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amiga-news.de Forum > Amiga, AmigaOS 4 > Amiga 1200 Umbau in Elbox Black Box [ - Suche - Neue Beiträge - Registrieren - Login - ]

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03.02.2019, 17:29 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
Guten Tag allerseits,

ich glaub ich habe hier im Forum gefühlt schon 10 Jahre nicht mehr geschrieben.

Kürzlich habe ich jedoch beschlossen meinen Amiga 1200 in einen BlackBox-Tower von Elbox umzubauen, weil ich den rappeligen und klapprigen Infinitiv-Tower endgültig leid war.

Die Konfiguration der letzten paar Jahre war jedenfalls:
A1200 mit Blizzard 1260 Turbokarte und Mediator 1200 LT4 im Infinitiv-Tower.

Man muß dazu sagen der A1200 schon immer ein ziemlich instabiles nerviges Ding war. So wollte er manchmal starten und manchmal nicht. Mal gab es beim Start massig Gurus und manchmal nicht. Warum...habe ich nie wirklich herausgefunden.
Mir ist lediglich aufgefallen daß der Quarz-Baustein auf der Blizzard 1260 im Sockel verschiebbar ist und manchmal hat es was gebracht daran zu wackeln.

Das war vor dem Umbau.

Seit dem Umbau geht fast gar nichts mehr - wie ich schon befürchtet hatte.

Momentan ist der Stand der Folgende. Es gibt zwei scheinbar getrennte Probleme:

1. Häufig kommt nach dem Einschalten kein Bildsignal aus dem Video-Ausgang (externer Flickerfixer auf VGA). Der Monitor sagt einfach "No Signal". Das Disketten-Laufwerk klickt und lädt auch, wenn man eine Diskette einlegt.

2. Falls die Blizzard 1260 eingesteckt ist, geht gar nichts. Die Karte ist wie tot. Falls Problem 1. gerade mal nicht besteht und man ein Bild sieht, so unterscheidet sich das angezeigte Bild leicht im Farbton von den Fällen daß keine Turbokarte gesteckt ist oder die alte 1230 III, welche ich ebenfalls noch besitze (Farbton kurz vor dem Erscheinen der Disketten-Hand ist gemeint).
Vorher hat die 1260 eigentlich funktioniert, bis auf die Sache mit Quarz.

Vorhin habe ich Folgendes probiert:
Problem 1. war weg, das Startbild mit Disketten-Hand war sichtbar. Daraufhin habe ich die VGA-Grafikkarte in den Mediator gesteckt und die Festplatte wieder angeschlossen. Die Idee war von Festplatte zu booten, wobei sich dann irgendwann die VGA-Grafikkarte einschalten sollte (wie eben vor dem Umbau).

Daraufhin trat jedoch Problem 1. wieder auf. Kein Bild aus dem Video-Port.

Mir ist dann erstmals aufgefallen daß auf dem Mainboard ein Bauteil scheinbar lose ist. Und zwar befindet sich auf Höhe des Video-Ports scheinbar eine Sicherung. Aufschrift Fuse T 400mA 250V
Siehe auch dieses Bild

Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-468a8b-1549209872.jpg.html

Ich hab so eine Form von Sicherung noch nie gesehen und bisher nie gesehen der einer ihrer Anschlußdrähte lose ist. Ich nehme an die gehört zum Video-Port?

Schönen Gruß,
Amaris

EDIT:

Also, das Bildschirmproblem liegt an der besagten Sicherung. Ich war vorhin auf dem Sprung als ich das Posting geschrieben habe - daher konnte ich es nicht mehr ausprobieren. Hält man das lose Ende der Sicherung dahin wo es hingehört, ist das Bild da. Allerdings scheint die Sicherung nicht original zu sein. Auf Bildern von anderen A1200-Mainboards ist sie nicht zu sehen.


--
:amiga: Amiga 1200, Infinitiv-Tower, Blizzard 1260 @66 MHz, Mediator 1200 LT4, 2 MB Chip / 128 MB Fast-RAM, 4 GB HDD, Voodoo 3, Realtek Ethernet-Karte, Soundkarte Abit Home Theater AU10, CD-Brenner, OS 3.9

[ Dieser Beitrag wurde von Amaris am 03.02.2019 um 21:20 Uhr geändert. ]

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03.02.2019, 22:43 Uhr

mir_egal
Posts: 532
Nutzer
is der 1200er schon überholt, sprich konties gewechselt?

hatte auch Jahrelang einen "Wackeltower" mit Mediator und PPC, so schlimm war der gar nich. aber ich hatte auch ein paar Verstrebungen nachgerüstet ... :D
--
A1SE

Ängstlich zu sinnen und zu denken, wie man es hätte tun können, ist das übelste, was man tun kann.

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04.02.2019, 14:45 Uhr

ylf
Posts: 4070
Nutzer
Zitat:
Original von Amaris:
Mir ist dann erstmals aufgefallen daß auf dem Mainboard ein Bauteil scheinbar lose ist. Und zwar befindet sich auf Höhe des Video-Ports scheinbar eine Sicherung. Aufschrift Fuse T 400mA 250V
Siehe auch dieses Bild

Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-468a8b-1549209872.jpg.html

Ich hab so eine Form von Sicherung noch nie gesehen und bisher nie gesehen der einer ihrer Anschlußdrähte lose ist. Ich nehme an die gehört zum Video-Port?


Richtig, da gehört keine Sicherung hin.
Viele Laien halten die Induktivitäten, manchmal auch gewöhnliche Widerstände in Chip-Bauform auch oft für Sicherungen.

Wie sieht's eigentlich mit der Stromversorgung aus?
Wo speißt du die Spannungen vom welchen Netzteil ein?

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04.02.2019, 19:50 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
Oh, da kamen ja doch noch Antworten (ich glaub die Email-Benachrichtigung funktioniert nicht).

Ich hatte schon die Befürchtung daß mein Beitrag etwas zu wirr war und Keiner weiß was er sagen soll I-)

Mittlerweile gibt es auch einige Neuigkeiten. Aber erstmal zu den Fragen.

@mir_egal:

Nein, die Kondensatoren wurden noch nicht gewechselt. Überholt wurde da bisher nichts. Mir kam auch schon der Gedanke daß die Probleme vielleicht eine solche Ursache haben könnten, aber habe mich noch nicht näher mit der Thematik beschäftigt.

@ylf:

Ich habe - wie gesagt einen Mediator 1200 LT4 - welcher nur Anschlüsse für ein AT-Netzteil (P8, P9) hat. Daher habe ich einen ATX-auf-AT-Adapter von Elbox bestellt. Also den hier:
http://eu-shop.elbox.com/en_GB/p/ATX-to-AT-power-converter/641

Das heißt, ich verwende das ganz normale im "Black Box 1200" enthaltene ATX-Netzteil mit diesem Adapter.

Diese lose Sicherung war aber auf jeden Fall das Problem für das fehlende Bildschirmsignal. Das SMD-Bauteil unten drunter (was immer es auch ist) scheint wohl defekt zu sein. Ich habe jetzt diese komische Sicherung wieder festgelötet und damit geht der Video-Port wieder.





Zu den Neuigkeiten:

Ich sagte ja die Blizzard 1260 würde nicht mehr funktionieren. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Denn die 1230er geht jetzt auch nicht mehr - und es gibt noch ein paar andere Merkwürdigkeiten. Ich versuche es im Folgenden mal systematisch zu beschreiben.


1. Schaltet man nur das "nackte" A1200-Mainbord + Mediator + angeschlossenes Disketten-Laufwerk ein - so passiert Folgendes:

Zuerst kommt eine Art grünlich-gelbes Bildschirmsignal. Nichts weiter. Nur ein einfarbiger Bildschirm.
Wartet man nun etwa 15-20 Sekunden so fängt das Disketten-Laufwerk an zu klicken und die gewohnte Bildschirm-Hand erscheint.


2. Schließt man zu der Konfiguration in Punkt 1. zusätzlich das CD-ROM-Laufwerk an den IDE-Controller an, so passiert etwas sehr Unerwartetes:

Der grünlich-gelbe Bildschirm erscheint nicht, sondern das Disketten-Laufwerk klickt sofort und die Disketten-Hand erscheint ebenfalls nach 1-2 Sekunden. Das heißt, der Rechner startet wesentlich(!) schneller.

3. Schließt man zusätzlich nun die Festplatte an das IDE-Kabel an, so startet der Rechner überhaupt nicht. Man erhält einen dunklen, fast schwarzen Bildschirm mit feinen vertikalen Streifen. Nichts tut sich. Alles tot.

Zieht man jedoch in diesem Zustand die Festplatte vom IDE-Kabel ab, so startet der Rechner sofort, ohne Verzögerung, genau wie in Punkt 2.

4. Steckt man irgendeine der beiden Turbokarten an, so erhält man denselben dunklen Bildschirm mit vertikalen Streifen und alles ist tot. Kurioserweise war das gestern für die 1230er noch nicht der Fall. Da hatte nur die Blizzward 1260 diesen Effekt.

Das sind die Symptome soweit.
Ist mir wirklich alles sehr rätselhaft. Ich habe schon gemessen ob irgendeine Spannung in die Knie geht, wenn man Festplatte oder Turbokarte ansteckt, aber ich konnte bisher nichts Auffälliges messen.
Es scheint keinen Unterschied zu machen ob eines der Geräte verbunden ist oder nicht.

Insgesamt muß man sagen daß dieser Amiga 1200 schon immer sehr störrisch beim Starten war. Auch als er noch in seinem Tastatur-Gehäuse war (muß so 2005 herum gewesen sein), brauchte er manchmal viele Anläufe und Gurus bis er endlich mal starten wollte.
Aber so schlimm wie jetzt war es nie.


Schönen Gruß,
Amaris



--
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04.02.2019, 20:31 Uhr

mir_egal
Posts: 532
Nutzer
die Konties müssen auf jeden Fall gewechselt werden, egal wie gut es oberflächlich noch ausschaut. wenn du es nicht selbst machen kannst, bzw. dich noch nie damit beschäftigt hast dann gebe das Board an einen der weis was er macht.

je länger du damit wartest umso schlimmer wirds.


--
A1SE

Ängstlich zu sinnen und zu denken, wie man es hätte tun können, ist das übelste, was man tun kann.

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04.02.2019, 21:42 Uhr

cgutjahr
Posts: 2614
[Administrator]
Zitat:
Original von Amaris:
Oh, da kamen ja doch noch Antworten (ich glaub die Email-Benachrichtigung funktioniert nicht).

Die hatte ich eigentlich gerade überarbeitet :-/

Hast du mal deinem SPAM-Folder kontrolliert? Die hinterlegte Mail-Adresse existiert noch, ja?

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04.02.2019, 21:51 Uhr

Bjoern
Posts: 1670
Nutzer
@Amaris:

Das ist schon relativ viel Input, aber ich habe dein Problem lange Zeit geteilt - mit einem A1200 inkl. Blizzard1260 im Infinitiv-Plastikbomber. Was mir spontan bei deinen Beschreibungen in den Sinn kam:

1. Der Quarz meiner Blizzard1260 war ganz sicher nicht "verschiebbar". Der saß bombenfest auf der Karte.

2. Man kann die Blizzard im eingebauten Zustand deaktivieren, indem man beim Einschalten die Taste 2 gedrückt hält. Was passiert wenn du das tust?

Meiner Erinnerung nach müsste auf der PAL-Seite ein regenbogenfarbiger Copper übers Bild laufen wenn die Blizzard initialisiert. Passiert das bei deiner?

Grüße,
Björn

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04.02.2019, 22:09 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
@mir_egal:

Okay. Also....ich hab vor vielen, vielen, vielen Jahren mal eine elektrotechnische Berufsausbildung gemacht. Auch wenn ich nicht mehr direkt in dem Bereich arbeite. Ich kann also löten und auch einen Kondensator von einem Lichtschalter unterscheiden ;)
Daher würde ich mir schon zutrauen die zu tauschen. Gibt es sowas wie eine Stückliste, wieviele von welchem Typ man braucht? Falls du einen Link hast, wäre gut, wenn nicht google ich morgen mal.


@cgutjahr:

Im Spam ist nichts gelandet und die Adresse ist aktuell, ja. Aber von meiner Seite aus ist es nicht so schlimm. Dann schaue ich halt regelmäßig hier nach.


@Bjoern:

Danke, das ist interessant! Ich wußte nicht daß man die deaktivieren kann.

Ich werde das morgen ausprobieren und mich hier voraussichtlich am Abend wieder melden. Jetzt geh ich erstmal schlafen.

Gute N8 und vielen Dank für die Antworten.


--
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04.02.2019, 23:08 Uhr

Bjoern
Posts: 1670
Nutzer
@Amaris:

Alles klar :) Test! :)

Grüße,
Björn

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04.02.2019, 23:57 Uhr

cgutjahr
Posts: 2614
[Administrator]
Zitat:
Original von Amaris:
Im Spam ist nichts gelandet und die Adresse ist aktuell, ja.

Laut Datenbank hat dieser Thread hier keine Abonennten. Du abonnierst einen Thread nicht automatisch, dazu muss beim Eröffnen des Threads das Häckchen bei "Möchten Sie über weitere Antworten benachrichtigt werden?" gesetzt werden. Oder du klickst beim Lesen eines Themas auf "Thema Abonnieren".

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05.02.2019, 17:44 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
@cgutjahr:

Oh, dann sorry für den falschen Alarm. Ich hab beim Thread-Eröffnen zwar die Option gesehen, aber nicht ob das Häckchen auch wirklich gesetzt ist. In vielen Foren ist das automatisch gesetzt und ich hab aus Gewohnheit daher nicht weiter drauf geachtet.

@Bjoern:

Ja....also das Deaktivieren der Turbokarte(n) per Tastatur hat nicht geklappt. Das kann aber möglicherweise auch daran liegen daß ich momentan leider nur eine Funktastatur zur Verfügung habe - welche sich erst kurz nach dem Start des Rechners mit ihrem Empfänger verbindet.
Mit einer kabelgebundenen Tastatur könnte es anders aussehen - aber ich habe leichte Zweifel

Ein regenbogenfarbiges Flimmern sieht man beim Start nicht.
Mit keiner der beiden Turbokarten.

Die 1230er verhält sich heute jedoch wieder etwas anders. Gestern tat sich exakt dasselbe wie bei der 1260er. Heute zeigt die 1230 ein paar aufflackernde horizontale rote Linien (die sind mir bekannt, das tat sie früher auch schon beim Start!), welche sich mit dem grünlich-gelben Bildschirm abwechseln. Weiter tut sich aber nichts.

Ich finde es aber schon "amüsant" - ohne Turbokarten und ohne Festplatte, aber mit angeschlossenem CD-ROM-Laufwerk (siehe Posting von gestern) startet der Amiga so schnell und zuverlässig wie er es vorher noch nie getan hat. Einschalter betätigen und da ist die Disketten-Hand auch schon.


Ich hab vorhin auch mal das Netzgerät des Infinitiv-Towers nochmal angeschlossen. Macht aber auch keinen Unterschied.
Ich hab schon fast gute Lust die ganze Maschinerie wieder aus dem "Black Box 1200" rauszubauen und nackt auf den Tisch zu legen, um zu sehen ob das einen Unterschied macht.


Das Letzte was mir jetzt einfällt ist wirklich mal die Kondensatoren zu wechseln.
Ich habe dazu Folgendes Video mitsamt verlinkter Reichelt-Einkaufsliste gefunden.

https://www.youtube.com/watch?v=aP2cmRxJUpQ

https://www.reichelt.de/?ACTION=20&AWKID=1330690

Leider sind nicht mehr alle Posten auf der Liste verfügbar.








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06.02.2019, 19:36 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
So....noch ein Update:

Gestern hab ich einem Bekannten mein Leid geklagt und er machte den Vorschlag (auf den ich selbst hätte kommen können) doch mal das Stromkabel vom CD-ROM-Laufwerk abzuziehen und nur das IDE-Kabel stecken zu lassen.

Der Effekt war daß der Amiga sich verhält als wäre kein CD-ROM-Laufwerk angeschlossen, also wie im beschriebenen Fall 2. von Oben.
Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn der Rechner verhält sich keineswegs erratisch und willkürlich, sondern die Logik dahinter ist eigentlich offensichtlich.

Wenn eine Turbokarte angeschlossen ist oder auch die Festplatte (eine 2,5"-Platte ohne separaten Stromanschluß!) dann startet der Rechner übehaupt nicht.
Das heißt genau DANN wenn Geräte angeschlossen sind, die über das Mainboard mit Spannung versorgt werden wollen.

Wenn sie nicht angeschlossen sind und auch kein CD-ROM-Laufwerk, dann startet der Amiga - braucht aber sehr lange bis er sich rührt.

Ist das CD-ROM-Laufwerk mitsamt seinem separaten Stromanschluß mit dem Mainboard verbunden, so startet der Amiga sofort ohne Verzögerung.
Also dann wenn ein Gerät angeschlossen ist, welches scheinbar(!) über sein IDE-Kabel zusätzlich irgendwie Spannung auf das Mainboard gibt.

Man könnte meinen daß in dem Fall wo der Amiga startet, aber lange braucht bis mal die Disketten-Hand erscheint, sich vielleicht irgendwo erst eine Spannung langsam aufbauen muß. Man denkt unwillkürlich an einen Kondensator...

Meine Hypothese würde auch erklären warum die 1230er teilweise funktioniert, die 1260er aber nicht. Ein 68030 hat sicherlich eine kleinere Leistungsaufnahme als ein 68060.



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06.02.2019, 21:30 Uhr

GMB
Posts: 836
Nutzer
@Amaris:

Hast Du denn mal mit einem Multimeter die Ausgangsspannungen des ATX-Netzteils kontrolliert?
Wie wird Dein A1200 mit Strom versorgt? Über den originalen (fünfpoligen) Stecker am Mainboard der an das ATX-Netzteil gefriemelt wurde? Oder "rückwärts" über den kleinen Power-Stecker, an dem normal der A1200 die Floppy mit Strom versorgt? Oder nur über das Mediator? Kannst Du hier u.U. mal "Parallelpfade" anschließen, sprich rückwärts über den Floppy-Stecker mit Strom versorgen (aber nicht verpolt anschließen!)? CD-Rom und Festplatte sollten ebenfalls direkt aus dem Netzteil mit Strom versorgt werden. Was ändert ein solcher Aufbau am von Dir oben beschriebenen Verhalten?

Ciao

GMB

:dance1: :boing:

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07.02.2019, 03:30 Uhr

ylf
Posts: 4070
Nutzer
Von der Logik her müsste es ein Masse-Problem sein.
3,5"/5,25" IDE Geräte bekommen nur Masse über das IDE Kabel.

2,5" Geräte auch 5V. Das sind die vier zusätzlichen Pins (44polig).
Achtung, man kann eine 2,5er Festplatte auch falsch herum anschließen, dann baut man einen Kurzschluß.

Du könntest mal folgendes probieren.
Klemm mal das Netzteil ab und mess mal den Durchgang von die wichtigen vier, 5V, +12V, -12v und Masse vom Netzteilanschluss zum orginalen Power-Anschluss, den Würfelstecker.

Wenn es hier Probleme gibt, kontrollier doch mal die Kontakte vom Busboard wo es auf dem Mainboard sitzt.

Kann es sein, dass du im Infinitiv-Tower das Netzteil auch an der schmalen Tastaturadapterplatine auf dem Mainboardschlitten angeschlossen hattest und hinten so ein kleiner Adapter am originalen Poweranschluss steckte?

Noch ein paar Anmerkungen, die verlinkte Liste bei reichelt heisst Kerkos und die nicht lieferbaren Positionen sind Keramik Kondensatoren. Diese altern aber nicht, müssen auch nicht getauscht werden. Und da es sich um Standardwerte handelt, müsste reichelt da was im Programm haben. Egal.
Entscheidend sind die Elektrolytkondensatoren. (Die Alu-Becher)

Der Videoport des A1200 stellt auch die Betriebsspannungen zur Verfügung, allerdings nur mit geringer Belastbarkeit. Eine davon ist gehimmelt worden, deshalb hat da jemand eine stärkere Sicherung reingefrimelt.

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07.02.2019, 19:01 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
@GMB:

Die Spannungen des ATX-Netzteils habe ich gemessen, ja. Da scheint mir alles normal zu sein.
Ich habe danach auch nochmal das alte AT-Netzteil des Infinitiv-Towers angeschlossen - mit gleichem Ergebnis.

Das Mainboard wird ausschließlich über den Mediator mit Strom versorgt.
Also: ATX-Netzteil --> ATX-AT-Wandler --> P8,P9-Anschlüsse des Mediator 1200 LT4.

Den Rest konnte ich aus Zeitgründen noch nicht ausprobieren.

Zitat:
Original von ylf:

Du könntest mal folgendes probieren.
Klemm mal das Netzteil ab und mess mal den Durchgang von die wichtigen vier, 5V, +12V, -12v und Masse vom Netzteilanschluss zum orginalen Power-Anschluss, den Würfelstecker.

Wenn es hier Probleme gibt, kontrollier doch mal die Kontakte vom Busboard wo es auf dem Mainboard sitzt.


Okay, werde ich versuchen. Ich komme voraussichtlich erst morgen Nachmittag dazu.

Zitat:
Kann es sein, dass du im Infinitiv-Tower das Netzteil auch an der schmalen Tastaturadapterplatine auf dem Mainboardschlitten angeschlossen hattest und hinten so ein kleiner Adapter am originalen Poweranschluss steckte?

Also, ich habe jetzt mal die Teile fotographiert bzw. gekennzeichnet, von denen ich glaube daß du sie meinst.

Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-c60123-1549561620.jpg.html

Der (von mir vermutete) Anschluß an der Tastaturadapterplatine ist mit einem Pfeil und Fragezeichen gekennzeichnet.
Ich glaube nicht daß da etwas angeschlossen war. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. Ist halt jetzt leider alles auseinandergebaut und nicht mehr nachzuvollziehen. Zusammengebaut habe ich das alles mal vor knapp 15 Jahren (man bin ich alt!).

Der "kleine Adapter" liegt auf dem Foto daneben. Der war niemals angeschlossen und ich habe mich neulich erst gefragt wofür der eigentlich da ist. Daß er in den originalen Poweranschluß gehört, ist natürlich sichtbar. Aber gehört er da immer hin? Oder in welchen Fällen gehört er da hin? Ich hab vorhin erst das Handbuch zum Infinitiv-Tower im Netz gefunden. Muß später mal reinschauen.


Ansonsten...die bestellen Kondensatoren sollten morgen schon kommen. Mal sehen wie weit ich am Wochenende damit komme und ob es was bringt.






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07.02.2019, 21:44 Uhr

Amaris
Posts: 941
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@ylf:

Ich hab die vorgeschlagenen Messungen jetzt gemacht.
Also vom Netzteilanschluß (am Mediator) zum originalen Würfelstecker.

+12V und -12V sind in Ordnung, d.h. sie haben jeweils nur mit ihren Gegenstücken eine Verbindung (0,5-2 Ohm).

Die Massen haben zu ihren Gegenstücken ungefähr 3 Ohm und die +5V haben untereinander etwa 1 Ohm.

Jedoch gibt es eine Verbindung zwischen +5V und Masse! Die Würfelstecker-Masse hat zu den Netzteil+5V einen Widerstand von 130-140 Ohm. Und Die Netzteil-Masse zu den Würfelstecker+5V einen Widerstand von etwa 190 Ohm. Da ist also etwas faul.



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08.02.2019, 10:30 Uhr

ylf
Posts: 4070
Nutzer
Zitat:
Original von Amaris:
@ylf:

Jedoch gibt es eine Verbindung zwischen +5V und Masse! Die Würfelstecker-Masse hat zu den Netzteil+5V einen Widerstand von 130-140 Ohm. Und Die Netzteil-Masse zu den Würfelstecker+5V einen Widerstand von etwa 190 Ohm. Da ist also etwas faul.


Das kannst du so nicht messen, da kommt zwangsläufig Mist bei raus.

Zitat:
Original von Amaris:
Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-c60123-1549561620.jpg.html


Neben dem PS2 Tastaturanschluss ist eine nach innen gerichtete Molex Steckverbindung. An die wird das originale Infinitiv Netzteil angeschlossen(, wenn man kein Busboard hat/te). Über viel zu schwach ausgelegte Leiterbahnen werden die Betriebsspannungen dann zu der von dir im Bild markierten Pfostenbuchse geleitet und der kleine Adapter stellt dann die Verbindung zum Mainboard her.

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08.02.2019, 13:02 Uhr

Amaris
Posts: 941
Nutzer
Zitat:
Original von ylf:

Das kannst du so nicht messen, da kommt zwangsläufig Mist bei raus.


War es nicht das was du vorgeschlagen hattest?
Oder meinstest du ausschließlich die Anschlüsse der +/-12V und +5V? Also ohne Masse?

Davon abgesehen misst man allerdings auch zwischen den +5V des Würfelsteckers und dem GND des Würfelsteckers einen endlichen Widerstand. Komisch kommt mir das schon vor.


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08.02.2019, 14:26 Uhr

ylf
Posts: 4070
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Zitat:
Original von Amaris:
Zitat:
Original von ylf:

Das kannst du so nicht messen, da kommt zwangsläufig Mist bei raus.


War es nicht das was du vorgeschlagen hattest?
Oder meinstest du ausschließlich die Anschlüsse der +/-12V und +5V? Also ohne Masse?

Was ich mit meinem Vorschlag meinte, war die Verbindung der Spannungsschienen zwischen den diversen beteiligten Boards.
Das hast du ja gemacht und es besteht wieder Erwarten entsprechend Verbindung.


Zitat:
Original von Amaris:
Davon abgesehen misst man allerdings auch zwischen den +5V des Würfelsteckers und dem GND des Würfelsteckers einen endlichen Widerstand. Komisch kommt mir das schon vor.

Hm, was erwartest du denn zu messen?

So ein Multimeter läßt in der Widerstandsmessfunktion µA bis ganz wenige mA raus und wertet dabei die Spannung aus. Das ergibt den Widerstand. Funktioniert nur bei linearen Widerständen. Für etwas anderes ist diese Messfunktion auch nicht gedacht.

Auf der anderen Seite hast du ein komplettes A1200 Mainboard, eine sehr große Ansammlung an elektronischen Bausteinen, die fast alle auf den 5V mit drauf liegen. Plus Hühnerfutter drumherum, Pullup-Widerstände etc. Da kriecht immer Strom durch, egal in welcher Richtung und egal bei welcher Spannung. Nur im Bereich von den vorgesehenen 5V sind die Werte relevant. Wenn ich mich recht erinnere liegt so ein naktes A1200 Board bei ca. 2A Stromaufnahme.

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08.02.2019, 14:56 Uhr

Amaris
Posts: 941
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Naja, ich hatte eigentlich unendlichen Widerstand wie zwischen GND und 12V erwartet, aber...

Zitat:
Original von ylf:
Auf der anderen Seite hast du ein komplettes A1200 Mainboard, eine sehr große Ansammlung an elektronischen Bausteinen, die fast alle auf den 5V mit drauf liegen.


...so gesehen machts schon Sinn, ja.
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08.02.2019, 15:54 Uhr

ylf
Posts: 4070
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Was mir bei den diffusen Fehlerbild durch den Kopf geht, ist die Verbindung Busboard Mainboard.

Wie wir ja mittlerweile klären konnten wird in deinem Fall über diese Verbindung auch das Mainboard mit Spannung versorgt. Wenn jetzt da die Kontakte nachgelassen haben, besteht theoretisch die Möglichkeit, dass bei höherer Last die Spannung zusammen bricht. Da reicht auch ein kurzer Moment aus. Und gerade 2,5" Festplatten ziehen beim Anlaufen einen deutlich höheren Strom über 5V, weil der Motor auch durch 5V angetrieben wird. (Bei 3,5er Platten laufen die Motoren über 12V.)

Um die Elkos zu wechseln mußt du den Glumb ja eh wieder auseinander bauen. Das wäre eine gute Gelegenheit, mal die Federkontakte zu kontrollieren und ggf. vorsichtig nachbiegen am Busboard.

Vorm Zusammenbau bietet sich dann noch die Möglichkeit Mainboard mal ohne alles zu testen. (Wenn du noch ein original Netzteil hast.) Da kannst du ruhig als zweiten Test die 1230er direkt anstöpseln. Packt das original Netzteil noch locker. 2,5er Platte ohne Umweg kann dann in Phase drei auch dazu. (oder umgekehrt)
Wenn das sauber läuft, kann man an den drei Sachen einen Haken machen.

Was mir dabei noch einfällt, vielleicht hat aber auch dein Mainboard einen abbekommen. Die Sicherungsbastelei ist ja schon ein Indiz.
Es kann nicht schaden, mal beide Seiten gründlich mit der Lupe anzusehen. Vor allem auf angekokelte Leiterbahnen würde ich dabei achten.

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08.02.2019, 17:23 Uhr

Amaris
Posts: 941
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Zitat:
Original von ylf:
Was mir bei den diffusen Fehlerbild durch den Kopf geht, ist die Verbindung Busboard Mainboard.

Wie wir ja mittlerweile klären konnten wird in deinem Fall über diese Verbindung auch das Mainboard mit Spannung versorgt.

[...]

Das wäre eine gute Gelegenheit, mal die Federkontakte zu kontrollieren und ggf. vorsichtig nachbiegen am Busboard.


Also, das werde ich kontrollieren und ich will keineswegs rundweg abweisen was du sagst. Aber ein Argument dafür daß es nicht am Busboard liegt, ist: Als ich den Amiga damals vom Originalgehäuse in den Infinitiv-Tower umgebaut habe, da hatte er danach auch schon immer wieder große Startprobleme. Recht ähnlich wie jetzt - nur daß er eigentlich immer irgendwann gestartet ist - machmal auf Anhieb, manchmal erst nach 6-7 mal ein- und ausschalten. Selbst vorher im Originalgehäuse war er beim Start manchmal zickig. Allerdings hatte ich da auch immer nur die 1230er drin. Die 1260er habe ich erst später gekauft.

Also kurz: Er hatte schon vergleichbare Probleme als das Busboard nagelneu war.


Zitat:
Vorm Zusammenbau bietet sich dann noch die Möglichkeit Mainboard mal ohne alles zu testen. (Wenn du noch ein original Netzteil hast.)

Ja, das liegt ziemlich sicher noch auf dem Dachboden meiner Eltern.

Zitat:
Was mir dabei noch einfällt, vielleicht hat aber auch dein Mainboard einen abbekommen. Die Sicherungsbastelei ist ja schon ein Indiz.

Das vermute ich schon eher, wie schon oben begründet. Ich hätte vielleicht schon eher mal auf diese Probleme reagieren sollen und nicht erst nach 15 Jahren, wenn gar nichts mehr geht. Aber damals war ich halt jung und dumm - und in der Zwischzeit wurde der Amiga sowieso immer nur eher sporadisch benutzt und man hat halt leider auch andere Aufgaben und Probleme im Leben als sich um alte Hardware zu kümmern.

Heute sind die Kondensatoren jedenfalls gekommen und ich werd mir jedenfalls viel Zeit dafür nehmen um nichts versehentlich noch mehr zu beschädigen. Kann daher eine Weile dauern bis ich hier Erfolg oder Mißerfolg vermelde.



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10.02.2019, 14:20 Uhr

Amaris
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So...die Kondensatoren sind gewechselt. Jedenfalls diejenigen die ich bekommen hatte.
Allerdings hat es weder etwas verbessert noch verschlechtert. Ich habe also zum Glück das Board mit meiner Löterei nicht endgültig gekillt, aber es verhält sich leider auch immer noch exakt genauso wie vorher.

Ich habe derweil auch ein externes Amiga-Netzteil ausgraben können. Allerdings dasjenige eines A500, den ich in den 90er-Jahren mal hatte. Das A1200-Netzteil konnte ich bisher nicht finden. Mit diesem A500-Netzteil verhält er sich aber auch wiederum genauso wie mit Mediator-Busboard und ATX-Netzteil.

Ich werde dann mal die fehlenden Kondensatoren bestellen, die ich mittlerweile auch gefunden habe. Nicht daß ich glaube es würde was nützen. Aber wechseln soll man sie ja angeblich sowieso.

Was mich aber wirklich interessieren würde ist, was dieses defekte SMD-Bauteil denn nun eigentlich ist, welches da mit einer Sicherung überbrückt wurde.

Denn....

Zitat:
Original von ylf:
Was mir dabei noch einfällt, vielleicht hat aber auch dein Mainboard einen abbekommen. Die Sicherungsbastelei ist ja schon ein Indiz.


....das vermute ich eben auch. Würde mich fast wundern wenn es da keinen Zusammenhang gäbe.


EDIT:

Was mir noch aufgefallen ist - ich habe nun auch mal die Konfiguration Mainboard + CD-ROM aber ohne (!) Diskettenlaufwerk ausprobiert.

Bisher war es ja so daß das Board ohne CD-ROM-Laufwerk aber mit Diskettenlaufwerk vielleicht etwa 20 Sekunden braucht um zu booten.
Mit CD-ROM aber instantan die Disketten-Hand bringt.
Mit CD-ROM aber ohne Disketten-Laufwerk liegt die Zeit bei etwa 4 Sekunden.

Ich habe auch mal die +5V-Spannung am Würfelstecker gemessen, mit CD-ROM + Disketten-Laufwerk, sowie in der Konfuguration ohne die beiden Laufwerke.

Wahrscheinlich ist es zwar wenig sinnvoll bei einem billigen Multimeter auf die zweite Nachkommastelle zu achten. Jedoch zeigt sich auch bei wiederholtem Messen zuverlässig daß ohne alle Geräte die Spannung bei 5,10-5,11V liegt und mit den beiden Geräten bei 5,12V.
Keine Ahnung ob man darauf etwas geben kann, aber ich wollte es zumindest nicht unerwähnt lassen.





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[ Dieser Beitrag wurde von Amaris am 10.02.2019 um 15:04 Uhr geändert. ]

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10.02.2019, 19:33 Uhr

ylf
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Um die Nachkommastellen brauchst du dir nicht viele Gedanken machen, das passt schon. Auch billige Multimeter messen relativ genau, sowas ist schon lange keine Kunst mehr bei reinen DC Spannungen.

Was das kaputte Bauteil unter Sicherung betrifft, dies wird mit den Startschwierigkeiten nichts zu tun haben.
Aber wir können das Teil einfach der Sorgfalt haben jetzt mal endgültig identifizieren. Schaltbilder gibt es.
https://www.amigawiki.org/dnl/schematics/A1200_R2.pdf
Kannst du an Hand des Bestückungsaufdrucks sagen wie das Teil genau heißt?
Oder sagen, mit welcher Pin-Nr. vom Video Port es verbunden ist?

Ich tippe mal auf Induktivität.

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10.02.2019, 21:54 Uhr

Amaris
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Zitat:
Aber wir können das Teil einfach der Sorgfalt haben jetzt mal endgültig identifizieren. Schaltbilder gibt es.
https://www.amigawiki.org/dnl/schematics/A1200_R2.pdf



Nach dem Schreiben meines letzten Postings habe ich auch danach recherchiert und bin auf die folgende, faszinierende Seite gestoßen:

http://www.amigapcb.org/

Dort findet man schnell heraus daß es sich um das Bauteil mit der Bezeichnung E263R handelt (was anhand des Aufdrucks auf der Platine für mich nicht so eindeutig zuzuordnen ist) und daß es mit dem Pin 23 des Videoports verbunden ist.
Die Beschreibung lautet allerdings nur "FB 200", womit ich zunächst nicht viel anfangen konnte. Aber es handelt sich um einen "Ferrit Bead" (Ferrit, Ferritperle).

In folgendem Video
https://www.youtube.com/watch?v=D8LGfxu2zpI

wird auch ein Mainboard behandelt, wo genau dieser E263R fälschlicherweise mit einem 10kOhm Widerstand überbrückt wurde. Scheint nicht so selten zu sein, daß jemand dieses Bauteil zerschießt und dann irgendwas anderes darüber bastelt.

Ich konnte leider bisher nicht herausfinden welche Werte genau dieser Ferrit hat oder haben muß. Aber dem Video nach zu urteilen scheint daß auch nicht so wichtig zu sein.

Jedenfalls ist der Defekt dieses SMD-Ferrits zwar wohl nicht die Ursache meiner Probleme. Aber ich würde halt darauf tippen daß das, was den Ferrit gekillt hat - auch noch etwas Anderes beschädigt hat, was meine Probleme nun verursacht.

Jetzt würde ich mich fragen: Das Vorkommnis welches den Ferrit zerstört hat....welches zusätzliche Bauteil kann ein solches Vorkommnis am wahrscheinlichsten zerstören / beschädigen ?
Ich hab aber keine Ahnung ob man das überhaupt sagen kann.

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17.02.2019, 18:42 Uhr

Amaris
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Guten Abend,

in den letzten Tagen habe ich mir weiterhin der Kopf zebrochen wie ich meinem Problem auf die Spur kommen könnte.

Ich habe mir dann überlegt daß es vielleicht weiterhelfen könnte, die Spannungen an allen Kontakten des Erweiterungs-Steckplatzes zu messen. Im Falle angestecker Turborkarte und eben ohne Turbokarte (oder HDD, also wenn der A1200 korrekt bootet).

Ich habe das bisher nur mit der 1260er komplett durchexerziert, da es eine ganze Menge Messerei und Schreiberei ist.

Es fällt auf daß im funktionierenden und gebooteten Zustand viele der Kontakte keine konstante Spannung, sondern ein oszillierendes Signal haben. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Signale D_0, D_2, und alle weiteren am Erweiterungsport anliegenden D-Signale (siehe auch http://www.amigapcb.org ), sowie alle anliegenden A-Signale oder das Signal _WIDE.
Ist jeoch die Blizzard 1260 angesteckt so bleiben diese Signale alle konstant. Das entspricht auch gleichzeitig dem Zustand wenn der Rechner noch auf den Spin-Up einer möglichen Festplatte wartet. Auch dann sind diese Signale konstant.

Ist die 1260 angesteckt so unterscheiden sich weiterhin die Signale _WIDE, _BOSS und _RESET (!!)
_WIDE schwankt im Normalzustand zwischen 4,08 und 4,3V. Mit 1260er ist es jedoch konstant bei 1,7V.
_BOSS ist im Normalzustand bei 5,22V, also auf Versorgungsspannung. Mit 1260er jedoch nur bei 0,06V.
Am interessantesten ist jedoch wohl das _RESET Signal, welches normal bei 5,22V ist und mit 1260er glatt auf 0,0V !

Leider ist es mit der 2,5"-Festplatte ganz anders. Mit dieser habe ich bisher nur stichprobenartig gemessen. Aber dort liegen die Kontakte entweder auf 5,22 oder 0V. Nur zweimal habe ich 4V gemessen. Ich werde das in den nächsten Tagen aber noch detaillierter messen statt nur Stichproben zu machen.

Dann habe ich nochwas Interessantes entdeckt. Ich habe spaßhalber mal die RAM-Riegel der 1230er-TK und der 1260er getauscht. Und siehe da....die 1230er funktioniert plötzlich zuverlässig. Der Amiga bootet jedesmal problemlos mit der 1230er!

Man beachte jedoch daß die 1260er überhaupt nicht bootet - egal welcher der beiden RAM-Riegel - bevor man voreilige Schlüsse bezüglich eines defekten RAM zieht.

Ja....das ist der aktuelle Stand. Keine Ahnung ob jemand aus diesen Dingen hilfreiche Schlüsse ziehen kann. Wäre natürlich schön.




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18.02.2019, 18:17 Uhr

ylf
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Spannungen auf digitalen Bus-Leitungen zu messen halte ich für sinnfrei. Daraus kann man keine sinnvollen Schlüsse ziehen.

Interessant ist lediglich die Information, dass die UB bei 5,22V liegt. Das ist zu hoch. Zwar noch innerhalb der Spec dass nichts kaputt geht, aber ein deutliches Indiz dafür, dass das Netzteil unter seiner Mindestlast läuft, was wiederum möglicherweise eine unsaubere Betriebsspannung bedeutet.

Die Sache mit dem Speicher ist auch interessant.
PS2 Speicher gab es in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Lt. Handbuch soll die Blizzard 1260 mit 70nS oder schneller laufen.
Ebenso die Blizzard 1230 III. Die Blizzard 1230 IV hat einen Jumper für 60nS und 70nS RAM.

Was ggf. auch hilft, deaktiviere mal die MAPROM Funktion mit dem jeweiligen Jumper.

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19.02.2019, 11:31 Uhr

Dr-Eprom
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@Amaris:
Wenn Dein Amiga 1200 mit der Blizzard 1230 problemlos funktioniert, dann bist Du doch schon einen riesen, großen Schritt weiter! :rolleyes:
Aufgrund dieser Aussage kannst Du die Fehlersuche auf die Blizzard 1260 begrenzen. Du sagtest das der Quartz auf der Blizzard 1260 wackelt, wenn der Quartz nicht richtig funktioniert dann ist Deine Blizzard 1260 ohne Funktion! Hat der Quartz richtig kontakt? Ist der Quartz richtig herum in den Sockel gesteckt? Was für eine Frequenz hat der Quartz? 8)
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MfG

Dr. Eprom

Amiga 1200 im Winner-Tower, OS3.9, Blizzard 1260/66Mhz 256MB, Mediator TX, Voodoo 3, SB128, Spider USB, Netzwerk. AmigaOne XE G4 1250Mhz, 2GB Ram, SSD, ATI9000Pro, OS4.1FE.

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19.02.2019, 12:26 Uhr

Amaris
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Zitat:
Original von Dr-Eprom:
@Amaris:
Wenn Dein Amiga 1200 mit der Blizzard 1230 problemlos funktioniert, dann bist Du doch schon einen riesen, großen Schritt weiter! Aufgrund dieser Aussage kannst Du die Fehlersuche auf die Blizzard 1260 begrenzen.


Ich würde dir im Grunde gerne zustimmen, wenn nicht die Festplatte ebenfalls Probleme machen würde. Er startet ja auch mit der 2,5"-Festplatte nicht. Die könnte natürlich auch defekt sein, aber irgendwie erscheint mir das nicht sehr wahrscheinlich. Wäre interessant wenn ich eine weitere 2,5"-Festplatte hätte, von der man sicher wäre daß sie definitiv funktioniert.

Zitat:
Du sagtest das der Quartz auf der Blizzard 1260 wackelt, wenn der Quartz nicht richtig funktioniert dann ist Deine Blizzard 1260 ohne Funktion! Hat der Quartz richtig kontakt? Ist der Quartz richtig herum in den Sockel gesteckt? Was für eine Frequenz hat der Quartz?

Also...sie hat einen 66 Mhz-Quarz. Ein Vorbesitzer hat extra dazu einen anderen rechteckigen Sockel aufgelötet. Normalerweise hat sie ja einen quadratischen Sockel mit einem 50Mhz-Quarz. Lief so aber seit Jahren.
Ich kann es jetzt schwer in Worten beschreiben und bin nicht Zuhause um ein Foto machen zu können - aber der Sockel hat so "längliche" Kontakte, in denen die Quarz-Pins etwas nach rechts und links rutschen können. Ob sie Kontakt haben kann ich schwer feststellen. Es fühlt sich zumindst so an, beim hin- und herschieben.

Richtig herum....hm, ich hab ihn eigentlich nicht gedreht und neulich ging sie ja noch. Aber wie könnte ich feststellen ob er richtig herum ist? Einfach probehalber drehen?

ylf hat aber auch einen guten Punkt mit den Speichergeschwindigkeiten. Ich habe so einige RAM-Riegel hier und auf einigen steht daß sie 60ns haben, auf manch anderen gar nix. Ob ich einen 70ns überhaupt habe, kann ich nicht sagen.

Tatsächlich ist es so daß in der Blizzard 1260 bisher immer ein doppelseitig bestückter 128MB-Riegel mit 60ns gewerkelt hat (also funktionierte)!
Ich habe den etwas Schildbürger-mäßig schräg reingesteckt, da ja eigentlich nur einseige bestückte Riegel reinpassen. Hat aber funktioniert. (Und kurioserweise kann man auf einem Foto auf der Elbox-Webseite sehen, daß ich nicht der einzige Schildbürger bin, der das so gemacht hat. In der Foto-Anleitung zum BlackBox1200-Tower.)
Wie dem auch sei: Mit dem 128MB-Riegel hat sie funktioniert, ich hab ihn aber aus Platzgründen rausgenommen, als ich den Rechnern in den BlackBox1200-Tower bauen wollte.
Ich werde ihn heut abend nochmal reinstecken und schauen ob sich was tut. Theoretisch sollte er ja wegen den 60ns gar nicht funktionieren. Tat er aber, wie gesagt, in den letzten mindestens 10 Jahren immer.





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[ Dieser Beitrag wurde von Amaris am 19.02.2019 um 12:28 Uhr geändert. ]

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19.02.2019, 14:57 Uhr

ylf
Posts: 4070
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Achja, die Sache mit dem Quarz ...

Um sicher zu gehen, solltest du wieder einen 50MHz Quarz nehmen.

Gerade wenn die Karte übertaktet ist, ist auch schnellerer Speicher nötig. D.h. im Serienzustand läuft sie mit 70nS oder schneller. Bei einer Übertaktung auf 60MHz sollte es schon 60nS Speicher sein. Bei 66MHz alles reine Glückssache.

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