mal verglichen habe, lag die Gesamtspanne bei mehr als drei Prozent. Natürlich liegen die üblicherweise bei Vergleichen aufgelisteten 20 billigsten Kassen nur im Nachkommabereich auseinander.
Wenn man aber bei einer nicht in dieser Liste aufgeführten Kasse ist, könnte der Wechsel durchaus noch mehr bringen.
Zitat:
Wem diese kleinen Unterschiede nicht auffallen, der sollte sie sich mal in Euro auf das ganze Jahr ausrechnen, und dann entscheiden, ob wirklich alle das Gleiche kosten.
Oder auf hundert Jahre, dann sieht's noch mehr aus :D
Nee im Ernst, hast schon Recht, viele lassen sich von Eindruck der geringen prozentualen Unterschiede täuschen.
Zitat:
Davon abgesehen unterscheiden sich auch die Leistungen ausserhalb der vom Gesetzgeber festgelegten zum Teil erheblich. Da kann es sehr wohl eine grosse Rolle spielen, an welcher Krankheit du leidest.
Es ist also keineswegs egal, bei welcher Krankenkasse du versichert bist.

Wohl wahr...

mfg
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08.05.2006, 16:27 Uhr

Holger
Posts: 8037
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Zitat:
Original von Solar:
Wenn Du Geld auf ein Sparbuch einzahlst, steht es in gewissen Grenzen der Bank zur Investition zur Verfügung. Und selbst Geld im Sparstrumpf befindet sich nicht im Umlauf, und wirkt somit der Inflation entgegen.

Natürlich gibt es keinen wesentlichen konzeptionellen Unterschied zwischen der Investition in eine Rente oder einem Sparbuch. Beides verstärkt den Trend, daß mehr Investitionskapital als neue investitionswürdige Ideen zum Ankurbeln der Wirtschaft vorhanden sind. Das kann man aber nicht dem Sparer vorwerfen.

Prinzipiell wird früher oder später die vorhandene Geldmenge auch jemanden hervorlocken, der dann etwas auf den Markt wirft, was zu erhöhtem Konsum führen kann. Dumm nur, daß es derzeit Klingeltöne und Jamba-Sparabos sind.
Zitat:
Wirklich "totes Kapital" ist etwas, was Du Dir gekauft hast, was aber weder Deiner Arbeitsleistung, Deiner Mobilität oder Deiner Erholung zugute kommt. Das Bild vom röhrenden Hirschen von Tante Gisela, das im Keller modert - das ist "totes Kapital". ;-)
Röhrender Hirsch, furzender Elch, was auch immer. Im weitesten Sinne kommt das doch der Erholung des Käufers zugute. Zuerst glaubte er, es unbedingt haben zu müssen, und dann fühlte er die ungeheure Befreiung, als er es endlich hatte...

Die meisten Freizeitaktivitäten beruhen nur auf dem Augenblick. Ob dann hinterher ein im Keller verschimmelndes Gemälde übrigbleibt oder Dias, die niemand im Bekanntenkreis wirklich sehen will, macht keinen Unterschied.

mfg
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08.05.2006, 18:02 Uhr

AndreasM
Posts: 2464
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Zitat:
Du kannst Dir Deine Krankenversicherung selbst auswählen

Seit wann? Ich mein, sicher kann man zwischen gesetzlichen frei wechseln, aber seit wann kann man zwischen privater und gesetzlicher beliebig wechseln? Solange das nicht wirklich möglich ist es keine wirklich freie KK-wahl.



--
Andreas Magerl
APC&TCP
Amiga Future

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08.05.2006, 19:55 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
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@Holger:
Zitat:
Du kannst Dir Deine Krankenversicherung selbst auswählen, genauso wie Du Deinen Arzt frei wählen kannst.
Wieviel mehr an Wettbewerb willst Du denn noch?


Was hat das denn mit Wettbewerb zu tun, der dazu führen kann, dass Kosten "herunterkonkurriert" werden?
Im Großen und ganzen bieten Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen sehr ähnlich Leistungen zu sehr ähnlichen Kosten an. Bei Krankenkassen gibt es kleine Unterschiede beim Beitrag, aber egal zu welchem Arzt ich gehe oder egal in welches Krankenhaus ich gehe, ich habe davon keinen Kostenvorteil und auch keinen Leistungsvorteil bei gleichen Kosten, weil Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen eben kaum Wettbewerbsinsturmente zur Verfügung haben.

-Ärzte haben einen gewissen Gebietsschutz. Ein Arzt kann nicht einfach dort eine Praxis aufmachen, wo er möchte -> Wettbewerb fehlt.
-Krankenkassen haben nur sehr wenig Wettbewerbsinstrumente. Welche mittel haben denn Krankenkassen, sich voneinander abzugrenzen -> sehr wenig, weil einfach sehr viele Leistungen gesetzlich geregelt sind.
-Alle Risikogruppen werden gleich behandelt. In meinen Augen ist das fair, wenn es Einflussfaktoren gibt, die das Individuum nicht ändern kann (z.B. Erbkrankheiten), aber warum sollte z.B. ein Raucher genauso wie ein Sportler behandelt werden? Somit fehlen aus Sicht der Patienten Anreize, sich gesundheitsbewusst zu verhalten. -> Wieder eine Art des Wettbewerbs, die nicht realisiert wird.
-Krankenhäuser haben auch kaum Wettbewerbsinstrumente.
-Krankenhausbedarfsplanung des Bundes/der Länder legt Anzahl der Krankenhäuser fest -> Wettbewerb fehlt.
-Durch die duale Finanzierung der Krankenhäuser fehlen den Krankenhäusern die Mittel und vor allem die Anreize,um (unter anderem kostensenkende) Investitionen vorzunehmen.

Also ne, das verstehe ich jedenfalls nicht unter Wettbewerb :)

Ciao,
Andreas.


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08.05.2006, 20:04 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
Nutzer
@Holger:
>> Dann solltest Du Dir darüber klar werden, daß bei einer
>> Freigabe der Preise diese nicht sinken werden, die sind
>> nämlich schon an
>> der unteren Schmerzgrenze,

Die Preise sind keineswegs an irgendeiner unteren Grenze, die sind einfach nur gesetzlich festgelegt. Es gibt keine Marktpreise weil die Ärzte nicht im Preiswettbewerb sind. Der Staat hat das Gesundheitsbudget gedeckelt -> Arzt bekommt pro Behandlung gewisse Punktwerte gut geschrieben -> Wenn ein Arzt sein Einkommen maximieren will, dann muss er die Behandlungen ausdehnen -> Punktwerte sinken weiter -> Menge müsste weiter ausgedehnt werden,... -> Qualität muss geregelt werden.
Tja, und schon ist man in einem total uneffizienten Geflecht aus Preis- Mengen- und Qualitätsregulierung.

Ciao,
Andreas.

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08.05.2006, 20:12 Uhr

Lord_Helmchen
Posts: 522
Nutzer
Zitat:
Noch eine Meldung: Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden X(

Langsam drehen die wirklich am Rad


Ts, das ist nicht ihr Ernst, oder? Die sollen mal herkommen, und sich wundern, welche Wohnungen frei stehen, nämlich die von runtergekommenen Häusern, die an Ruinen aus dem II. WK erinnern, oder an abzureißende Plattenbauten... Na, Prost Mahlzeit, wenn da noch Leute rein sollen, denen könnte nämlich schnell was auf die Birne fliegen...

Viele Grüße

Lord Helmchen


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08.05.2006, 20:14 Uhr

Lord_Helmchen
Posts: 522
Nutzer
Zitat:
Original von Han_Omag:
@Archeon:

> Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden

Sag mal, glaubst du eigentlich alles, was Bild und Co dir tagtäglich auftischen?


Hat nicht neulich ein gewisser Herr Oettinger davon geredet, schwäbische Studenten nach Dresden zu schicken, weil die TU dort ja leer ist...?!?

Mag es eine Meldung der Bild-Zeitung sein, mittlerweile glaube ich, dass vieles machbar zu sein scheint.

[ Dieser Beitrag wurde von Lord_Helmchen am 08.05.2006 um 20:17 Uhr geändert. ]

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08.05.2006, 21:05 Uhr

Archeon
Posts: 1782
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Zitat:
Original von Lord_Helmchen:
Zitat:
Original von Han_Omag:
@Archeon:

> Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden

Sag mal, glaubst du eigentlich alles, was Bild und Co dir tagtäglich auftischen?


Hat nicht neulich ein gewisser Herr Oettinger davon geredet, schwäbische Studenten nach Dresden zu schicken, weil die TU dort ja leer ist...?!?

Mag es eine Meldung der Bild-Zeitung sein, mittlerweile glaube ich, dass vieles machbar zu sein scheint.


Das ist richtig! Ich war mir mir in der Radiosendung nur nicht von dem Namen bewußt. Ich habe diese Meldung NICHT in der Bildzeitung gelesen! Sondern ich empfange über Astra ne Menge Radioprogramme und daher Stamm die Info. Und diese Info Stamm heute morgen aus NDR Radioprogramm.

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08.05.2006, 21:12 Uhr

Archeon
Posts: 1782
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Zitat:
Original von Han_Omag:
@Archeon:

> Hartz4 Empfänger die nicht mehr vermittelbar sind, sollten billigen Wohnraum in Ostdeutschland beziehen, da dort durch Auswandérungen der Ostdeutschen Arbeiter in den Westen grosse Teile der Wohnung leer stehen würden

VORSICHT SATIRE: vielleicht sollte man Hartz4 Empfänger gleich nach Polen oder die Ukraine (nur Beispiele ohne tieferen Sinn) aussiedeln. Da die arbeitenden Menschen dort mit offensichtlich viel weniger Geld auskommen, liessen sich die Kosten pro Hartz4 Empfänger sicherlich auf monatlich 200,-- Euro reduzieren. Satire Ende.

Sag mal, glaubst du eigentlich alles, was Bild und Co dir tagtäglich auftischen?

> Ich meine das wir ja Sparen müssen ist mir bekannt,

Auch so ein Satz von zweifelhaftem Wert. Wir müssen Sparen? Wieso? Damit noch mehr Arbeitsplätze den Bach runter gehen? Sparen sollten die Leute, die von unseren Abgaben fürstlich leben und das Geld mit vollen Händen zum Fenster rausschmeissen. Lass dir nicht immer was einreden. Solange DU Geld hast musst DU NICHT sparen. Du musst es ausgeben. Nur so funktioniert unsere Wirtschaft.

Der Kabarettist Volker Pispers sagte einmal: Der Deutsche kann nicht bedient werden, denn wenn er morgens die Augen öffnet, ist er bereits bedient.
Geht es dir so? Bist du bereits bedient, wenn du die Augen aufmachst?
Vielleicht solltest du etwas an deiner inneren Einstellung arbeiten.
Ich will dir bestimmt nichts Böses. In einem anderen Thread schrieb ich Pixl etwas von einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Wenn du die grosse Katastrophe erwartest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das es so kommt, denn dein ganzes Denken und Handeln richtet sich nach der zu erwartenden Katastrophe und führt sie damit letztendlich herbei. THINK POSITIVE!
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Wir haben Augen, doch wir schauen nicht hin.
Wir haben Ohren, doch wir hören nicht zu.
Wir haben einen Mund. Damit reden wir ohne Unterlass
und doch sagen wir nichts.

Der Zeitreisende

[ Dieser Beitrag wurde von Han_Omag am 08.05.2006 um 09:54 Uhr geändert. ]


1. Es ging nur darum um billige Mieten und Leute die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr habe.
Da dort durch die geringeren Unkosten auch die Hartz 4 Ausgaben im Bunde gesenkt werden könnten.
Für mich ist es nur ne Getosierung, ich habe ja nicht gesagt das sie nach Polen oder Russland ausgebürgert werden sollen :lach: Das fehlte noch :lach:

2. Ich habe diese Infos aus ner Radiosendung! Eine Diskussion von Moderator und Gast :rotate:

3. Was kann man schon Positives sehen ?(

Ok ich gebe mein Lottoschein ab und freue mich auf den Jackpot :nuke:
Oder ich morgen Tod und habe es hinter mir :smokin:
Nein ich denke schon mit Hoffnung nach vorne! Aber im Momend reissen immer mehr und mehr schlechte Meldungen anstatt mal was gutes zu hören oder zu lesen.

[ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

08.05.2006, 21:23 Uhr

Archeon
Posts: 1782
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Hm... Ein paar gute Gedanken

1. Ein neuen Job am Nordpol um da Spielzeug bei einen netten alten Mann zu Poduzieren :lach:
2. Äh Christi Himmelfahrt... Ich fahre auf und bin wech...
3. Ich bekommen ne Kredit bzw Bankkarte die immer gedeckt ist, egal welche Summe! :P
4. Ich werde Kanzler (auf diesen komischen Planeten von STARWARS)

[ Dieser Beitrag wurde von Archeon am 08.05.2006 um 21:24 Uhr geändert. ]

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08.05.2006, 21:58 Uhr

Wolfman
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Ach Gottchen, unser Oetti ;)

der wollte in den 80ern auch schon mal das Motorradfahren verbieten - wie er neulich mal sagte, unter dem Eindruck von Unfallopfern, die er in einer Klinik gesehen hatte (hmm, warum muss ich jetzt an die Sache mit dem Handyverbot denken ?).
Kurz danach wurde er dann mit seinem Dienstdaimler geblitzt - konnte wohl nicht ertragen, dass so ein Mopped schneller ist :lach:

--
Bild: http://home.arcor.de/the_wolf/Bilder/wolfman.jpg

rock down and roll when you're ready
I can't take that DJ thing

There's many who tried
to prove that they're faster,
but they didn't last
and they died as they tried

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08.05.2006, 22:55 Uhr

Holger
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Zitat:
Original von Andreas_B:
Die Preise sind keineswegs an irgendeiner unteren Grenze, die sind einfach nur gesetzlich festgelegt.

Nun, ich weiß, wieviel ich die letzten Male für eine Behandlung hingelegt habe, wieviele Personen wie lange mit mir dabei beschäftigt waren und ich kann mir nicht vorstellen, daß es noch billiger geht.

Daß Krankenkassengebühren deutlich teurer ausfallen liegt wohl daran, daß sie auch die Pharmaindustrie mit ihren erfunden Krankheiten sponsorn müssen, wie sie auch die Kosten der einsamen Omi bezahlen müssen, die zweimal in der Woche zum Arzt geht, damit sie sich mal mit jemanden unterhalten kann. Und die ganzen Untersuchungen, wenn mal wieder jemand blau machen will.

Und nichtzuletzt wollen der Wolkenkratzer in der Innenstadt und die zwei dutzend Dienstwagen für die Chefetage der Krankenkasse bezahlt werden.

Das kannst Du aber nicht mit mehr Wettbewerb ausgleichen. Wenn 250 Krankenkassen bei freier Wahl überleben können, warum sollten sie sich in irgendeiner Weise strukturell ändern, wenn die gesetzlichen Bestimmungen gelockert werden. Sie haben doch jetzt schon freie Hand.
Hat auch nur eine einzige Krankenkasse die Einsparungen durch die 10 EUR Praxisgebühr an die Mitglieder weitergegeben?

Zitat:
Es gibt keine Marktpreise weil die Ärzte nicht im Preiswettbewerb sind. Der Staat hat das Gesundheitsbudget gedeckelt -> Arzt bekommt pro Behandlung gewisse Punktwerte gut geschrieben -> Wenn ein Arzt sein Einkommen maximieren will, dann muss er die Behandlungen ausdehnen -> Punktwerte sinken weiter -> Menge müsste weiter ausgedehnt werden,... -> Qualität muss geregelt werden.
Tja, und schon ist man in einem total uneffizienten Geflecht aus Preis- Mengen- und Qualitätsregulierung.


Und das willst Du wie genau ändern? Der Arzt darf Preise frei bestimmen und senkt sie, damit Du glücklich wirst?
Wovon soll der Arzt dann leben? Glaubst Du, es werden mehr Leute krank, wenn die Behandlungskosten gesenkt werden?

Oder soll er die Preise senken und weiterhin über die einzige andere Stellschraube, mehr überflüssige Behandlungen, seinen Ausgleich schaffen?

So einfach ist das nicht. "Mehr Wettbewerb" ist ein schönes Schlagwort. Es hat schon im Energiemarkt, den Verkehrsbetrieben und dem Telekommunikationsmarkt nicht funktioniert. Beim Gesundheitswesen hätte ein solches Experiment allerdings noch wesentlich drastischerer Folgen.

mfg
--
Good coders do not comment. What was hard to write should be hard to read too.

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09.05.2006, 07:10 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
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@Holger:
>> Hat auch nur eine einzige Krankenkasse die Einsparungen
>> durch die 10 EUR Praxisgebühr an die Mitglieder weitergegeben?

Vielleicht hätte es aber eine Krankenkasse gemacht, wenn sie im Wettbewerb stehen würden?
Meine Krankenkasse hat die 10 Euro immerhin durch das "Hausarztmodell" als Wettbewerbsinstrument eingesetzt.

>> So einfach ist das nicht. "Mehr Wettbewerb" ist ein ,
>> schönes Schlagwort. Es hat schon im Energiemarkt,
>> den Verkehrsbetrieben und dem Telekommunikationsmarkt
>> nicht funktioniert. Beim Gesundheitswesen hätte ein
>> solches Experiment allerdings noch wesentlich drastischerer
>> Folgen.

Tja, im Moment schreibt der Staat aber eine Pooling-Lösung (alles und jeder ist gleich) vor und von der weiß man wenigstens mit Sicherheit, dass sie ineffizient ist,...
Ich bin Überzeugt, mehr Wettbewerb kann zu besserer Versorgung bei gleichen Preisen oder niedrigeren Preisen bei gleicher Versorgung führen.
Dabei meine ich jetzt aber nicht den vollkommenen Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt. Der lässt sich in der Tat prinzipbedingt nicht ohne problematische Folgen realisieren. Aber ein wenig mehr Wettbewerb kann dem Gesundheitsmarkt meiner Meinung nach nur gut tun.

>> Wenn 250 Krankenkassen bei freier Wahl überleben können,
>> warum sollten sie sich in irgendeiner Weise strukturell
>> ändern, wenn die gesetzlichen Bestimmungen gelockert
>> werden. Sie haben doch jetzt schon freie Hand.

Sie haben ja eben nicht "freie Hand". Da die Grundversorgungen der Kranken gesetzlich geregelt sind, können die Krankenkasse auch keine speziellen Lösungen anbieten. Im Moment müssen die guten Risiken innerhalb einer Krankenkasse genau so viel zahlen wie die schlechten Risiken. Warum sollte den Krankenkassen beispielsweise nicht erlaubt sein, unterschiedliche Tarife anzubieten. Sozusagen Teilkasko vs. Vollkasko? Im Moment existiertt ja das Problem der privaten Krankenversicherung, die eher die guten Risiken "anziehen". Da die gesetzlichen keine Möglichkeit haben, dem etwas entgegenzusetzen bleiben ihnen nur die schlechten Risiken, was zu höheren Ausgaben und somit höheren Beiträgen führt.

>> Und das willst Du wie genau ändern? Der Arzt darf
>> Preise frei bestimmen und senkt sie, damit Du glücklich
>> wirst?

Beispielsweise, indem der Gebietsschutz aufgehoben wird. Dann muss sich ein Arzt wie jeder andere Betrieb auch dem Wettbewerb (mit anderen Ärzten) stellen. Und ja, warum sollte ein Arzt nicht seine Preise senken oder seine Leistungen erhöhen, um gegen andere Ärzte zu konkurrieren.
Dem Staat könnte es überlassen werden, gewisse MindestQualitäts-Standards festzulegen.
Die Sorge, dass die Ärzte dann allgemein weniger Qualität bieten , habe ich nicht.

>> Wovon soll der Arzt dann leben? Glaubst Du, es
>> werden mehr Leute krank, wenn die Behandlungskosten
>> gesenkt werden?

Durch das gedeckelte Budget haben die Ärzte jetzt bereits das gleiche Problem. Alle Ärzte müssen unter sich ein bestimmtes Budget aufteilen und bekommen pro Behandlung Punktwerte. Jetzt müssen sie also die Behandlungen ausweiten, um das Einkommen zu erhalten und das kann ja nicht der Sinn und Zweck sein. Warum sollte sich der Arzt denn nicht dem Wettbewerb um die Kunden stellen? Fast jede andere Branche muss das auch. Dann würde der Markt entscheiden, wie viele Ärzte benötigt werden.

Ciao,
Andreas.

[ Dieser Beitrag wurde von Andreas_B am 09.05.2006 um 07:28 Uhr geändert. ]

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09.05.2006, 11:52 Uhr

Holger
Posts: 8037
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Zitat:
Original von Andreas_B:
@Holger:
>> Hat auch nur eine einzige Krankenkasse die Einsparungen
>> durch die 10 EUR Praxisgebühr an die Mitglieder weitergegeben?

Vielleicht hätte es aber eine Krankenkasse gemacht, wenn sie im Wettbewerb stehen würden?

Hmm, als ich mich das letzte Mal für eine gesetzlichen Krankenkasse entscheiden konnte, konnte ich zwischen Kassen wählen, die z.B. 11,9% haben wollten und welchen die ohne höhere Gegenleistung 15% haben wollten.
Ich habe dann neben anderen Kriterien (Ansprechpartner vor Ort, Erfahrungsberichte, etc.) auch diesen Preisunterschied in meine freie Entscheidung einfließen lassen.
Da auch bei nicht-gewinnorientierten Kassen mehr Mitglieder auch mehr Geld und somit mehr Spielraum für Bürodekoration, Dienstwagen, Oberweite der Sekretärin, etc. bedeutet, besteht erstens ein Interesse an mehr Versicherten und zweitens für den Versicherten eine Wahlmöglichkeit.

Das ist bereits Wettbewerb. Wenn sich alle 250 Krankenkassen in ihrer Preisgestaltung trotzdem innerhalb eines gewissen Konsens befinden, dann a) geht's nicht billiger oder b) wollen sie sich gegenseitig nicht die Preise verderben.
Ähnlich wie beim Energiemarkt, etc. Solange Du ihnen keine direkte Preisabsprachen nachweisen kannst, kannst Du sie auch nicht zum Konkurrenzkampf zwingen.
Zitat:
Meine Krankenkasse hat die 10 Euro immerhin durch das "Hausarztmodell" als Wettbewerbsinstrument eingesetzt.
Ja sie können, wenn sie wollen. Aber klar ist, solange es auch Kunden gibt, die ohne zu murren für die gleiche Leistung 3% ihres Gehalts mehr bezahlen, werden sich auch die Kassen auf der preiswerteren Seite des Marktes nicht weiter vom Durchschnittspreis weg bewegen.
Zitat:
Tja, im Moment schreibt der Staat aber eine Pooling-Lösung (alles und jeder ist gleich) vor und von der weiß man wenigstens mit Sicherheit, dass sie ineffizient ist,...
Ich bin Überzeugt, mehr Wettbewerb kann zu besserer Versorgung bei gleichen Preisen oder niedrigeren Preisen bei gleicher Versorgung führen.

Solange die Mehrheit der "Kunden" gar kein entsprechendes Bewußtsein entwickeln, sondern allenfalls mal auf den Staat schimpfen, weil "die da oben" nichts gegen die hohen Preise unternehmen, wird "mehr Wettbewerb" daran nicht viel ändern.

Siehe oben. Es gibt bereits einen Wettbewerb. Solange dieser keinen Effekt bringt, wird auch mehr davon nichts bringen.

Und derzeit scheint man in der Politik eher eine Abschaffung dieses nicht funktonierenden Wettbewerbs zu favorisieren. Mehrere hundert Verwaltungsapparate durch einen zu ersetzen, kann durchaus zu Einsparungen führen.
Zitat:
Sie haben ja eben nicht "freie Hand". Da die Grundversorgungen der Kranken gesetzlich geregelt sind, können die Krankenkasse auch keine speziellen Lösungen anbieten.
An der Grundversorgung unserer Mitmenschen wollen wir doch auch nicht rütteln, oder?
Zitat:
Im Moment müssen die guten Risiken innerhalb einer Krankenkasse genau so viel zahlen wie die schlechten Risiken. Warum sollte den Krankenkassen beispielsweise nicht erlaubt sein, unterschiedliche Tarife anzubieten.
Unterschiedliche Tarife oder Bonusleistungen am Jahresende, das läuft doch letztendlich auf das gleiche hinaus: es ist schon längst Realität.
Zitat:
Beispielsweise, indem der Gebietsschutz aufgehoben wird. Dann muss sich ein Arzt wie jeder andere Betrieb auch dem Wettbewerb (mit anderen Ärzten) stellen. Und ja, warum sollte ein Arzt nicht seine Preise senken oder seine Leistungen erhöhen, um gegen andere Ärzte zu konkurrieren.
Derzeit bekommt ein Hausarzt ein Pauschalsumme, egal wie oft Du innerhalb eines Quartals zu ihm gehst und wieviel Zeit und Leistungen Du ihm abverlangst. Daß sich das ändern muß, steht außer Frage. Daß es billiger werden sollte...wie denn?
In dem er Dich nur noch "behandelt", wenn Du ihn weniger als die durchschnittlichen 6 Minuten benötigst? Und andernfalls rausschmeißt?

Ein echtes leistungsbezogenes Preissystem läßt die echten Krankenheiten auch wirklich teuer werden. Was ja auch verkraftbar wäre, wenn denn die Krankenkassen den sozialen Ausgleich schaffen würden. Aber ups, von denen erwartest Du ja auch mehr Wettbewerb, damit sie für Dich günstigere Preise anbieten können. Was das also für Dich bedeutet, wenn Du wirklich krank wirst, dürfte wohl klar sein.

Zitat:
Jetzt müssen sie also die Behandlungen ausweiten, um das Einkommen zu erhalten und das kann ja nicht der Sinn und Zweck sein.
Nur durch Verteilung an verschiedene Fachärzte. Der Hausarzt bekommt ja für eine "ausgeweitete" Behandlung nicht mehr Geld. Der mißt nur Deinen Blutdruck und schickt Dich wieder nach Hause.
Zitat:
Warum sollte sich der Arzt denn nicht dem Wettbewerb um die Kunden stellen? Fast jede andere Branche muss das auch. Dann würde der Markt entscheiden, wie viele Ärzte benötigt werden.

Willst Du mit akuten Schmerzen erst mal anfangen, Branchenverzeichnisse nach Preisen zu durchforsten? Und dann besser noch im Bekanntenkreis nach Erfahrungen herumfragen, weil billig nicht immer gut ist?
Oder gehst Du doch zum nächstliegenden?

mfg
--
Good coders do not comment. What was hard to write should be hard to read too.

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09.05.2006, 12:17 Uhr

Han_Omag
Posts: 1458
Nutzer
@Holger:

> Der Hausarzt bekommt ja für eine "ausgeweitete" Behandlung nicht mehr Geld. Der mißt nur Deinen Blutdruck und schickt Dich wieder nach Hause.

Das ist so nicht ganz richtig, sondern von deinem Gesundheitszustand oder Krankheitsbild abhängig. Für verschiedene Erkrankungen werden auch von Hausärzten Ernährungskurse, Vorbeugemassnahmen usw. angeboten. Wenn du dann noch in der "richtigen" Krankenkasse bist, übernimmt diese die Kosten für die jeweilige Massnahme, obwohl das nicht zur Grundversorgung gehört und erstattet dir bei regelmässiger Teilnahme sogar dein "Praxiseintrittsgeld" zurück. Warum die das machen ist eigentlich auch klar. Sie wollen verhindern, das deine Krankheit richtig teuer wird, aber das ist ja wohl auch kein Fehler.

Es ist also nicht falsch, wenn man neben dem Preis auch auf die von der jeweiligen Kasse angebotenen "Sonderleistungen" schaut. Gerade da gibt es enorme Unterschiede. Und wenn dann der Sachbearbeiter der Kasse bei einem Antrag nicht jedesmal so tut, als müsse er es aus eigener Tasche bezahlen, bin auch ich gerne bereit 0,2% mehr für diesen Service zu bezahlen.
--
Wir haben Augen, doch wir schauen nicht hin.
Wir haben Ohren, doch wir hören nicht zu.
Wir haben einen Mund. Damit reden wir ohne Unterlass
und doch sagen wir nichts.

Der Zeitreisende

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09.05.2006, 13:08 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
Nutzer
@Holger:
Ich glaube, wir liegen dermaßen weit in unseren Ansichten auseinander, dass wir nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden. Ich bin überzeugt, dass der Gesundheitssektor im Moment eher ein Millionengrab ist, was noch extrem viel Potenzial zur Verbesserung aufweist, Du siehst das scheinbar nicht ganz so (oder hälst andere Maßnahmen für zweckmäßiger). Macht auch nix :)

@Topic:
Allerdings allgemein ist es ziemlich sicher, dass das jetzige System auf keinen Fall mehr lange in dieser Form Funktionieren wird. Alleine schon deshalb, weil der Faktor Arbeit, der ja bisher allein für die Einkommen der Krankenkassen sorgt zunehmend an Bedeutung verliert. Tja, und da ja dann immer weniger Geld für immernoch gleiche Krankheitsversorgung zur Verfügung steht reden die Politiker halt von "Kostenexplosion", obwohl das ja eigentlich falsch ist, weil die Kosten ja eigentlich nicht ansteigen. Nun, falls unsere jetzige Regierung irgendwann einmal auch etwas anderes macht als nur Reden und USA-Reisen zu machen und vielleicht sogar mal das Gesundheitsproblem in Angriff nimmt, dann wird uns vermutlich wieder eine halbgare Lösung präsentiert, die kurzfristig funktioniert und somit die Wählerstimmen maximieren kann, und uns langfristig wieder vor die gleichen Probleme stellt. "Bürgerversicherung" und "Pro-Kopf-Pauschale" sind jedenfalls meiner Ansicht nach nicht dazu geeignet, die Probleme langfristig zu lösen.

Ciao,
Andreas.

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