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26.01.2008, 09:35 Uhr

DrNOP
Posts: 4118
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Zitat:
Original von CASSIUS1999:
Aber hier zu unterstellen, man würde hoffen, dass derjenige auch die Partei wählt, die einem am nächsten steht - Der hat den Aufruf nicht kapiert.
Von mir aus kann jemand die parlamentarischen Jogiflieger, Frauenpartei oder sonstigen Spartenkram wählen. das würde meiner Stimme an Gewichtung nehmen, aber auch der Stimme des rechten Drecks.

Siehst du, du unterstellst, daß jemand der wählen geht nicht das wählt, was du auch nicht wählen würdest. Wie kommst du darauf, daß sich die aktuellen Nichtwähler daran halten?

Du kannst darauf wetten, daß ich, würde ich wählen gehen, so weit rechts am Rand wählen würde wie's nur geht! Deine tollen Spartenparteien interessieren nämlich tatsächlich keine Sau, vor allem nicht die etablierten Parteien. Hat aber eine Partei am rechten Rand nennenswert Stimmen, kriegen sie ja alle gleich einen Herzkasper. Und was ist doch nochmal das Ziel eines Protestwählers? Genau.

Zitat:
Ganz einfach - Wer nicht wählt, verdient es auch nicht groß die Fresse gegen die Politik aufzutun.
Glaubst Du wirklich, dass die Nichtwähler mit ihrem aus Faulheit und Ignoranz bestehenden Verdruß irgendetwas am System ändern?

Ach, wer nicht wählt ist per Definition faul und ignorant? Dann bin ich wohl so ignorant, daß mir noch nicht mal das aufgefallen ist...

Ich würde eher sagen, die etablierten Parteien sind faul und ignorant, sonst hätten sie schon lange was unternommen gegen die steigende Zahl der Nichtwähler. Und, wie wir ja alle wissen, hat es jemand der faul und ignorant ist nicht verdient, die Fresse auzutun. Warum also sollte ich die wählen? :P
--
Signaturen mit mehr als zwei Zeilen gehen mir auf den Wecker

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26.01.2008, 09:48 Uhr

CarstenS
Posts: 5566
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Letzter Umfragenstand für Hessen: So wie es aussieht, wird CDU-FDP eine absolute Mehrheit erhalten, wenn die Linke nicht in den Landtag einzieht (liegt demnach etwa bei 4,5 bis 5 Prozent).

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26.01.2008, 09:53 Uhr

whose
Posts: 2156
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Zitat:
Original von CASSIUS1999:
Zitat:
Original von whose:
Zitat:
Original von CASSIUS1999:
So. Denk mal darüber nach wie das mit Deiner Stimme in der Prozentverteilung ist. Dann denk mal drüber nach, was passiert, wenn diese dort fehlt.


Äh... erst einmal nichts? Irgendwie habe ich manchmal das dumpfe Gefühl, daß etliche Leute der "Wahlpsychologie" zuliebe die Regeln der Prozentrechnung vergessen und noch dazu pauschal davon ausgehen, daß ein nicht-Wähler, würde er wählen, auf jeden Fall das wählte, was Ihnen selbst am liebsten wäre. Und genau das ist ausgemachter Blödsinn.

Das was Du hier beschreibst ist ausgemachter Blödsinn - Selbstverständlich hat das nichts mit "Wahlpsychologie" zu tun, sondern ist ganz klar. Prozentrechnung 3. Klasse.
Die Einzige Annahme, die hierbei ausschlaggebend ist, ist, dass es sich um einen Wähler handelt, der keinen Antidemokratischen rechten Müll wählt.


Aha... Prozentrechnung 3. Klasse... wir lassen aus der Menge einfach das raus, was uns nicht gefällt.

Noch Fragen?

Zitat:
Okay, das ist die einzige Annahme. Aber hier zu unterstellen, man würde hoffen, dass derjenige auch die Partei wählt, die einem am nächsten steht - Der hat den Aufruf nicht kapiert.

Es ist eher so, daß ihr, Du und andere, die Sache mit der Demokratie einfach nicht kapiert... "Wahl" bedeutet auch "Wahl" und es ist dabei völlig unerheblich, was man letztendlich genau wählt. Wäre dem nicht so, wäre es keine freie Wahl. Man ist sogar frei, das zu wählen, was gegen freie Wahl steht. Es ist aber nicht Aufgabe des Wählenden, sich selbst in dieser Wahl zu beschränken. Die Lenkung des Wählerwillens ist Aufgabe derer, die gewählt werden wollen.

Wenn dann jemand daherkommt und sagt "Du mußt auf jeden Fall wählen, aber bloß nicht diese oder jene" so geschieht das einzig und allein in der Hoffnung, daß die "erzwungene" Stimme zu den eigenen Gunsten fällt.

Jetzt verstanden?

Zitat:
Von mir aus kann jemand die parlamentarischen Jogiflieger, Frauenpartei oder sonstigen Spartenkram wählen. das würde meiner Stimme an Gewichtung nehmen, aber auch der Stimme des rechten Drecks.

Wie ich schon sagte, dank des Nazi-Reflexes kapiert niemand mehr, worum es eigentlich geht, am wenigsten die Politik selbst.

Das der "rechte Dreck" gewählt wird ist ein Zeichen dafür, daß der "andere Dreck" etwas verkehrt macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist die Aufgabe des "anderen Drecks", dem "rechten Dreck" keine Mehrstimmen zufallen zu lassen.

Man (also Politik und ihre Befürworter) schafft das Problem nicht aus der Welt, indem man auf nicht funktionierende Reflexe setzt sondern indem man überzeugt. Genau da hapert es in Deutschland ganz gewaltig.
Weil unseren "demokratischen" Politikern nicht mehr viel einfällt außer Vetternwirtschaft, Subventionierung und "was schert mich mein Geschwätz von gestern, ich muß noch drei Jahre im Bundestag sitzen, um Pension zu kriegen". Ums mal etwas überspitzt auszudrücken.

Ach ja, "Nazis sind undemokratisch" habe ich noch vergessen.

Ist aber eine völlig blödsinnige Parole in Hinblick auf Nicht-Wähler, denn hätten Nchtwähler den Willen, antidemokratische Parteien bestimmen zu lassen, so würden sie diese wählen.

Zitat:
Zitat:
Zitat:
Dann denk nochmal drüber nach, warum die Ärzte sagen "nicht wählen hilft den falschen".

Das Problem liegt doch nicht bei denen, die von der bestehenden Politik-Landschaft vergrault werden sondern bei der Politik-Landschaft selbst.

Achso, aber Nichtwählen, und sich somit der politischen Mitbestimmung entziehen, ist damit die Lösung? Na superklasse! Echt!

Was bestimmt man denn, wenn man etwas wählt, das einem nicht zusagt? Die Phrase "politische Mitbestimmung" ist eine leere Worthülse, wenn der Wählende nicht in seinem Sinne abstimmen kann, da die vorhandene Auswahl nichts bietet, was seinem Wahlwillen entspricht. Letztendlich bestimmt er so nur, wer gegen seinen eigentlichen Willen politisch bestimmt.

Das ist aber nicht die Schuld des "Mitbestimmten" (man beachte das Wortspiel) sondern derer, die am Willen dieser Wähler vorbei bestimmen wollen. Da ist "macht doch, was ihr wollt, macht ihr doch sowieso" völlig legitim und u.A. ein Zeichen von Demokratie.

Zitat:
Ganz einfach - Wer nicht wählt, verdient es auch nicht groß die Fresse gegen die Politik aufzutun.

Nein? Wieso nicht? Weil sie etwas sagen könnten, was gegen den erklärten Willen der beiden großen Mehrheiten ist? Oder gegen den der Minderheiten? Habe ich da etwas mit der Freiheit in diesem Lande mißverstanden?

Hat denn jemand verdient, gegen die Heuschrecken unter den Großunternehmen groß die Fresse aufzutun, nachdem er ihre politischen Helfer willig gewählt hat?

Zitat:
Glaubst Du wirklich, dass die Nichtwähler mit ihrem aus Faulheit und Ignoranz bestehenden Verdruß irgendetwas am System ändern? Natürlich nicht. Sie entziehen sich einfach dem System, um welches uns viele anderen Länder beneiden.

Nein. Sie lassen Euch die Freiheit, über ihr Schicksal "mitzubestimmen". Und natürlich werden sie nichts am System ändern können, weil sie erst einmal eine Änderung zur Auswahl haben müßten. Solange diese nicht existiert, was sollen sie da ändern?

Zitat:
Sicherlich hakt es in der Politik.Und sicherlich gibt es auch Dinge, wo man sich ganz kräftig über Politik und Demokratie aufregen kann. Und sicherlich kann ich manchen Frust verstehen. Aber daraus eben den Totalboykott zu wählen ist undemokratisch noch und nöcher.

Im Gegenteil. Es zeigt, daß die Leute, die dieses Verhalten "undemokratisch" finden, nichts, aber auch rein gar nichts aus unserer Geschichte gelernt haben. Überhaupt nichts. Noch dazu zeigen sie nur zu deutlich, daß sie von Demokratie im Grunde keinen leisen Schimmer haben und viel von ihrem "Willen" zu Gunsten der "politischen Willensbildung durch die Parteien" völlig kritiklos abgegeben haben.

Zitat:
Zum einen kann die Politik nicht jedes persönliche Problem lösen, ist aber auch gerne Prügelknabe dafür.
Zum anderen wird von manchen nur gern gesehen, was in diesem Land nicht läuft, was aber läuft und dass es uns -trotz aller Probleme- immernoch wesentlich besser geht, als etwa 90% aller anderen Staaten auf dieser Erdee wird allerdings übersehen.



Aha... bedeutet also, wenn man die Pest nicht so gerne hätte, muss man Cholera wählen. Mit fremdbestimmter Krankheit darf man nicht, auch wenn die eine so gut oder so schlecht ist wie die andere.

Zitat:
Diejenigen, die so über unsere Politik oder gar unser demokratisches System meckern, sollten mal eine adäquate Alternative aufzeigen.

Wurde oft genug getan und diese Alternativen sind oft genug an der Blindheit der "zu Wählenden" gescheitert.

Zitat:
Ganz gewiss ist die parlamentarische Demokratie mit ihren vielen Facetten nicht das beste System. Und schon gar nicht perfekt. - Aber meines Erachtens gibt es kein besseres.

Ich habe nicht gesagt, daß das Wahlsystem an sich schlecht ist. Und die meisten Nicht-Wähler tun das auch nicht. Was wir sagen ist, daß es zu uniform geworden ist und man keine echten Alternativen hat.

Zitat:
Wer nicht wählen geht entzieht sich die Legitimation die Politik zu kritisieren.

Nein, das ist wieder eins der wahlpsychologischen Schlagwörter. Jeder Deutsche hat das absolute Recht, Politik, Dich, seinen Nachbarn oder sonstwen zu kritisieren, ob er nun wählen geht oder die Wahl der Qual Schafen wie z.B. Dir überlaßt. Meiner Meinung nach hat niemand das Recht, Politik zu kritisieren, die er, trotz besseren Wissens und gegen seinen erklärten Willen aus "Gefälligkeit der Demokratie gegenüber" gewählt hat. Derjenige ist schlicht selbst schuld.

Zitat:
Zitat:
Zitat:
Wenn als Ergebnis nur so ein Quatsch wie da oben rauskommt, dann versuche es nochmal von vorn!

Das könnte man Selbsterkenntnis nennen...

Bei dem von mir zitierten Beitrag ganz sicher.

Nicht nur bei diesem Beitrag, bei dem Deinen ebenso. Du hast nämlich gewisse Grundprinzipien der "Freiheit" nicht verstanden.

Nochmal: Wer nicht wählt, nimmt einfach nur sein gutes Recht wahr, den zu Wählenden zu zeigen, daß sie keine Wahl für ihn sind. Niemand, der nicht wählt, "hilft" den Rechten, den Kommunisten oder sonstwem. Das tun nur die, die diese Parteien wählen. Sonst niemand.

Alles andere ist dummes Geschwätz von denen, die selbst nicht mehr weiterwissen und nun einen Schuldigen brauchen, damit ihr eigenes Versagen nicht so offensichtlich wird.



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:boing: µA1 PPC 750GX-800
:boing: A4000 PPC 604e-233


[ Dieser Beitrag wurde von whose am 26.01.2008 um 09:59 Uhr geändert. ]

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[ Dieser Beitrag wurde von whose am 26.01.2008 um 10:11 Uhr geändert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von whose am 26.01.2008 um 10:17 Uhr geändert. ]

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26.01.2008, 12:04 Uhr

CASSIUS1999
Posts: 918
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Zitat:
Original von DrNOP:
Du kannst darauf wetten, daß ich, würde ich wählen gehen, so weit rechts am Rand wählen würde wie's nur geht! Deine tollen Spartenparteien interessieren nämlich tatsächlich keine Sau, vor allem nicht die etablierten Parteien. Hat aber eine Partei am rechten Rand nennenswert Stimmen, kriegen sie ja alle gleich einen Herzkasper. Und was ist doch nochmal das Ziel eines Protestwählers? Genau.

Na dann dürfen wir ja froh sein, dass Du nicht wählen gehst, da Du offensichtlich "aus Protest" Dein Hirn abschaltest und rechten Dreck wählst.

Aus "Protest" stumpfen Dreck wählen. Ganz großartige Taktik, Napoleon!

Zitat:
Ach, wer nicht wählt ist per Definition faul und ignorant? Dann bin ich wohl so ignorant, daß mir noch nicht mal das aufgefallen ist...

Ich würde eher sagen, die etablierten Parteien sind faul und ignorant, sonst hätten sie schon lange was unternommen gegen die steigende Zahl der Nichtwähler. Und, wie wir ja alle wissen, hat es jemand der faul und ignorant ist nicht verdient, die Fresse auzutun. Warum also sollte ich die wählen? :P

Na dann erklär mal, was die Parteien besser machen können, damit Du wieder "Vertrauen" in das System bekommst. Meckern kann jeder.

--

Kabelfreak
--
Der Amiga jedenfalls war 1985 etwa wie ein Stück Hardware,
das man der Wüste von Nevada aus
einem abgestürzten UFO geborgen hatte.

joek_de im heiseforum

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26.01.2008, 12:09 Uhr

AmigaPapst
Posts: 980
Nutzer
@CarstenS:
Wo hast du die Werte her? Nach der folgenden letzen Umfrage bekommt keiner die absolute Mehrheit.
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/hessen.htm
Natrülich sollte man dazu sagen, dass die Umfrage von der Frankfurter Rundschau erstellt wurde, einem links-liberalem Blatt.
--
:boing: AmigaOne XE G3 750FX 800Mhz/Sil0680/512MB + Radeon 9000 128 MB + AmigaOS 4
:dance1: A4000T CyberstormPPC 604e 200Mhz/060/128MB + CybervisionPPC 8MB + AmigaOS 4
und viele Amigas mehr...

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26.01.2008, 12:35 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Prozentrechnung und Wahlen.

Bei der Auszählung der Stimmen ist nicht die Gesamtzahl der Wahlberechtigten der Ausganswert, sondern die abgegebenen, gültigen Stimmen. Wahlbeteiligung = 100%. Jede Partei hat ihre Stammwähler, die diese Partei immer wählen und zu jeder Wahl gehen, um "ihre" Partei zu unterstützen. Man kann sie auch Gewohnheitswählter nennen. Wurscht. Das Ergebnis bleibt dasselbe.

Angenommen, eine Partei hat bei einer Wahlbeteiligung von 70% der Wahlberechtigten einen Stammwähleranteil von 20%, so würde sich deren Stimmenanteil bei einem Absinken der Wahlbeteiligung auf 50% bereits verdoppelt haben. Bei einer Wahlbeteiligung von nur noch 39%, wäre es die absolute Mehrheit.

Durch Wahlverzicht oder absichtlich ungültige Stimmabgabe legt man die einzige politische Macht des Volkes in diesem System in die Hand von Stammwählern, die noch weniger eine eigene Meinung über Politik haben, als viele Protestwähler.

Die Gefahren durch Protestwähler am rechten Rand lassen sich nur durch eine hohe Wahlbeteiligung annähernd auf Null abschwächen. Durch massenhafte Wahlenthaltung bekommen die allerdings erst so richtig Gewicht. Denn so könnten aus 2,x% - schneller als jedem Wahlverzichter lieb sein kann - auch über 5% werden. Wer unter allen Umständen verhindern will, dass nationalsozialistische Gruppen in diesem Land Regierungsgewalt in die Hand bekommen, der muss wählen gehen.

Gerade Wahlverweigerer können sich nicht zurück lehnen und behaupten, sie träfe keine Schuld, weil sie nicht gewählt haben. Denn sie haben auch nichts anderes gewählt und somit erst dazu beigetragen, dass die unerwünschte Partei die Hürde überhaupt überwinden konnte. Und sie haben auch nichts dazu getan, dass sich die politische Landschaft im Land ändert. Im Gegenteil.



[ Dieser Beitrag wurde von Maja am 26.01.2008 um 12:58 Uhr geändert. ]

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26.01.2008, 12:55 Uhr

CASSIUS1999
Posts: 918
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Zitat:
Original von whose:
Aha... Prozentrechnung 3. Klasse... wir lassen aus der Menge einfach das raus, was uns nicht gefällt.

Noch Fragen?

Nicht wirklich - Du scheinst es nicht verstehen zu wollen

Zitat:
Zitat:
Okay, das ist die einzige Annahme. Aber hier zu unterstellen, man würde hoffen, dass derjenige auch die Partei wählt, die einem am nächsten steht - Der hat den Aufruf nicht kapiert.

Es ist eher so, daß ihr, Du und andere, die Sache mit der Demokratie einfach nicht kapiert... "Wahl" bedeutet auch "Wahl" und es ist dabei völlig unerheblich, was man letztendlich genau wählt. Wäre dem nicht so, wäre es keine freie Wahl. Man ist sogar frei, das zu wählen, was gegen freie Wahl steht. Es ist aber nicht Aufgabe des Wählenden, sich selbst in dieser Wahl zu beschränken. Die Lenkung des Wählerwillens ist Aufgabe derer, die gewählt werden wollen.

Wenn dann jemand daherkommt und sagt "Du mußt auf jeden Fall wählen, aber bloß nicht diese oder jene" so geschieht das einzig und allein in der Hoffnung, daß die "erzwungene" Stimme zu den eigenen Gunsten fällt.

Jetzt verstanden?

Nein, Du verstehst nicht. Niemand verlangt hier, dass jemand wählen gehen "muss". Allerdings sollten diejenigen, deren politische Aktivität darin besteht, ihren Arsch zuhause zu lassen, sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie nicht darüber meckern dürfen, wie regiert wird, wenn sie erst gar nicht versuchen ihren demokratischen Willen durchzusetzen.
Zitat:
Wie ich schon sagte, dank des Nazi-Reflexes kapiert niemand mehr, worum es eigentlich geht, am wenigsten die Politik selbst.
Nein, mit dem "Nazi-Reflex" hat das nichts zu tun.

Zitat:
Das der "rechte Dreck" gewählt wird ist ein Zeichen dafür, daß der "andere Dreck" etwas verkehrt macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist die Aufgabe des "anderen Drecks", dem "rechten Dreck" keine Mehrstimmen zufallen zu lassen.
Für mich ist so ein Schrott wie NPD nicht wählbar. Wie hat das Volker Pispers mal so (sinngeß) schön beschrieben: "Wenn man im Restaurant etwas vorgesetzt bekommt, was einem nicht schmeckt, geht man ja auch nicht ins Klo und probiert aus der Schüssel."
Das Gilt besonders, wenn man nach Sachsen schaut, wo etliche NPDler aufgrund von Korruption,Kinderpornographie und Gewaltakten etc. aus dem Landtag ausgeschieden sind, welche Brut man sich mit so einer Aktion ins Nest holt.
Zitat:
Man (also Politik und ihre Befürworter) schafft das Problem nicht aus der Welt, indem man auf nicht funktionierende Reflexe setzt sondern indem man überzeugt. Genau da hapert es in Deutschland ganz gewaltig.
Weil unseren "demokratischen" Politikern nicht mehr viel einfällt außer Vetternwirtschaft, Subventionierung und "was schert mich mein Geschwätz von gestern, ich muß noch drei Jahre im Bundestag sitzen, um Pension zu kriegen". Ums mal etwas überspitzt auszudrücken.

Davon mal abgesehen, dass sicher nicht alle so sind.
Aber glaubst Du, mit dem geringsten aller politischen Aktivitäten kann man was daran ändern? Gelächter!
Zitat:
Ach ja, "Nazis sind undemokratisch" habe ich noch vergessen.
Die NPD ist nur aufgrund von Verfahrensfehlern nicht verboten worden.
Eine grundsätzliche Verfassungswidrigkeit wurde vom Gericht erkannt.


Zitat:

Achso, aber Nichtwählen, und sich somit der politischen Mitbestimmung entziehen, ist damit die Lösung? Na superklasse! Echt!
[/quote]

Was bestimmt man denn, wenn man etwas wählt, das einem nicht zusagt? Die Phrase "politische Mitbestimmung" ist eine leere Worthülse, wenn der Wählende nicht in seinem Sinne abstimmen kann, da die vorhandene Auswahl nichts bietet, was seinem Wahlwillen entspricht. Letztendlich bestimmt er so nur, wer gegen seinen eigentlichen Willen politisch bestimmt. [/quote]
Achso. Ich bin mir sicher Du hast die Programme sämtlicher zur Wahl stehenden Parteien durchgelesen, dass Du hier so etwas behaupten kannst.

Zitat:
Das ist aber nicht die Schuld des "Mitbestimmten" (man beachte das Wortspiel) sondern derer, die am Willen dieser Wähler vorbei bestimmen wollen. Da ist "macht doch, was ihr wollt, macht ihr doch sowieso" völlig legitim und u.A. ein Zeichen von Demokratie.
Das iste ein Zeichen von Desinteresse, mehr nicht. Vom Nichtwählen wird es gewiss nicht besser. Das hat überhaupt nichts mit Demokratie zu tun.


Zitat:
Zitat:
Glaubst Du wirklich, dass die Nichtwähler mit ihrem aus Faulheit und Ignoranz bestehenden Verdruß irgendetwas am System ändern? Natürlich nicht. Sie entziehen sich einfach dem System, um welches uns viele anderen Länder beneiden.

Nein. Sie lassen Euch die Freiheit, über ihr Schicksal "mitzubestimmen". Und natürlich werden sie nichts am System ändern können, weil sie erst einmal eine Änderung zur Auswahl haben müßten. Solange diese nicht existiert, was sollen sie da ändern?

Da hast Du es auf den Punkt gebracht. Sie lassen den Wählenden die Freiheit, etwas zu ändern. Etwas, zu dem sie selbst nicht in der Lage sind. In Sofern brauchen die sich nicht beschweren - Sie haben ja selbst keinerlei Beitrag dazu geleistet.

Zitat:
Zitat:
Sicherlich hakt es in der Politik.Und sicherlich gibt es auch Dinge, wo man sich ganz kräftig über Politik und Demokratie aufregen kann. Und sicherlich kann ich manchen Frust verstehen. Aber daraus eben den Totalboykott zu wählen ist undemokratisch noch und nöcher.

Im Gegenteil. Es zeigt, daß die Leute, die dieses Verhalten "undemokratisch" finden, nichts, aber auch rein gar nichts aus unserer Geschichte gelernt haben. Überhaupt nichts. Noch dazu zeigen sie nur zu deutlich, daß sie von Demokratie im Grunde keinen leisen Schimmer haben und viel von ihrem "Willen" zu Gunsten der "politischen Willensbildung durch die Parteien" völlig kritiklos abgegeben haben.

Geschenkt.


Zitat:
Aha... bedeutet also, wenn man die Pest nicht so gerne hätte, muss man Cholera wählen. Mit fremdbestimmter Krankheit darf man nicht, auch wenn die eine so gut oder so schlecht ist wie die andere.
Gewählt wird so oder so jemand. Entweder man kann sich aktiv beteiligen, oder man lässt es bleiben, darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn jemand gewählt wird, den man nicht will.

Zitat:
Zitat:
Diejenigen, die so über unsere Politik oder gar unser demokratisches System meckern, sollten mal eine adäquate Alternative aufzeigen.

Wurde oft genug getan und diese Alternativen sind oft genug an der Blindheit der "zu Wählenden" gescheitert.

So? Dann zeig mir die Alternativen auf, die Milch und Honig im Überfluss versprechen. Da bin ich aber mal gespannt.
Zitat:
Zitat:
Wer nicht wählen geht entzieht sich die Legitimation die Politik zu kritisieren.

Nein, das ist wieder eins der wahlpsychologischen Schlagwörter. Jeder Deutsche hat das absolute Recht, Politik, Dich, seinen Nachbarn oder sonstwen zu kritisieren, ob er nun wählen geht oder die Wahl der Qual Schafen wie z.B. Dir überlaßt. Meiner Meinung nach hat niemand das Recht, Politik zu kritisieren, die er, trotz besseren Wissens und gegen seinen erklärten Willen aus "Gefälligkeit der Demokratie gegenüber" gewählt hat. Derjenige ist schlicht selbst schuld.

Völliger Blödsinn. Aber Du musst es ja wissen...
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Wenn als Ergebnis nur so ein Quatsch wie da oben rauskommt, dann versuche es nochmal von vorn!

Das könnte man Selbsterkenntnis nennen...

Bei dem von mir zitierten Beitrag ganz sicher.

Nicht nur bei diesem Beitrag, bei dem Deinen ebenso. Du hast nämlich gewisse Grundprinzipien der "Freiheit" nicht verstanden.

Nochmal: Wer nicht wählt, nimmt einfach nur sein gutes Recht wahr, den zu Wählenden zu zeigen, daß sie keine Wahl für ihn sind. Niemand, der nicht wählt, "hilft" den Rechten, den Kommunisten oder sonstwem. Das tun nur die, die diese Parteien wählen. Sonst niemand.

Alles andere ist dummes Geschwätz von denen, die selbst nicht mehr weiterwissen und nun einen Schuldigen brauchen, damit ihr eigenes Versagen nicht so offensichtlich wird.

Selbstverständlich habe ich es verstanden. Ich nehme mir die Freiheit, dieses Verhalten zu kritisieren. Die Leute die nicht wählen gehen, nehmen das was sie stört als gottgegeben hin. Die Fresse wird nur in Foren aufgerissen. Wenn diese ihren Volksvertretern genau äußern würden, warum sie nicht wählen gehen, dann könnte ich das Verhalten ja verstehen, aber einfach zu sagen "das korrupte Pack wähl ich nicht" -s Sorry, damit macht Ihr es Euch zu einfach.
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Kabelfreak
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Der Amiga jedenfalls war 1985 etwa wie ein Stück Hardware,
das man der Wüste von Nevada aus
einem abgestürzten UFO geborgen hatte.

joek_de im heiseforum

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26.01.2008, 13:00 Uhr

Holger
Posts: 8093
Nutzer
Zitat:
Original von Maja:
Die Gefahren durch Trotzwähler am rechten Rand lassen sich nur durch eine hohe Wahlbeteiligung annähernd auf Null abschwächen. Durch massenhafte Wahlenthaltung bekommen die allerdings erst so richtig Gewicht. Denn so könnten aus 2,x% - schneller als jedem Wahlverzichter lieb sein kann - auch über 5% werden. Wer unter allen Umständen verhindern will, dass nationalsozialistische Gruppen in diesem Land Regierungsgewalt in die Hand bekommen, der muss wählen gehen.

Da ist sie, die entscheidende Voraussetzung: "Wer unter allen Umständen verhindern will, dass ...". So wie ich das hier herauslesen kann, wollen die Nichtwähler das nicht verhindern. Schon gar nicht "unter allen Umständen". Wer weiß, was das alles beinhaltet. Am Ende noch schlimmeres als ein paar rechte Spinner, die über die fünf-Prozent Hürde kommen.

Sollten sie wesentlich über die fünf-Prozent Hürde kommen, dann sollten sich die etablierten Parteien wirklich mal fragen, was sie da tun, wenn selbst die Stammwähler sie nicht mehr wählen.

Zitat:
Gerade Wahlverweigerer können sich nicht zurück lehnen und behaupten, sie träfe keine Schuld, weil sie nicht gewählt haben. Denn sie haben auch nichts anderes gewählt und somit erst dazu beigetragen, dass die unerwünschte Partei die Hürde überhaupt überwinden konnte. Und sie haben auch nichts dazu getan, dass sich die politische Landschaft im Land ändert. Im Gegenteil.

Moment mal.
Wenn der Einzug der rechtsradikalen Parteien in ein Parlament keine Änderung in der politischen Landschaft ist, was soll dann eine politische Landschaftsveränderung sein, die man mit Wahlen bewirken könnte?

So weit ich das sehen kann, kann man folgende Dinge bewirken:
  • Das prozentuale Verhältnis zwischen den etablierten "demokratischen" Parteien ändert sich geringfügig
  • "nicht-demokratische" Splitterparteien ziehen in das Parlament (oder auch nicht)

    Wenn schon der zweite Punkt keine Veränderung in der politischen Landschaft für Dich darstellt, wüsste ich jetzt gern, was an dem anderen Punkt eine wäre. Oder was der Wähler noch magisches machen könnte, an der politischen Landschaft.

    mfg

    --
    Good coders do not comment. What was hard to write should be hard to read too.

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  • 26.01.2008, 13:00 Uhr

    CarstenS
    Posts: 5566
    Nutzer
    @AmigaPapst:
    > Wo hast du die Werte her?

    http://afp.google.com/article/ALeqM5jtnn_GyVc6EnTI3hiRXYZN62ynXw

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    26.01.2008, 13:13 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Holger:

    Lies bitte noch mal, was ich geschrieben habe. Ich gehe davon aus, dass Du rechnen kannst und dass Du weißt, wie bei Wahlen die Stimmenverteilung ermittelt wird und wie im dt. Bundestag und in Landtagen die Sitze verteilt werden.

    Außerdem sollte man bitte nicht ständig nur davon ausgehen, dass für Protestwähler ausschließich der rechte Rand eine Option darstellt. Ein bisschen Denkarbeit darf man auch von Protestwählern erwarten. Ich schrieb bewusst, wer nicht will, dass extrem Rechte Regierungsgewalt erlangen, wählen gehen muss. Das hast Du gelesen. Der Verstand sollte einem dann schon sagen können, dass man dann natürlich nicht rechts wählt, auch ohne dass man das noch extra dazu schreibt. Und Regierungsgewalt ist nicht gleichbedeutend mit der absoluten Mehrheit. Mit knapp über 5% lässt sich auch im Bundestag nicht viel reißen, aber man sitzt drin und hat intern einen gewissen Einfluss, den diese poliltische Färbung erst gar nicht bekommen sollte. Damit NPD oder DVU dahin kommen, müsste die Wahlbeiteligung schon ins Bodenlose sinken. Und das wünscht sich hier doch hoffentlich keiner?

    [ Dieser Beitrag wurde von Maja am 26.01.2008 um 13:14 Uhr geändert. ]

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    26.01.2008, 13:13 Uhr

    Holger
    Posts: 8093
    Nutzer
    Zitat:
    Original von CASSIUS1999:
    Die Leute die nicht wählen gehen, nehmen das was sie stört als gottgegeben hin. Die Fresse wird nur in Foren aufgerissen. Wenn diese ihren Volksvertretern genau äußern würden, warum sie nicht wählen gehen, dann könnte ich das Verhalten ja verstehen, aber einfach zu sagen "das korrupte Pack wähl ich nicht" -s Sorry, damit macht Ihr es Euch zu einfach.


    Die Gründe dafür kann man in diversen Zeitungen nachlesen, wie auch z.B. im regelmäßig erscheinenden Bericht des "Bund der Steuerzahler", wie auch des Bundesrechnungshofes. Ach ja, die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die regelmäßig neue Gesetze kassieren müssen, von denen noch während der Gerichtsverhandlung neue, schärfere Versionen erlassen werden, auf das erneut geklagt werden muss, sprechen auch eine deutliche Sprache.

    Warum müssen die Nicht-Wähler diese Dinge alle nochmals wiederholen? Wenn schon diesen gewichtigeren Stimmen keine Beachtung geschenkt wird? Wäre mir jedenfalls neu, dass jemals ein Nicht-Wähler von einem Politiker nach seiner Meinung gefragt worden wäre. Außer einem "Du musst wählen gehen, sonst ganz schlimm", bekommt der doch nichts zu hören.

    Was mich gerade daran erinnert, dass es eine Vielzahl von Bürgern in unserem Land gibt, die gerne wählen würden, aber gar nicht dürfen...

    mfg

    --
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    26.01.2008, 13:30 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    Zitat:
    Original von Holger:
    Ach ja, die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die regelmäßig neue Gesetze kassieren müssen, von denen noch während der Gerichtsverhandlung neue, schärfere Versionen erlassen werden, auf das erneut geklagt werden muss, sprechen auch eine deutliche Sprache.


    Na ja. Das ist spätestens seit der Ära Kohl eigentlich "betriebliche Übung". Darin sehe ich allerdings kein gravierendes Versagen der Politik. Niemand kann alles wissen. Gerade deswegen gibt diese höchste Instanz für Verfassungsfragen. Es hat auch den Eindruck, dass die Hemschwelle vor dieses Gericht zu ziehen allgemein gesunken ist. Ich gehe mal nicht davon aus, dass alle alten Gesetze so unbedingt zu 100% verfassungsgemäß sind, bloß weil da noch niemand Beschwerde vor dem BVerfG eingelegt hat. Einiges davon stammt sogar noch aus der Weimarer Republik. Als es das GG noch gar nicht gab.

    Man darf bitte auch nicht vergessen, dass seit geraumer Zeit die meisten Gesetzesinitiativen im Land auf EU-Richtlinen gründen, die in nationales Gesetz umgesetzt werden müssen. Die mittlerweile 25 EU-Länder haben alle eine eigene und voneinander abweichende Verfassungen. So verstoßen schon EU-Richtlinien in manchen Ländern teilweise gegen deren Verfassung. Das macht die Umsetzung nicht einfacher. Dass viele Politiker in Deutschland meinen, man müsse im nationalen Gesetz immer noch eine Schaufel drauf legen, ist ein anderes Thema.

    Übereifer und vorauseilender Gehorsam ist hier ein nationaler Gendefekt. ;)

    Zitat:
    Wäre mir jedenfalls neu, dass jemals ein Nicht-Wähler von einem Politiker nach seiner Meinung gefragt worden wäre. Außer einem "Du musst wählen gehen, sonst ganz schlimm", bekommt der doch nichts zu hören.

    Das ist lustig. Wie erfahren Politiker, wer nicht gewählt hat, dass sie einen davon was fragen können? Bisher dachte ich, in Deutschland würden geheime Wahlen durchgeführt. I-)

    [ Dieser Beitrag wurde von Maja am 26.01.2008 um 13:30 Uhr geändert. ]

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    26.01.2008, 21:15 Uhr

    Holger
    Posts: 8093
    Nutzer
    Zitat:
    Original von Maja:
    Na ja. Das ist spätestens seit der Ära Kohl eigentlich "betriebliche Übung".

    Und da wundert sich einer noch über nicht-Wähler...
    Zitat:
    Darin sehe ich allerdings kein gravierendes Versagen der Politik. Niemand kann alles wissen.
    Du hast natürlich Recht, ein Landes-Politiker muss ja nicht wissen, wenn ein ähnliches Gesetz in einem anderen Bundesland oder auf Bundesebene schon kassiert wurde, ist ja nicht sein Bier, gleiches gilt für Bundespolitiker bezügl. der auf Landesebene kassierten Gesetze.
    Ein Politiker ist natürlich auch nicht verpflichtet, die Urteile der Verfassungsgerichte zu verfolgen oder Zeitung zu lesen.
    Spätestens, wenn dann auch noch die im Bundes- oder Landtag von anderen Politikern vorgetragenen Verfassungsverstöße des zu beschließenden Gesetzentwurfs an ihm vorbeigehen, kann man sich schon mal Fragen, was seine Existenzberechtigung (und somit mein Grund, ihn zu wählen) sein soll.

    Na gut, man kann alles noch toppen, Zitat "ich habe dafür gestimmt, weil es ja eh wieder vom Verfassungsgericht kassiert wird"...

    Aber deswegen jetzt zu meinen, man könne dann das geringere Übel wählen, ist weit hergeholt. Nur weil Anti-Terror-Rolli meint, Menschenrechte haben sich dem Anti-Terror-Kampf unterzuordnen, heißt das ja nicht, das ein potentieller Innenminister einer anderen Partei das anders sehen würde. Ihn fragt heut nur keiner, weil angesichts der Besetzungsalgorithmen für Ministerposten sowieso keiner vorhersehen kann, welcher Politiker von den anderen Parteien denn im Falle eines Falles Innenminister werden würde.

    Zitat:
    Das ist lustig. Wie erfahren Politiker, wer nicht gewählt hat, dass sie einen davon was fragen können? Bisher dachte ich, in Deutschland würden geheime Wahlen durchgeführt. I-)

    Die andere Botschaft ("Wählen ist wichtig") schaffen sie ja auch, an die Adressaten zu übermitteln. Da wäre es genauso einfach, "Wir wollen Deine Meinung hören", an dieselbe Zielgruppe zu übermitteln.

    Es werden eh alle Wahlberechtigten angeschrieben (so weit geht die Geheimhaltung ja nu auch nicht...). Da könnte man problemlos Fragebögen zum freiwilligen Einschicken beilegen. Muss man aber, wie gesagt, gar nicht, die Punkte sind eh hinlänglich bekannt.

    mfg

    --
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    26.01.2008, 22:38 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    Ach Holger. Zynismus ist ja ganz nett. Für sich allein aber leider nichts weiter als selbstgerecht. Soll heißen. Du machst es Dir da ziemlich einfach. Mit lethargischem Konjunktiv wird man jedenfalls keine Probleme lösen können. Denn "dumm laufen" könnte alles was man macht. Egal worum es sich handelt.

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    27.01.2008, 04:38 Uhr

    jochen22
    Posts: 1139
    [Benutzer gesperrt]
    @Holger

    Anti-Terror-Rolli

    ??? Nettiquette ???

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    27.01.2008, 05:44 Uhr

    Gurujaeger
    Posts: 164
    Nutzer
    Zitat:
    Original von Maja:
    Wer unter allen Umständen verhindern will, dass nationalsozialistische Gruppen in diesem Land Regierungsgewalt in die Hand bekommen, der muss wählen gehen.


    Nein,das braucht man nicht.

    Denn diese Organisationen (nationalsozialistische Gruppen) sind seit 1945 durch alliiertes Recht und seit 1949 mit Entstehen der Bundesrepublik Deutschland (BRD) durch bundesdeutsches Recht verboten! ;)

    Bis zu einem gerichtlichen Verbot (Wie z.B. bei der KPD) gelten solche Gruppen als verfassungskonforme demokratische Extreme,ganz gleich ob das einem gefällt oder nicht! :nuke:

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    27.01.2008, 11:22 Uhr

    whose
    Posts: 2156
    Nutzer
    Hm, ich sehe schon, ganz ohne weitere Erläuterungen geht es wohl nicht.

    Das "Problem" mit den Nicht-Wähler ist definitiv nicht, daß selbige nicht wählen gehen. Das Problem ist, daß diese Nicht-Wähler keine Wahl haben. Es ist, wie schon zwei Mal aufgeführt, für sie nur die Wahl zwischen Pest und Cholera möglich und Beschränkung der Wahlfreiheit ist keine demokratische Wahl. Man muß die Wahl haben, nicht zu wählen, wenn einem die gebotene Auswahl nicht ausreicht.

    Also, auf der einen Seite haben wir der Demokratie "verschriebene" Politiker, die dermaßen fest im Sattel sitzen, daß sie Nachdenken, verantwortungsvolles und handwerklich geübtes Handeln, Moral, Sitte und Brauchtum für unnötig oder gar bedeutungslos erachten. Immer wieder schön bei diversen inhaltsleeren Wahlkampf-Reden, Interviews, und sogar (oder gerade?) bei Gesetzen und Reden vor dem Parlament zu sehen.

    Zum Vergleich sollte man einmal Helmut Schmidt heranziehen.

    Dann bilde man sich ein Urteil, wer sich wohl mehr Gedanken um dieses Land und seine Menschen macht und etwas vom politischen Handwerk versteht. Ich bin da ganz ehrlich: Würde Helmut Schmidt noch einmal für die Wahl zum Bundestag antreten, ich würde ihn wählen, und wenn er als Kandidat der DVU mit Menthol-Kippe auf dem Zahn anträte.

    Auf der anderen Seite haben wir radikale Parteien, ob der Demokratie herzlich zugetan oder nicht steht hier, wie Gurujaeger schon anmerkte, überhaupt nicht zur Debatte. Sie stehen auf den offiziellen Wahlzetteln und sind demnach wählbar, egal, wie wenig das den Lemmingen der etablierten Parteien gefällt. Dazu kommen noch Splitterparteien, über deren Wahlprogramm oder Demokratieverständnis man sicher trefflich streiten kann.

    So, da steht er nun also, der Nicht-Wähler, und soll sich nun aus diesen beiden Lager "was Feines raussuchen". Was soll er nehmen?

    Parteien, die, statt Lösungen zu präsentieren oder wenigstens den Willen zur Änderung überzeugend darzustellen, die schon vor 30 Jahren als unprobat erkannten "Stilmittel Deutscher Politik" bis zum Erbrechen auswalzen, keine Hemmungen dabei zeigen, sich selbst und ihre Spezis zu bevorteilen und noch dazu "im Betrieb herumpfuschen wie ein kürzlich durch glückliche Fügung zu seinem Diplom gelangter Volkswirtschaftsstudent als spontane Vertretung des Geschäftführers"?

    Oder die Parteien, die sich "doitschen Traditionen" verpflichtet fühlen, wider besseren Wissens? Parlamentarische Jogi-Flieger, denen die Lösung aller sozialen und volkswirtschaftlichen Problem sicher ohne weiter nachzudenken zuzutrauen ist?

    Wer jetzt ankommt und sagt "Ja, aber wenn Du nicht wählst, dann haben wir bald die braune Suppe im Bundestag" der hat schlicht und ergreifend nichts kapiert.

    Er hat nicht kapiert, daß er sich von seinen politischen Idolen instrumentalisieren läßt, Idole, die sich ihre (schlampige) Arbeit stark vereinfachen, indem sie schlicht falsche Argumentationen in die Wählerköpfe hämmern und lieber mit gefährlicher Psychologie Stimmen fangen als mit einer wirklich durchdachten Politik.

    Er hat nicht kapiert, daß es das verdammte Recht dieser "braunen Suppe" ist, im Bundestag zu sitzen, wenn sie mit ihrem Wahlprogramm genug Stimmen fängt.

    Er hat nicht kapiert, daß Protestwähler (nein, das sind keine Nicht-Wähler) die "braune Suppe" nicht wegen ihres tollen Programms wählen, sondern weil die etablierten, dauergewählten großen Volksparteien seit etlichen Jahrzehnten eine Politik gegen ihre Wähler machen und er (der Protestwähler) es an der Zeit findet, auf diese Art auf die Mißstände aufmerksam zu machen.

    Das ist sein gutes Recht und es ist auch wesentlich einfacher, als zu versuchen, mit den unerreichbaren "Volksvertretern" direkten Kontakt aufzunehmen und mit diesen über die Mißstände in der Politik zu diskutieren.

    Jetzt kommt das Dumme: In den vergangenen Jahrzehnten (nicht mehr lange und es ist ein ganzes Jahrhundert der Merkbefreitheit!) hat man schlicht nicht gelernt, das Zeichen, welches das Erstarken der "braunen Suppe" setzt, richtig zu deuten. Es wäre auch denkbar, daß man es momentan auch gar nicht richtig deuten will, denn eine Radikalisierung einer Minderheit macht sich immer prima, um gewisse Vorhaben durchzusetzen, deren demokratische Grundlage man bedenkenlos anzweifeln kann. Man denke da nur an Herrn Schäuble. Aber ich schweife ab...

    Seis drum, ich gehe mal davon aus, daß Politiker in Deutschland und deren treues Wahlvolk schlicht zu dumpf geworden sind, um diese Zeichen korrekt zu deuten. Das sie es nicht tun, kann man sehr schön an ihrer Regierungsarbeit bzw. der Schlagwort-Nachplapperei beobachten.

    In der Politik macht man weiter wie gehabt, denn das bisherige Prozedere war immer sehr lohnend, sowohl direkt finanziell als auch in Hinblick auf finanziell durchaus lohnende Perspektiven für die Zeit nach dem Bundestag. Die ganze Schlamperei beim Tagesgeschäft, die sinnlos zum Fenster rausgefeuerten Millionen für "handwerkliche Beratung", Klüngel usw. gehören inzwischen auch zum "gewohnten Prozedere".

    Das Wahlvolk stürzt sich mit Wonne auf alle wahlpsychologischen Gemeinplätze, die "irgendwie" überzeugend, cool oder wenigstens demokratisch klingen. Die Senkung der Lohnnebenkosten war z.B. so eine Sache und wurde von Volker Pispers (Kabarettist, googlen) wunderbar erklärt. Er erklärt auch ganz nebenbei, wie sauber ihr, die treuen Wähler und Verfechter einer nazi-totschweigenden Demokratie, dabei über den Löffel barbiert wurdet und nicht einmal im Ansatz darüber nachgedacht habt, was man Euch da eigentlich servierte. Wozu auch, klang ja sehr überzeugend, oder? Wozu dann noch darüber reflektieren?

    Man erkennt bei den Etablierten zwar, daß die Parteien des rechten Spektrums gewisse Erfolge verzeichnen können, bezieht das (und ich vermute: absichtlich) aber nicht auf die eigene Politik. Es macht sich bei den Wahlen ja auch nicht gut, wenn man zugeben muß, daß die "demokratieunfähigen Ossis" eventuell Gründe haben könnten, es diesmal mit dem anderen Extrem zu versuchen. Wird allerdings auch (berechtigterweise, noch sitzt man ja recht fest im Sattel und kann ziemlich fest mit der Beschränktheit der eigenen Wähler rechnen) als nicht gar so dringlich empfunden, bis zur 5%-Hürde ist es doch noch ein recht weiter Weg für diese Parteien und die ostdeutsche Wirtschaft ist sicher in "demokratischer" Hand, dank Helmut K. aus O.

    Was den etablierten Parteien allerdings wirklich mächtig stinkt ist, daß es ihnen nicht gelingt, die Nicht-Wähler dazu zu bewegen, eine Stimme für die eigene Partei abzugeben. Und man ist mehr oder weniger ratlos, wie man das aufwandsarm anstellen soll.

    Das Problem ist nämlich, daß eine Veränderung des Wahlverhaltens des Volkes bei den zu Wählenden beginnen müßte, diese aber Nachteile in Sachen "lohnende Perspektiven für die Zeit nach dem Bundestag" nach sich ziehen könnte. Noch dazu bedeutet es noch mehr Arbeit als man sich so schon ans Bein gebunden hat (natürlich neben der politischen Tätigkeit). Also was tun? Da kommt die Erfindung aus den frühen 80ern gerade recht, denn die bedeutet wenig Arbeit und klingt immer prima und wahnsinnig demokratisch:

    "Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme für Nazis"

    Blühender Unsinn, aber einigermaßen wirksam. Dank Nazi-Reflex.

    Was bedeutet denn eine nicht abgegebene Stimme? Sie bedeutet nur, daß keine der Parteien diese Stimme bekommt. Die CDU/CSU nicht, die SPD nicht, die FDP nicht und die Grünen auch nicht. Und die NPD oder die Linke erst Recht nicht! Der Nicht-Wähler trägt keinerlei Verantwortung dafür, daß es der NPD besser gelingt, ihr Wahlvolk zur Wahl zu bewegen, als den etablierten Parteien. Er trägt auch in keinster Weise Verantwortung dafür, daß dadurch in einem geringen Maße mehr Direktmandate für den "rechten Dreck" zustande kommen. Die Verantwortung dafür liegt einzig und allein bei den Parteien, die nicht in der Lage sind, mit ihrer Regierungspolitik Stimmen zu mobilisieren und diese Tatsache mit Hilfe von Sündenböcke zu verbergen suchen.

    Prima ist in diesem Zusammenhang, daß der Deutsche im 21. Jahrhundert immer stärker dazu übergeht, überhaupt nicht mehr über öffentlich Gesagtes/Geschriebenes nachzudenken, sondern es, wenns "wichtig, toll, modern, blah..." klingt, völlig unreflektiert zu übernehmen und zu verbreiten (das "Deppenapostroph" ist nur ein Beispiel einer schier unglaublich langen Kette solcher unreflektierten "Übernahmen").

    Da ist so ein Satz wie oben natürlich geradezu eine Wunderwaffe. Man lenkt einerseits vom eigenen Versagen ab, man hat einen prima Sündenbock, man hält das eigene Wahlvolk mit wenig Aufwand bei der Stange und die dummen Schafe plappern das auch noch willig nach (weil kurz, einprägsam und klingt halt wahnsinnig demokratisch) und die Masse machts eben. Da kommen dann schon noch genug Stimmen zusammen...

    Mir sind hier einige Beiträge aufgefallen, die am Kern der Sache, aus den oben genannten Gründen (u.A. unreflektiertes Nachplappern) völlig vorbeirauschen. Die möchte ich aber nicht alle kommentieren, sonst wird das hier ein Roman.

    Wichtig war und ist mir, darauf aufmerksam zu machen, daß nicht Nicht-Wähler die Schuldigen an der Misere (seis aktuelle Politik oder rechts-/linkspopulistische oder gar radikale Parteien in diversen Landtagen) sind, sondern einzig und allein die Politik selbst.

    Es ist Aufgabe der Politik, den Wähler von ihrer Wählbarkeit zu überzeugen.

    Wenn sie dabei versagt und über steigendem Wahlverdruß die Demokratie zum Teufel geht, wer trägt dann die Schuld? Wer hat dann versagt? Der Nicht-Wähler? Nein, die Politik. Der Nicht-Wähler (oder Wähler des "braunen Drecks") hat dann das getan, wozu Demokratie u.A. dient: Er hat als Souverän seinen Willen zum Ausdruck gebracht und wenn der Wille heißt "weg mit der etablierten Demokratie" dann ist das erklärter Wille des Souveräns. Fertig, Ende, Aus. Da gibt es keine Schuld beim Wähler, dann hat die demokratische Politik schlicht und ergreifend jämmerlich versagt (wie bereits ein Mal geschehen und größtenteils verdrängt oder unreflektiert verklärt).

    Es ist nicht die Aufgabe des Wählers, der Politik die Wahl zu vereinfachen, indem er sich auf max. 4 "wählbare" Parteien beschränkt, weil angeblich nur diese den moralischen Wert der Demokratie im Sinne des Volkes hochhalten. Oder im absoluten Notfall auf "irgendeine der Splitterparteien" zurückzugreifen, Hauptsache, sie ist "demokratisch". Nein, das ist nicht die Pflicht des Wählers. Und schon gar nicht die des Nicht-Wählers.

    Wer das glaubt, hat von Demokratie ungefähr so viel Ahnung wie ein brasilianischer Urwald-Indianer von japanischer Schmiedekunst und ist in meinen Augen absolut unberechtigt, Nicht-Wähler zu kritisieren.

    Demokratie in dem Sinne, wie es einem in der Schule erzählt wird, funktioniert definitiv nicht, wenn dem Wähler quasi vorgeschrieben wird, in welcher Form er seinen Willen zum Ausdruck bringen darf. Dann hätte die DDR besser die BRD übernommen, die kannten sich mit sowas wenigstens wirklich gut aus.

    Man könnte es noch härter ausdrücken und sagen, daß jemand, der anderen die Wahl quasi vorschreiben will, eigentlich nicht einmal wählen dürfte, aber das wäre nun absolut undemokratisch.

    Als psychologisches Schlagwort würde es sich aber gut machen, oder? Ja, auch das wurde schon mal im Wahlkampf verwendet, von einem Kandidaten einer etablierten, "demokratischen" Partei...

    In diesem Sinne, denkt bitte etwas mehr über das nach, was ihr jeden Tag von Politik, Medien, "Bekannten" oder "Freunden" so vorgesetzt bekommt, bevor ihr es in die eigenen Gedankenwelt übernehmt und anderen Menschen um die Ohren (bzw. Augen) haut.

    Grüße

    --
    ---

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    27.01.2008, 13:29 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    Zitat:
    Original von whose:
    Hm, ich sehe schon, ganz ohne weitere Erläuterungen geht es wohl nicht.

    Das "Problem" mit den Nicht-Wähler ist definitiv nicht, daß selbige nicht wählen gehen. Das Problem ist, daß diese Nicht-Wähler keine Wahl haben. Es ist, wie schon zwei Mal aufgeführt, für sie nur die Wahl zwischen Pest und Cholera möglich und Beschränkung der Wahlfreiheit ist keine demokratische Wahl. Man muß die Wahl haben, nicht zu wählen, wenn einem die gebotene Auswahl nicht ausreicht.


    Danach habe ich aufgehört zu lesen. Du redest es Dir so zurecht, wie Du es sehen willst. Wenn Du den etablierten Parteien deutlich machen möchtest, dass Du sie für "Pest und Cholera" hälst, dann wirst Du das mit Wahlenthaltung ganz sicher nicht erreichen. Im Gegenteil. Du wirst nicht mal wahrgenommen. Aber wenn es Dir so sehr gefällt, bitt. Darüber werden die sich freuen. Denn auf ihre Stammwählerschaft können die sich felsenfest verlassen. Und mit jeder nicht abgegebenen Stimme wächst deren Gewicht. Den Parteien kann es egal sein, ob sie per tatsächlichem Volkes Wille an die Macht kommen oder nur mit Hilfe der Mathematik. Im Gegenteil. Die freuen sich über jeden, der nicht zur Wahl geht. Den brauchte man gar nicht erst überzeugen und seine Stammwähler muss man nicht mehr überzeugen.

    In diesem Sinne. Denke bitte etwas mehr nach und gehe nicht den für dich bequemsten Weg. Momentan hat es den Anschein, dass Du deine mentale Kraft allein darauf vewendest zu erkären, warum man gar nicht über Politik nachdenken braucht. Für eine Meinung alá "hat eh alles keinen Sinn" muss man seinen Kopf nicht anstrengen. Die bekommt man an jedem Eckkneipen-Stammtisch frei Haus geliefert.

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    27.01.2008, 13:56 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Gurujaeger:

    Was willst Du uns in deiner überragenden Weißheit in einer Diskussion über das Thema Wahltenhaltung sagen? Du bist Dir sicher, dass die nie mehr an die Macht kommen können? "Die schaffen es eh nicht", hat sich schon mal als Trugschluss herausgestellt. Du kannst rechnen? Dann rechne Dir mal aus, wie erschreckend wenig Stimmen bei einer Wahlbeteiligung unterhalb von 40% aller Wahlberechtigten schon für die absolute Mehrheit reichen würden. Angesichts des Ergebnisses immer noch so cool drauf? Ist Dir egal, ob es Dir gefällt oder nicht? So weit kommt es nichtg, denn wir sind ein aufgeklärtes Volk? Wo so wehement pro Wahlenthaltung argumentiert wird, kann von aufgeklärt kaum die Rede sein.


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    27.01.2008, 14:40 Uhr

    Flinx
    Posts: 1073
    Nutzer
    [quote]
    Original von Maja:
    Zitat:
    Danach habe ich aufgehört zu lesen.

    ...

    Denke bitte etwas mehr nach und gehe nicht den für dich bequemsten Weg.


    Das sollte Dir jetzt aber wenigstens ein bißchen peinlich sein.
    Wolfgang hat hier offensichtlich etwas intensiver nachgedacht und sich auch noch viel Zeit genommen, seine Meinung zu "Papier" zu bringen.
    Wenn Du da so leichthin darüberweggehst, kannst Du nicht erwarten, sonderlich ernstgenommen zu werden.

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    27.01.2008, 14:54 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Flinx:

    Wenn Du jemanden von etwas überzeugen willst, versuche es mit Argumenten. Nicht mit Einschüchterungsversuchen.

    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

    27.01.2008, 14:58 Uhr

    Flinx
    Posts: 1073
    Nutzer
    @Maja:

    Ich will Dich hier doch gar nicht überzeugen.
    Aber wenn ein durchdachter Beitrag dasteht und derart oberflächlich damit umgegangen wird, stört mich das schon.

    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

    27.01.2008, 16:05 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Flinx:

    Ich betrachte diesen Beitrag nicht als durchdacht. Nicht weiter gelesen zu haben, bedeutet nicht, gar nicht draufgeschaut zu haben.

    Wo wird das denn mal konkret? Da will jemand überzeugt werden? Von was denn genau? Wie sollen die geforderten Lösungen für was aussehen? Und würde das dann auch Dich und genug andere überzeugen können, damit es dann auch gewählt wird und umgesetzt werden kann? Es wird niemandem eine Partei gebacken werden, die ausschließlich seinen Vorstellungen entspricht. Der Vergleich mit der DDR sagt mir jedenfalls, dass da jemand das System parlamentarische Demokratie nicht verstanden hat. Aus einer Vielzahl von Parteien wählen zu können, bedeutet zuerst mal für sich einen Kompromiss zu finden. So zu tun, hätte man keine Wahl, nur weil man da nichts findet, was einem zu 100% zusagt. DAS ist der bequeme Weg. Wenn alle so denken würden, würde niemand mehr wählen gehen. Oder kann es eine Partei geben, die Allen Alles recht macht? Selbst in der Schweiz herrscht nicht allumfassende Gelückseligkeit, obwohl dort weitestgehend Basisdemokratie praktiziert wird. Was ein Problem ist und wie es gelöst werden könnte, darüber haben Menschen nun mal völlig verschiedene Ansichten.

    Es gibt hier nicht nur CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke. Von wegen "Pest und Cholera". Gerade wer denen zeigen will, dass er nicht mit deren politischen Vorstellungen einverstanden ist, sollte wählen gehen, statt das hilflose Opfer zu spielen. Gar nicht hingehen, wird deren Selbstverständnis nur stärken. Das ist simpelste Mathematik. Das ändert sich auch durch stures Ignorieren dieser unangenehmen Tatsache nicht.

    Das Argument anderer hier, durch allzu viele Protestwähler könnte die extrem Rechte an Oberwasser gewinnen, lasse ich nicht gelten. Jeder der das befürchtet und gleichzeitig nicht mit den etablierten Parteien einverstanden ist, hat die Möglichkeit daran mitzuwirken, genau das zu verhindern. Es gib auch als Alternative nicht nur die extrem Rechte. Zu sagen, man könne ja nicht wissen, welche Politik eine Partei letztenendes machen wird und es könne noch schlimmer werden, wenn zu viele dieselbe Alternaitve wählen, ist ebenfalls kein Argument. Das trifft imgrunde auf alle Parteien zu. Man kann niemandem in den Kopf gucken. Von Rütgers hatte man sich in NRW auch mehr versprochen. Von daher dürfte keiner mehr wählen gehen. Was danach kommt, wird noch weniger angenehm sein als das, was wir jetzt haben.

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    27.01.2008, 16:14 Uhr

    Holger
    Posts: 8093
    Nutzer
    Zitat:
    Original von Maja:
    Wenn Du den etablierten Parteien deutlich machen möchtest, dass Du sie für "Pest und Cholera" hälst, dann wirst Du das mit Wahlenthaltung ganz sicher nicht erreichen. Im Gegenteil. Du wirst nicht mal wahrgenommen.

    Komisch. Irgendwie liest sich das so, als wolltest Du behaupten, dass man im Umkehrschluss bei Teilnahme an der Wahl wahrgenommen werden würde. Bzw. dass man also den etablierten Parteien deutlich machen kann, dass man sie für "Pest und Cholera" hält, in dem man sie wählt? Oder war Dein Statement ein Plädoyer für das Wahlen der nicht-etablierten Parteien an einem der extremen Enden?!

    mfg

    --
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    27.01.2008, 16:58 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Holger:

    Unser Philosoph. ;)

    Man muss sich kein "extremes Ende" aussuchen, um den Etablierten einen Denkzettel zu verpassen. Man sollte sich aber eine Alternative aussuchen, wenn man ihnen überhaupt deutlich machen will, dass man mit ihrer Politik nicht einverstanden ist. Denn nicht abgegebene Stimmen bewirken keinen irgenwie gearteten Denkprozess, weil sie im Ergebnis nicht wahrgenommen werden. Gewonnen ist gewonnen. Ob nun mit real mehr Wählerstimmen oder durch eine niedrige Wahlbeteiligung juckt da keinen.

    Komm bitte von dem Gedanken runter, Wahlen wären eine Sache von Individualität.

    [ Dieser Beitrag wurde von Maja am 27.01.2008 um 16:58 Uhr geändert. ]

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    27.01.2008, 17:43 Uhr

    Gurujaeger
    Posts: 164
    Nutzer
    Zitat:
    Original von Maja:
    Was willst Du uns in deiner überragenden Weißheit in einer Diskussion über das Thema Wahltenhaltung sagen?


    Deine Dummheit quiescht.

    Oder

    Warum hältst du nicht einfach dem "Mund" zu Themen wo du nicht mal die Grundlagen zu deinen eigenen "Argumenten" drauf hast?

    Im übrigen ist deine Bezeichnung welche ich genötig wurde zu korrigieren strafbewährt mit bis zu 3 Jahren Haft ersatzweises Strafgeld bis zu 50000 Euro.

    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

    27.01.2008, 17:58 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    @Gurujaeger:

    Wie jetzt? Du hast doch behauptet, man müsste nicht wählen gehen, um wachsenden Einfluss z.B. der NPD auf die Politik im Land zu verhindern und hast dazu auf "Grundlagen" verwiesen, die im Kontext keine Rolle spielen. Mehr kommt da nicht von Dir, außer den Angepissten zu spielen, wenn man da mal genauer nachhakt? Es ist Dir egal wer regiert, selbst wenn es denn eigentlich gar nicht geben dürfte und bloß noch nicht verboten wurde?

    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

    27.01.2008, 19:35 Uhr

    _PAB_
    Posts: 3016
    Nutzer
    Sehr schön - der Spenden-Koch kann nicht mehr alleine regieren.
    Ich wäre froh, wenn endlich mal in der Geschichte dieses Landes eine Minderheits-Regierung zustandekommt, die ihre Politik vor den kritischen Augen der anderen Parteien (insbesondere der Linken) "verkaufen" muß.
    Nur eine Regierung, die auf das Wohl der Opposition angewiesen ist, wird auch wirklich nur zum Wohle des Volkes regieren, da alle Ungerechtigkeiten zwangsläufig am "Veto" der Mehrheit scheitern können.

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    27.01.2008, 21:15 Uhr

    Maja
    Posts: 15429
    Nutzer
    Zitat:
    Original von _PAB_:
    da alle Ungerechtigkeiten zwangsläufig am "Veto" der Mehrheit scheitern können.


    Du gehst davon aus, dass die Mehrheit als ungerecht empfindet, was Du als ungerecht empfindest? Das könnte ein Irrtum sein.


    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]

    27.01.2008, 23:19 Uhr

    CarstenS
    Posts: 5566
    Nutzer
    So, jetzt ist sicher, dass die Linke ins hessische Parlament einzieht. Und die CDU wird wahrscheinlich stärkste Partei.

    Wenn nicht irgendeine Partei "brutalstmöglich" umfällt, wird es Neuwahlen geben.

    [ - Antworten - Zitieren - Direktlink - ]


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