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amiga-news.de Forum > Get a Life > Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009 [ - Suche - Neue Beiträge - Registrieren - Login - ]

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07.09.2009, 18:08 Uhr

MaikG
Posts: 5172
Nutzer
Zitat:
Original von Holger:
Nachtrag:
Falls noch Zweifel an den Regierungsqualitäten der FDP bestehen:


Okay, danke.
Aber warum bleiben einige der Linken so wichtigen abstimmungen
fern? Ist auch keine Qualität.

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07.09.2009, 18:16 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von MaikG:
Aber warum bleiben einige der Linken so wichtigen abstimmungen
fern? Ist auch keine Qualität.

Sehe ich auch so.
Fernbleiben ist noch schlimmer als Stimmenthaltung.

Wem dieses Thema wirklich wichtig ist, kommt eigentlich nicht an der Piratenpartei vorbei.

Dass man seine Stimme verschenkt, muss man auch nicht befürchten, schließlich wird das ohnehin eine Wahl zwischen Schwarz/Gelb (sehr wahrscheinlich) oder noch einer Runde GroKa.

Und eigentlich wäre es widersinnig zu glauben, für die kommende Regierung das Zünglein an der Waage sein zu können und gleichzeitig zu bezweifeln, eine neue Partei über die 5%-Hürde bringen zu können.

mfg

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07.09.2009, 18:24 Uhr

DrZarkov
Posts: 702
Nutzer

Zitat:
Original von DrZarkov:
Die DDR ist aus gutem Grund gescheitert, vor allem weil die Regierung die eigenen Bürger nicht ernst genommen hat und autoritär von oben herab regierte.

...und der wesentliche Unterschied zur jetzigen Bundesregierung ist?

Gut erkannt! Und genau da sehe ich das Problem! Noch sind wir nicht soweit wie im November 1989, aber wie man damals gesehen hat, kann so etwas sehr schnell gehen. Oder wer hätte im November 1988 ernsthaft den Untergang der DDR für möglich gehalten?

Die BRD hat zwar über die DDR "gesiegt", aber es nicht geschafft, aus den Fehlern des "Besiegten" zu lernen. Die alte BRD wird untergehen, bzw. ist bereits untergegangen. In Verbindung mit der immer schlimmer werdenden Wirtschaftskrise (auch wenn vor der Wahl anderes behauptet wird) ist es halt spannend ob es Veränderungen im System geben wird, oder ob der Status Quo durch einen faschistoiden Überwachungsstaat zementiert werden wird.
--
Dr. Zarkov

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07.09.2009, 18:34 Uhr

DrNOP
Posts: 4118
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@Maja:
Interessanterweise hast du bei der ganzen Aufzählung, wer nicht ohne wen kann vergessen zu erwähnen, ob die einzelnen Mitgliedsstaaten ohne einander könnten ... ;)

Ich denke nicht, daß die Schweiz ein Problem damit hätte, mit jedem Staat einzeln Verträge zu schließen anstatt mit der EU als ganzes.

Sie hat auch schon vor dem Euro gute Geschäfte mit Devisen gemacht. Da hatte sie sogar noch mehr Auswahl, weil sie in D-Mark, Franc, Lire und wie sie alle hießen anlegen konnte. Ich sehe nicht, was der Euro hier für einen Vorteil gebracht hat.

Und eine weltweite Krise hat nun mal die Eigenschaft, weltweit zu sein. Was du uns damit sagen willst, daß auch die Schweiz was davon abbekommen hat wovon jeder seinen Anteil abbekommen hat weiß ich nun auch nicht. Außer vielleicht, daß es im Endeffekt doch wurscht ist ob ein Staat Mitglied in der EU ist oder nicht?

Und von wegen das Volk darf nur bei unwichtigem Abstimmen, weil es von Wichtigem keine Ahnung hat: Unsere Politiker haben auch keine Ahnung und bezahlen deshalb irgendwelche Berater, die halt das Erzählen was ihnen am besten in den Kram paßt. Ich kann mich also ärgern, daß ich früher irgendwann mal was falsches gewählt habe. Entweder bei der direkten Abstimmung über ein Thema, oder bei der Wahl meines Volksvertreters...

Steht da nicht irgendwo "alle Macht geht vom Volke aus"? Da steht nicht "alle Macht geht von dem Teil des Volkes aus, der Ahnung hat", noch weniger steht da "alle Macht geht vom Volke aus - außer bei Entscheidungen, die eine Bedeutung haben".

Wenn einem die Entscheidungen, die ein Volk trifft, nicht gefallen dann kann man entweder dafür sorgen, daß das Volk in seiner Gänze besser informiert ist, damit es nicht noch mehr dumme Entscheidungen trifft - oder man muß damit leben, falls das Volk seinen eigenen Untergang beschließt. Ich habe mit beiden Möglichkeiten kein Problem.
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07.09.2009, 21:07 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Ob Schweiz, Dänemark oder irgend ein anderes demokratisch regiertes Land ist wurscht. Es ist nirgendwo nur besser und in Deutschland ist es nicht nur schlechter. Man kann sich natürlich immer auch an Einzelheiten hochziehen. Das wird ganz gern gerade mit den Einzelheiten so gemacht, die einen persönlich überhaupt nicht tangieren, womit auch eine Änderung im eigenen Land keine Risiken für das subjektive Wohlempfinden birgt. Soviel dazu.

Abgesehen davon triff nicht "das Volk" irgendeine Entscheidung. Sowohl bei Wahlen als auch bei Volksabstimmungen treffen Individuen rein persönliche Entscheidungen. Insofern ist die Mähr vom Volksentscheid in jeder Form von Demokratie allerhöchstens eine schöne Fassade, hinter der sich ggf. die Poltik ihre Hände in Unschuld waschen könnte.

Was vor etwas mehr als 2000 Jahren ja auch schon mal geschehen ist. ;)

Wer aber Demokratie als Staatsform - gleich in welcher Erscheinungsform - für gut und richtig hält, der muss nun mal mit Mehrheitsentscheidungen leben können. Auch dann, wenn diese Mehrheitsentscheidung nicht dem entspricht, was er sich persönlich gewünscht hat. Ein von den eigenen Vorstellungen abweichende Entscheidung kategorisch als ein Produkt von Ahnungslosigkeit oder gar Dummheit zu betrachten, ist eine zutiefst undemokratische Geisteshaltung. Wenn in dem Zusammenhang nach "mehr Aufklärung" gerufen wird, muss ich intuitiv an Konditionierung denken.

Es sei denn, jemand erklärt offen, er würde nur aus Trotz so entscheiden. Da ist ein gewisser Informationsmagel dann tatsächlich offensichtlich. ;)

Wie wärs aber mal mit konkreter Politik? Die Schweiz wurde als Positivbeispiel genannt. Wenn man tatsächlich Schweizer Verhältnisse anstrebt, wären die Abschaffung des ges. Kündigungsschutzes und die Privatisierung des Gesundheitswesens bei Abschaffung der Arbeitgeranteils zum Krankenkassenbeitrag nebst Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern ohne eigenes Einkommen doch naheliegende Alterntiven zum dem, was derzeit in Deutschland u.a. ja so im Argen liegen soll. Immerhin gehört das alles zum Positivbeispiel Schweiz, die als poliltisches System doch offenbar als sehr erstrebenswert betrachtet wird. Oder geht es wieder mal nur darum, sich die vermeintlichen Rosinen rauszupicken? Dann sei daran erinnert, dass auch Voksabstimmungen wahrscheinlicher zu Ergebnissen führen können, die sich mit den eigenen Vorstellung von gut und richtig überhaupt nicht decken, als dass alle damit glücklich wären.

Ach ja, übrigens. Es wäre das erste Mal, wenn alles so bleiben würde wie es ist. In Wahrheit hat sich gerade in Deutschland seit Gründung der Republik kaum jemals in so kurzer Zeit so viel verändert, wie in den vergangenen 11 Jahren. Die Wiedervereinung mal außen vor gelassen.


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07.09.2009, 21:08 Uhr

Mr_Blues
Posts: 347
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@Andreas_B
naja wenn Du der Meinung bist, daß das Volk NIE gefragt werden soll, wander doch gleich nach Myanmar/China/Nordkorea oder so aus...

@Maja
na dann wollen wir Dich mal in Dänemark mit fast doppeltem Gehalt wie hier sehen. Ich glaub, die Dänen sind immer noch ganz zufrieden mit ihrer Krone und auch der Steuersatz ist relativ, denn schließlich wird dadurch das Gesundheits- und Rentensystem finanziert (was hier extra geht)und zumindestens die Rente ist dort SEHR attraktiv... *bäh*

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07.09.2009, 21:24 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von DrNOP:
Unsere Politiker haben auch keine Ahnung und bezahlen deshalb irgendwelche Berater, die halt das Erzählen was ihnen am besten in den Kram paßt.

Was heißt erzählen.
Die externen Berater schreiben gleich die kompletten Gesetze.

mfg

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07.09.2009, 21:39 Uhr

Andreas_B
Posts: 3121
Nutzer
@Mr_Blues:
> naja wenn Du der Meinung bist, daß das Volk NIE gefragt
> werden soll, wander doch gleich nach Myanmar/China/Nordkorea
> oder so aus...

1. Habe ich etwas von _nie_ geschrieben?
2. Warum wanderst Du nicht im Umkehrschluss nach Dänemark aus, wenn es Dir da so viel besser gefällt?

Ciao,
Andreas.

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07.09.2009, 22:55 Uhr

MaikG
Posts: 5172
Nutzer
Da gibt es noch eine schöne Übersicht welche Partei für was verantwortlich ist. Ein anderer "Walomat" ist auch dort.

http://www.buergerrechte-waehlen.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=13&Itemid=26

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08.09.2009, 00:00 Uhr

[ujb]
Posts: 422
Nutzer
@AmigaPapst:

Bei mir kommen die Grünn oder Piraten raus (Grüne führen ein wenig). Eine von beiden Parteien werde ich wohl auch wählen (tendiere etwas mehr zu den Grünen). Die Linke ist auch weit vorn, aber die schließe ich wegen recht vielen Dingen aus (ich halte die für Blender). Auch weit vorn ist die ÖDP und die Tierschutzpartei (mit letzteren habe ich als exerimenteller Zoologe natürlich auch meine reibungszonen...) - beide finde ich okay, aber sie bleiben doch unter der kritischen Größe (außer auf kommunaler ebene, wo di ÖDP teilweise ganz gute erfolge vorweisen kann). Die npd liegt bei mir vor cdu, aber das zeigt auch alles ganz gut die Grenzen des Wahlomats auf. Es ist aber ein gutes Tool um noch einmal über dei Wahlentscheidung nachzudenken.
Ich gehe - wie die meisten - von schwarz-gelb aus, GroKo könnte noch im bereich des Realistischen liegen, aber die will eigentlich wohl keiner. dunkelrot-rot-grün will ich eigentlich nicht, dunkelrot müsste sich noch ziemlich viel bewegen.
Ampel oder Schwampel wäre interessant, wäre aber sicherlich eine verdammt kompromissfordernde Geschichte. Ich denke dass z.B. bei einer Schwampel der Einfluss von grün sich darauf reduzieren würde, dass sie den Atomausstieg sichern, und mit der fdp viele grünen jobs schaffen würden. Mehr Einfluss könnten die grünen in einer solchen konstellation wohl kaum durchbringen... Aber je stärker Grün ist, desto mehr Einfluss können sie auch nehmen.
Ein gutes Ergebnis für die Piraten fände ich auch wichtig, und hoffe, dass die Piraten wenigstes dazu beitragen, dass andere aufwachen - das wäre schon ein großes Verdienst (und ist mir evtl. auch mein Kreuz wert). Ich habe heute übrigens im Raum Detmold einige piratenplakate gesehen, z.B. vor der FH, aber auch mitten in der Gegend in Pivitsheise VL.

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08.09.2009, 06:36 Uhr

DrZarkov
Posts: 702
Nutzer
Auch bei diesem Test, wo es ja nur um Themen der Piraten geht, habe ich mit den Piraten zwar 100% Übereinstimmung, mit den Linken aber noch 92%! Und dort gibt es auch noch andere Themen. Erwartungsgemäß stehen auch bei diesem Test die CDU bei schlappen 15%. Es stellt sich die ernstgemeinte Frage, wieso die CDU noch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Wenn man dann noch das Massaker am Hindukusch hinzunimmt, steigen die Zweifel an der Legalität der CDU noch weiter.
--
Dr. Zarkov

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08.09.2009, 07:26 Uhr

dandy
Posts: 2552
Nutzer
Zitat:
Original von [ujb]:
@AmigaPapst:

...
Es ist aber ein gutes Tool um noch einmal über dei Wahlentscheidung nachzudenken.
...


:D
Ich dachte immer, das einzige Tool zum Denken sei das Hirn...
--
Ciao,

Dandy

Wenn es jemandem Spaß macht, zu Marschmusik in Reih' und Glied zu marschieren, so verachte ich ihn schon.
Er hat sein Großhirn nur aus Versehen bekommen - bei ihm hätte auch schon das Rückenmark gereicht!
(Albert Einstein)

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08.09.2009, 09:59 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von dandy:
:D
Ich dachte immer, das einzige Tool zum Denken sei das Hirn...

Es muss aber manchmal angestoßen werden.

mfg

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08.09.2009, 10:57 Uhr

Bjoern
Posts: 1692
Nutzer
Wieviele Leute nutzen denn das Tool um _wirklich_ herausfinden zu wollen welche Partei für sie die "richtige" ist? Ich vermute, dass die meisten zwar die Sachen anklicken, die für sie richtig sind; Trotzdem glaub ich auch, dass viele sich schon (wenigstens für eine Richtung) entschieden haben und bewusst oder unbewusst so antworten, dass ihre präferierte Partei am Ende tatsächlich rauskommt... Nur meine Meinung.

Gruß,
Björn

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08.09.2009, 11:37 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Steuern und Relativität:
Dänemark ist - neben Norwegen und Schweden - nicht nur eines der drei Länder mit der höchsten Mehrwertsteuer in der EU (25 %), Dänemark hat auch Europas höchste Einkommensteuerstätze. Beginnend mit 36 Prozent, die bereits bei kleinsten Einkommen fällig werden, gipfelt das in einem Spitzensteuersatz von 63%, der bereits bei einem Jahresbrutto in Höhe von 45.000 Euro greift.

Das rein staatliche Gesundheitssystem Dänemarks ist Steuerfinanziert. Finanziert wird, wie in Deutschland, das medizinisch Notwendige, was ca. 80% der jährlichen Gesamtkosten für Behandlung, Heil- und Hilfsmittel ausmacht. Es gibt zwei Tarfimodelle:

1. Das Hausarztmodell ohne Selbsbehalt für Arzt- und Krankenhauskosten. Hierbei besteht keine freie Arztwahl. Will der Versicherte den Hausarzt wechseln, muss er dafür die Zustimmung der Gemeinde einholen. Ein weiterer Arztwechsel ist danach frühestens nach Ablauf von 6 Monaten möglich.

2. Das Modell freie Arztwahl. Hierbei muss der Versicherte bei allen Kostenrechnungen in Vorleistung gehen und selbst eine Erstattung der Kosten beantragen. Ärzte sind bei diesem Modell nicht an die Tarifabkommen mit den Krankenkassen gebunden, sprich, sie können "frei Schnauze" abrechnen was sie für notwendig halten. Das hat zur Folge, das sie Versicherte oft nur einen Teil der Behandlungskoten von der Krankenkasse erstattet bekommen.

Bei der ebenfalls steuerfinanzierten staatlichen Rentenversicherung Dänemarks richtet sich die Höhe der Alters- / Invalidenrente nicht nach Höhe und Bezugsdauer des früheren Einkommens, sondern danach, wie lange der Versicherte seinen Wohnsitz in Dänemark hatte, bzw. wie lange er in Dänemark gearbeitet hat (Grenzgänger). Das Renteneintrittsalter ist nach Geburtsjahr in zwei Gruppen gestaffelt und wird mit dem 65 bzw. 67 Lebensjahr erreicht. Eine vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente ist nicht möglich. Auch nicht mit Abschlägen.

Eine Hinterbliebenenrente (Wittwen- / Wittwerrente) gibt es für in Dänemark Lebende nicht mehr. Das bedeutet, wer bis zum Renteneintrittsalter über kein eigenes Einkommen verfügte, ist selbst dann auf Sozialleistungen und somit auf die staatliche Grundsicherung angewiesen, wenn sein Ehepartner genug verdient hatte, ihm / ihr eine für den Lebensunterhalt mehr als ausreichende Hinterbliebenenrente zu hinterlassen.

Ob die Währung nun Krone oder Euro heißt, spielt bei all dem nicht die geringste Rolle.
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[ Dieser Beitrag wurde von Maja am 08.09.2009 um 11:39 Uhr geändert. ]

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08.09.2009, 13:49 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von Bjoern:
... Trotzdem glaub ich auch, dass viele sich schon (wenigstens für eine Richtung) entschieden haben und bewusst oder unbewusst so antworten, dass ihre präferierte Partei am Ende tatsächlich rauskommt... Nur meine Meinung.

Wenn Du weißt, warum Du Dich für eine bestimmte Partei entschieden hast, kannst und wirst Du wohl die passenden Antworten geben. Daran ist ja nichts auszusetzen, schließlich ist der perfekte Wähler der, der weiß, was er wählt und auch warum.

Der Wahl-O-Mat kann dann vielleicht für eine Überraschung sorgen, wenn sich herausstellt, dass a) die Wunschpartei die Fragen gar nicht so beantwortet hat, wie man dachte, oder b) eine andere Partei noch viel besser auf die Antworten passt.

Natürlich kann man dann noch ein Dutzend weiterer Gründe für die Partei, für die man sich schon festgelegt hat, aus dem Ärmel schütteln, die über den Horizont dieses Tools hinausgehen.

Das ist aber vollkommen in Ordnung, denn erstens sollst Du eine Entscheidung treffen und nicht der Wahl-O-Mat und zweitens hat sich ein Wähler, der begründen kann, warum er anders als der Wahl-O-Mat wählt, offenbar auch ausreichend informiert. Damit schließt sich der Kreis.

mfg

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08.09.2009, 15:00 Uhr

Genjuro
Posts: 1
Nutzer
Guten Tag,

ich heiße René, habe mich eigentlich in den letzten Stunden in diesem Forum damit beschäftigt mich über die aktuelle Situation in der Amiga-Szene zu informieren und bin eher zufällig auf dieses Thema hier gestoßen. Dabei hat es mir derart in den Fingern gejuckt, daß kratzen allein nicht reichen wollte.

Zitat:
Original von Maja:
Steuern und Relativität:
Dänemark ist - neben Norwegen und Schweden - nicht nur eines der drei Länder mit der höchsten Mehrwertsteuer in der EU (25 %), Dänemark hat auch Europas höchste Einkommensteuerstätze. Beginnend mit 36 Prozent, die bereits bei kleinsten Einkommen fällig werden, gipfelt das in einem Spitzensteuersatz von 63%, der bereits bei einem Jahresbrutto in Höhe von 45.000 Euro greift.

Wie du richtig erkannt hast ist in Dänemark das Gesundheits- und Rentensystem rein steuerfinanziert. Daher auch die von dir aufgeführten hohen Steuersätze.

Aber jetzt rechne doch mal die in Deutschland erhobenen Pflichtbeiträge für Krankenkassen- und Rentenversicherungsbeiträge zur Lohnsteuer hinzu. Dabei gilt es auch den Arbeitgeberanteil zu berücksichtigen, den kein Unternehmen in Deutschland zahlt diesen Beitrag. Dieser fließt zu 100% in die Preiskalkulation mit ein und wird vom Endverbraucher bezahlt. Wir zahlen den Arbeitgeberanteil also nicht in einem Beitrag von unserem Bruttolohn sondern in Raten von unserem Nettolohn.

Rechne ich alles zusammen, komme ich auf einen "Eingangssteuersatz" (14% Lohnsteuer + 14,9% Krankenversicherung + 19,9% Rentenversicherung) für Deutschland von 48,8%. Wenn wir jetzt auch noch die Pflichtbeiträge (Steuern) für Soli (5,5%), Pfelgeversicherung (1,95%) und Arbeitslosenversicherung (2,8%) addieren kommen wir auf einen stolzen Eingangsteuersatz von 59,05%.

Wobei ich zugestehe, daß der reale Eingangsteuersatz doch etwas niedriger liegt, da Exporte vom Ausland bezahlt werden und Importe keinen Arbeitgeberanteil enthalten. Wenn Deutschland im gleichen Maße exportierte wie importierte, würde es sich aufheben. Da wir aber etwas mehr exportieren und somit ein Teil des Arbeitgeberanteils vom Ausland bezahlt wird und auch nicht mit jedem verdienten Cent konsumiert wird, würde ich den Eingangssteuersatz auf 45 - 55% Schätzen.


Zitat:
Original von Maja:
Eine Hinterbliebenenrente (Wittwen- / Wittwerrente) gibt es für in Dänemark Lebende nicht mehr.

Auch in Deutschland gibt es sie nicht mehr uneingeschränkt und schon garnicht in einer Höhe die es dem Hinterbliebenen ermöglicht den Lebensunterhalt davon zu bestreiten. Die sogenannte große Witwenrente in Höhe von 55% der berechneten Rente zum Todestag (=angenommener Renteneintritt) wird nur unter bestimmten Vorraussetzungen gezahlt. Ansonsten gibt es nur die kleine Witwenrente in Höhe von 25% und das länstens zwei Monate.

In meinem Fall würde ich jetzt meiner Frau 28,50 ¤ monatlich für zwei Jahre "hinterlassen".

In diesem Sinn. Ich werde mich mal im Forum weiter über eine mögliche Zukunft des Amigas informieren.

Grüße

René

[ Dieser Beitrag wurde von Genjuro am 08.09.2009 um 15:03 Uhr geändert. ]

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08.09.2009, 17:35 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Ich weiß zwar nicht, warum es einem Anhand einer ansich völlig wertreien Aufzählung von Fakten "in den Fingern jucken" muss, aber gut, wer sich davon irgenwie aufgefordert fühlt, was auch immer zu verteidigen, der wird wissen warum.

Zum Thema Hinterbliebenenrente in Deutschland. Unter diesem Link kann man sich darüber umfassend infomieren.

Wo der Anspruch der Ehefrau auf Hinterbliebenenrente gerade mal 28,50 EUR beträgt und zeitlich begrenzt ist, da darf man nun auch hinterfragen, wie viele Beitragsjahre der Eheman bisher zurück gelegt hat, wie hoch sein Einkommen ist und ob seine Ehefrau über ein eigenes Einkommen verfügt. Dann wäre noch zu recherchieren, ob sich diese Ehefrau in Dänemark (oder der Schweiz) bei vorzeitigem Ableben ihres Ehemannes finanziell wesentlich besser stehen würde. Auf dieser Basis ließe sich dann evtl. auch sachlich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Sozialsysteme diskutieren.

Eines sollte aber bereits jetzt jedem klar sein. Kostenlos bekommt man soziale Sicherung nirgendwo und überall zahlt es am Ende immer der spätere Leistungsbezieher. Ob über Steuern oder Abgaben, ob allein oder zusammen mit dem Arbeitgeber. Ob nun Sozialbeiträge in Verbraucherpreise einfließen oder dem Versicherten alles direkt vom Lohn abgezogen wird, was macht das für einen Unterschied? Ich möchte mal die in Deutschland sehen, die bei 45.000 Jahresbrutto auf einmal 63 Prozent statt bisher rund 49 Prozent direkt vom Brutto abgezogen bekommen, dabei auch noch die MWST auf 25 Prozent erhöht wird und sich darüber auch noch freuen würden. Allein dieser Einkommensgruppe bleiben in Dänemark rund 15% weniger vom Netto übrig als in Deutschland, und das bei wesentliche höheren Verbraucherpreisen trotz fehlender Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Bei geringen Einkommen sieht es noch dramatischer aus. Das sagt mir, das steuerfinanzierte Gesundheits- und Rentensystem Dänemarks kommt ausgerechnet dem Bürger, der es nicht so dicke hat, insgesamt wesentlich teurer als das beitragsfinanzierte System Deutschlands. Ob alle Dänen das so toll finden, bleibt dahin gestellt. Was daran so viel besser oder gar sozialer sein soll, entzieht sich jedenfalls meiner Kenntnis.


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08.09.2009, 20:49 Uhr

Bjoern
Posts: 1692
Nutzer
Zitat:
Original von Maja:
Ich weiß zwar nicht, warum es einem Anhand einer ansich völlig wertreien Aufzählung von Fakten "in den Fingern jucken" muss, aber gut, wer sich davon irgenwie aufgefordert fühlt, was auch immer zu verteidigen, der wird wissen warum.


Willkommen im Forum, Rene! :)

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08.09.2009, 21:14 Uhr

AmigaPapst
Posts: 980
Nutzer
Zitat:
Original von FischX:
Also irgendwie habe ich mir schon gedacht das der Papst die schwarze Pest hat.

Arrrrr 8)


Am liebsten wäre mir noch die katholische Zentrumspartei, wenn diese nicht in der CDU eingegliedert worden wäre. ;)
Aber mal ganz ehrlich, ich finde es gibt eigentlich nur zwei Parteien die wirklich wählbar sind und wo man nicht gleich schiss haben muss, dass die Deutschland an die Wand fahren und das sind die SPD oder die CDU. Weder Grüne, Linkspartei, FDP oder die restlichen Parteien stehen für eine wirklich sinnvolle Politik.
Man kann echt froh sein, dass diese kleinen Parteien immer nur mit einer Koalition mit den Großen regieren können.
--
:boing: AmigaOne XE G3 750FX 800Mhz/Sil0680/512MB + Radeon 9000 128 MB + AmigaOS 4.1
:dance1: A4000T CyberstormPPC 604e 200Mhz/060/128MB + CybervisionPPC 8MB + AmigaOS 4
und viele Amigas mehr...

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08.09.2009, 21:23 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von Genjuro:
Wobei ich zugestehe, daß der reale Eingangsteuersatz doch etwas niedriger liegt, da Exporte vom Ausland bezahlt werden und Importe keinen Arbeitgeberanteil enthalten.

Da ein exportierendes Unternehmen auf dem Weltmarkt preislich mit denen konkurrieren muss, die die angesprochenen Abgaben nicht haben, kann er sie nicht auf den Preis aufschlagen, sondern nur vom Lohn abziehen.
Somit zahlt auch in Exportunternehmen der deutsche Angestellte diese Abgaben, inkl. dem sogenannten Arbeitgeberanteil

Somit ist Deine Rechnung unabhängig davon. Allerdings ist es trotzdem nur begrenzt sinnvoll, Steuern und Beiträge zu den Sozialversicherungen zusammenzuzählen.
Zitat:
Wenn Deutschland im gleichen Maße exportierte wie importierte, würde es sich aufheben. Da wir aber etwas mehr exportieren ...
Würden wir wirklich mehr exportieren als importieren, müsste sich mit der Zeit das Geld in unserem Land anhäufen und wir müssten anfangen, die Straßen damit zu pflastern.
Es mag vielleicht je nach für die Statistik ausgewählten Kennzahlen nach einem Exportüberschuss aussehen, aber das Geld wird wieder aus dem Land herausgetragen, auf die eine oder andere Weise.

mfg

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08.09.2009, 21:27 Uhr

Holger
Posts: 8050
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Zitat:
Original von AmigaPapst:
Aber mal ganz ehrlich, ich finde es gibt eigentlich nur zwei Parteien die wirklich wählbar sind und wo man nicht gleich schiss haben muss, dass die Deutschland an die Wand fahren und das sind die SPD oder die CDU.


8o das war jetzt ein Versuch von Satire, oder?

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08.09.2009, 21:49 Uhr

DrZarkov
Posts: 702
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Muss wohl. SPD und CDU haben den Karren doch gerade eben vor die Wand gefahren. Ich habe gerade "Frontal 21" gesehen und mich mal wieder geärgert...
Ich gehe jetzt mit einem "Lustigen Taschenbuch" ins Bett, das ist besser für die Nerven! :)
--
Dr. Zarkov

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09.09.2009, 09:44 Uhr

DrNOP
Posts: 4118
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@Maja:
Du hast die Sprache auf Sozialsysteme etc. gebracht, aber irgendwie sind jetzt wir schuld? I-)

Mr_Blues und ich haben gefragt was uns der Euro gebracht hat, und wenn ich deine Beiträge auf diese Antwort eindampfe war es: "Weil es sonst keine Arbeitgeberanteile bei Sozialabgaben gäbe und du mindestens 40% Steuern zahlen müßtest."

Äh, ja ... ich muß irgendwie den Gong verpaßt haben, nach dem man nur noch aus bestehenden Staatsstrukturen auswählen darf, ohne sich die Rosinen herauszupicken. Irgendwie erinnert mich das an Theologie: Es wird akzeptiert wenn du Christ bist, es wird auch aktzeptiert wenn du Hindu, Moslem oder Buddhist bist. Aber wehe, du wagst einen freieren Ansatz oder glaubst an überhaupt keinen Gott. Dann bezieht du von allen vorgenannten Gruppen Prügel ... :D I-)
Es ist ja aber keineswegs so, daß die Zustände in den einzelnen Staaten vom Himmel gefallen oder Gottgegeben sind. Die sind von Menschen gemacht. Und die dort beteiligten Menschen haben die Zustände eben so gemacht, wir haben sie anders gemacht.

Natürlich versucht jeder täglich, sich irgendwelche Rosinen herauszupicken! Ob im Supermarkt halt die Paprika die noch frisch aussieht für's gleiche Geld wie die angegammelte, oder beim Mediamarkt halt den Fernseher der dir gefällt. Du nimmst ja auch nicht den Fernseher deiner Wahl und auch noch ein Autoradio, eine Waschmaschine und einen Stapel CDs mit, nur weil der Laden das alles auf einmal anbietet.

Und deshalb kann dir glaub' auch niemand folgen wenn du uns verkaufen willst, daß wir nicht die positiven Seiten Dänemarks oder der Schweiz annehmen können ohne die negativen auch zu bekommen. Wenn das so wäre, gäbe es tatsächlich nirgends eine Verbesserung. Niemals.
--
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09.09.2009, 09:45 Uhr

DrNOP
Posts: 4118
Nutzer
Zitat:
Original von Holger:
Zitat:
Original von AmigaPapst:
Aber mal ganz ehrlich, ich finde es gibt eigentlich nur zwei Parteien die wirklich wählbar sind und wo man nicht gleich schiss haben muss, dass die Deutschland an die Wand fahren und das sind die SPD oder die CDU.


8o das war jetzt ein Versuch von Satire, oder?

Wieso? Wenn der Karren an der Wand steht, kann er nicht dagegen fahren ... ;)
--
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09.09.2009, 09:51 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von DrNOP:
Wieso? Wenn der Karren an der Wand steht, kann er nicht dagegen fahren ... ;)

Wir reden aber von denen, die zurücksetzen, die Wand wegdiskutieren und noch mal Vollgas geben.

mfg

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09.09.2009, 09:55 Uhr

Holger
Posts: 8050
Nutzer
Zitat:
Original von DrNOP:
Und deshalb kann dir glaub' auch niemand folgen wenn du uns verkaufen willst, daß wir nicht die positiven Seiten Dänemarks oder der Schweiz annehmen können ohne die negativen auch zu bekommen.

Du meinst, um bei Deinem Supermarktbeispiel zu bleiben, man könne sich den besten Fernseher der Welt aussuchen, aber beim Preis des billigsten bleiben?

mfg

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09.09.2009, 10:13 Uhr

bruZard
Posts: 304
Nutzer
Zitat:
Original von Holger:
Zitat:
Original von DrNOP:
Wieso? Wenn der Karren an der Wand steht, kann er nicht dagegen fahren ... ;)

Wir reden aber von denen, die zurücksetzen, die Wand wegdiskutieren und noch mal Vollgas geben.

:lach: you made my day!
--
PanzerZ |
methusalem | basic

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09.09.2009, 11:57 Uhr

CarstenS
Posts: 5566
Nutzer
@AmigaPapst:
> Aber mal ganz ehrlich, ich finde es gibt eigentlich nur zwei Parteien
> die wirklich wählbar sind und wo man nicht gleich schiss haben muss,
> dass die Deutschland an die Wand fahren und das sind die SPD oder die
> CDU. Weder Grüne, Linkspartei, FDP oder die restlichen Parteien
> stehen für eine wirklich sinnvolle Politik.

Sprich nur für dich. :) M.E. ist die einzige etablierte Partei, die a) relativ viel Weitblick beweist und b) nicht übermäßig populistisch/verlogen ist, Bündnis 90/Grüne. Alle anderen Parteien kranken entweder am einen oder anderen oder haben schlichtweg kein bzw. ein falsches Konzept.
--
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09.09.2009, 13:12 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Eines vorweg. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es in diesem Forum ein Mal ausnahmsweise möglich sein wird, eine Diskussion ohne jede Form von Personifizierung rein sachlich zu führen.

Dieser Thread fing mit dem simplen Hinweis auf ein technisches Hilfsmittel an, dass im Sinne seines Erfinders Unentschlossenen helfen soll, herauszufinden, welche Partei seinen persönlichen Vorstellungen von Politik entspricht.

Dies wurde u.a. zum Anlass genommen, die Länder Dänemark und Schweiz als Positivbeispiele zu nennen. Dabei lag das Augenmerk auf der Währung bzw. fehlende EU-Mitgliedschaft. Ausgenhend von der Annahme, dass es den Verfassern der Beiträge bei ihrer Argumentation um das Wohlergehen des gemeinen Volkes geht (oder halt um sein eigens Wohlergehen), betrachte ich es als undenkbar, Vergleiche dieser Art allein an der Währung eines Landes oder einer EU-Mitgliedschaft fest zu machen. Denn insbesondere die Währung spielt im alltäglichen Leben der Bewohner eines Landes eine sehr untergeordnete Rolle. Von der rein emotionalen Bedeutung mal abgesehen, von der sich keiner was kaufen kann.

Viel markanter wirken sich die sozialen Sicherungssysteme auf das Leben der Menschen aus. Kaum etwas anderes begleitet einen derart langfristig und kaum etwas, wirkt sich massiver auf das gesamte Leben aus. Diese jedoch stehen in keiner Kausalität zur Währung eines Landes (oder einer EU-Mitgliedschaft). Deshalb brachte ich das Thema soziale Sicherung in die Diskussion ein.

Vor diesem Hintergrund noch mal der Versuch einer sachlichen Diskussion:
Wenn man ernsthaft davon ausgeht, dass es sich in einem anderen Land besser leben lässt, dann sollte es auch möglich sein, sich die Frage zu beantworten, ob das Übernehmen einzelner, sich in diesem anderen Land auf das Leben der Menschen vermeintlich positiv auswirkenden Verfahren im eigenen Land sinnvoll wäre. Nichts anders ist das Ziel meiner Frage, ob wir zum Beispiel an der Schweiz orientiert in Deutschland den ges. Kündigungsschutz abschaffen und das Gesundheitssystem privatisieren sollten. Ja, ich bin sehr wohl der Ansicht, dass man offenbar positiv wirkende Elemente aus anderen Ländern übernehmen kann. Was im Übrigen nicht zwangsläufig als unveränderte 1:1 Übernahme erfolgen muss. Darum ja die Bitte um Diskussonsbeiträge dazu.

Eines ist mir jedoch klar. Der in Deutschland geltende ges. Kündigungsschutz wirkt sich schon lange nicht mehr positiv auf den hiesigen Arbeitsmarkt aus. Und unser Gesundheitssystem bedarf längst einer Rundumerneuerung, statt weiter an den Symptomen zu therapieren. Hier erwarte ich persönlich von der Politik auch Mut zu in mehrfacher Hinsicht unpopulären Entscheidungen.

Einen Wechsel in ein rein steuerfinanziertes Gesundheitssystem nach Vorbild von Dänemark lehne ich jedoch ab, denn das würde das Problem wachsender Gesundheitskosten nicht lösen, sondern nur eine 1:1 Verlagerung der Finanzierung in Steuern bedeuten, was insbesondere untere und mittlere Einkommen unverhältnismäßig stark belasten würde. Von Erwerbslosen mal ganz zu schweigen.

Eure Meinungen, Anmerkungen, Anregungen dazu?
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[ Dieser Beitrag wurde von Maja am 09.09.2009 um 13:14 Uhr geändert. ]

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