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amiga-news.de Forum > Get a Life > Agenda 2010 ! Noch kann gelacht werden [ - Suche - Neue Beiträge - Registrieren - Login - ]

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18.11.2003, 18:26 Uhr

Archeon
Posts: 1804
Nutzer
noch lachen wir darüber...

Es ist Montag, der 3. Juni 2010, 5 Uhr morgens. Der Radiowecker reißt
Günther S. (46) aus dem Schlaf. Der Oldie-Sender spielt Modern Talking.

Herr S. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden.
Bei der Arbeit. Dienst am Pfingstsonntag - mal wieder.

Früher konnte er danach wenigstens ausschlafen. "Ja ja, der Pfingstmontag",
murmelt Herr S.,"ist das wirklich schon sieben Jahre her?"

Es hat sich wirklich einiges getan seit damals. Nur nicht in seinem Haus.

Als 2005 die Eigenheimzulage plötzlich doch gestrichen wurde, mussten sie
eben Abstriche machen. Und inzwischen hat sich Familie S. daran gewöhnt.
An die frei liegenden Leitungen und den Betonfußboden.

Gut, denkt Herr S., dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn der
Wagen ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerpauschale mehr
gibt. Und mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur zwei Stunden.

Und was man dabei für nette Leute trifft. Zum Beispiel die Blondine, die
Herrn S. immer so reizend anlächelt. Zurücklächeln mag er nicht.
Wegen seiner Zähne. Aber was will man machen?

3000 Euro für zwei Kronen sind viel Geld. Und schon die Brille musste er
selbst bezahlen. Hat dabei aber 15 Euro gespart. Weil er nicht gleich zum
Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist. Wegen der Überweisung.

Trotzdem: Der Urlaub fällt flach. "Das könnte Ärger geben zu Hause", stöhnt
Herr S. vor sich hin. Traurig erinnert er sich an letzte Weihnachten.
Als es nichts gab.

2009 wurde nämlich auch in der freien Wirtschaft das Weihnachtsgeld
gestrichen.
Im öffentlichen Dienst ist das ja schon länger her. "Und bis wann gabs
eigentlich Urlaubsgeld?", fragt sich Herr S.- er kommt nicht drauf.

Damals hatte man jedenfalls noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgeld
auszugeben.
Heute sinds ja gerade mal 19 Tage im Jahr. Pfingstmontag? 1. Mai?
Geschichte.
Das stand nicht auf der Agenda 2010 - so hieß sie doch oder? Aber man soll
nicht meckern.
Die da oben, weiß Herr S., müssen noch viel mehr ackern.

Darum kann Günther S. mit der 50-Stunden-Woche auch ganz gut leben. Er hat
auch keine Wahl. Seit der Kündigungsschutz auch in großen Betrieben
gelockert
wurde, mag man es sich mit den Bossen nicht mehr verscherzen.
Wer will sich schon einreihen in das Heer von sechs Millionen Arbeitslosen?
Aber den Feiertagszuschlag für den Dienst an Pfingsten vermisst er schon.

Was solls, in 29 Jahren, dann wird er 75, hat Herr S. es hinter sich.
So üppig wird die Rente zwar nicht ausfallen, wenn das mit den Nullrunden so
weitergeht. Doch wer weiß: Vielleicht bringt ihn das Rauchen vorher um.

Obwohl er weniger qualmt, seit die Schachtel neun Euro kostet. Aber heute,
auf den letzten Metern zum Büro, steckt Günther S. sich trotzdem eine an.



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Diese kleine Zukunftbeschreibung fand ich in einer Newsletter.
Mal was zum Lachen oder zum Nachdenken!




[ Dieser Beitrag wurde von Archeon am 18.11.2003 editiert. ]

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22.11.2003, 13:10 Uhr

Archeon
Posts: 1804
Nutzer
Die SPD will nun auch die Grünphase bei den Ampel kürzen !
:lach:

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22.11.2003, 13:55 Uhr

hillking
Posts: 242
Nutzer
Na, zum Glück wird da noch gegengesteuert...

Es ist Montag, der 3. Juni 2010, 5 Uhr morgens. Der Radiowecker reißt
Günther S. (46) aus dem Schlaf. Der staatliche Einheitsrundfunk spielt den neusten Hit von Dieter Bohlen.

Herr S. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden.
Bei der Arbeit. Dienst am Pfingstsonntag - mal wieder.

Seit dem sich die Gewerkschaften durchgesetzt haben und die Betriebe jeden Lehrling übernehmen müssen hat er zwar ständig neue Kollegen, von denen aber kein einziger bereit ist mal am Wochenende oder am Feiertag zu arbeiten- schließlich sind sie durch den Kündigungsschutz so gut wie unkündbar.

Nach dem Zähneputzen macht er sich auf den Weg ins Geschäft, vorbei an Bettelnden ehemaligen Beamten die ihre private Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können seitdem den Besserverdienern den Zugang zur privaten Krankenkasse unmöglich gemacht hat.
Nicht das Herr S. deshalb weniger Abzüge für die sozialistische Einheitskrankenkasse hätte- noch immer werden die Leistungen nach Punkten abgerechnet, und noch immer ist derjenige der beim Arzt spart der dumme.

Wie gerne würde er den weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegen- aber dafür reicht sein Geld nicht.
Würde er wie seine Kollegen weiter weg wohnen müsste er auch weniger Steuern zahlen, so aber kann er kein Kilometergeld geltend machen.

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23.11.2003, 20:28 Uhr

Gonozal
Posts: 778
Nutzer
Hallo Leute,

19 Tage Jahresurlaub?
PARADIESISCH! :D

Hier sinds gerademal 10... 8o

Es wird doch immer die USA als Beispiel genommen.
Wundern täte es mich nicht, wenn es so auch in Deutschland kommt.

Ciao,
Gonozal.
--
Grüsse aus Detroit.

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26.11.2003, 21:44 Uhr

Maja
Posts: 15429
Nutzer
Zitat:
Original von Gonozal:
Hallo Leute,

19 Tage Jahresurlaub?
PARADIESISCH! :D

Hier sinds gerademal 10... 8o

Es wird doch immer die USA als Beispiel genommen.
Wundern täte es mich nicht, wenn es so auch in Deutschland kommt.

Ciao,
Gonozal.
--
Grüsse aus Detroit.


Na ja, da sind ja auch noch 12 Feiertage in Michigan. ;)

Scherz bei Seite.

In D schreibt das Bundesurlaubsgesetzt 24 Tage vor. Der Samstag gilt als Regelarbeitstag. Das heißt, wo kein Tarifvertrag etwas anderes vorschreibt, hat man 4 Wochen Urlaub á 6 Tagen im Jahr. Und zwar auch dann, wenn die Arbeitswoche regelmäßig nur 5 Tage hat. Mindestens ein Mal pro Kalenderjahr muss ein Erholungsurlaub von mindestens zwei Wochen in Folge gewährt werden.

Über Tarifverträge bekommt man mehr Urlaub und hat ein kürzere Arbeitswoche (5 Tage). Tarifgebundenen Betriebe in der Elektro-, Metall-, Textil- und Holzindustrie haben 30 Tage Jahresurlaub, 6 Wochen á 5 Tage. Auch hier sind mindestens ein Mal pro Jahr mindestens zwei Wochen zusammenhängend zu gewähren.

Was mich interessiert. Wie sieht es in den USA aus. Gibt es dort ähnliche tarifliche Regelungen über die Gewerkschaften, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus gehen?

--
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Lebe den Tag!

ICQ (Windows): 75661772

http://www.jacobs.privat.t-online.de/ (Letzte Änderung: 09.11.03)

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27.11.2003, 20:53 Uhr

Gonozal
Posts: 778
Nutzer
Hi,

@ Maja:

Wenn man hier in einer starken Gewerkschaft ist, wie beispielsweise der UAW, dann geht es einem schon recht gut verglichen mit anderen.

Fast unkündbar, geregelte Arbeitszeit, d.h. ohne Papierkrieg ist nicht mal einen Überstunde möglich, fetter Stundenlohn.
Wenn schonmal Überstunden anfallen, dann 1,5 oder 2facher Lohn.

ABER: Du darfst nur Tätigkeiten ausführen, die im Profil Deiner Gewerkschaft liegen. Z.B. dürfen die Fabrikarbeiter meiner Firma nichts ausserhalb der Fabrik machen oder mal ein Loch bohren für den Hausmeister usw.

Angestellte sind meist nicht gewerkschaftlich organisiert, weil Gewerkschaften hier meiner Erfahrung nach nur Arbeiter abdecken.

Der Vorteil von Nichtgewerkschaftlern liegt auf der Hand. Die Firmen sind billiger und flexibler - bei gleicher Qualität.
Daher bekommen sie die meisten Aufträge in nichtregulierten Projekten.

Wie gesagt, als Angestellter biste stärker angeschissen.
Betrieblicher Verträge sind üblich, aber nicht notwendig. D.h. bei drei Angestellten kommt es vor, daß sie bei gleicher Arbeit etc. unterschiedlich gut verdienen.

Die Krankenversicherung ist betrieblich, aber wiederum sind Angestellte schlechter abgesichert als Gewerkschaftler.

Übrigens gibt es hier keine Flächentartifverträgen, sodaß auch nur Gewerkschaftler einen Nutzen von den Verhandlungen haben.

Man muß auch sehen, daß Detroit eine traditionelle Hochburg der Gewerkschaften ist. Im Süden sieht es anders aus.

Da es keine Gewerkschaft gibt für Angestellte, soweit ich es erlebt habe, steht es eh nicht zur Debatte.

Fazit: Urlaubstechnisch etc. wesentlich schlechter als in Deutschland.
Dafür ist die Bezahlung besser. Nach Steuern sogar wesentlich!

Und bezüglich Kündigungsschutz. Meine Firma hat seit 15 Jahren glaub ich keinen Festangestellten aus betrieblichen Gründen gekündigt. Rausgeschmissen schon wegen sexueller Belästigung usw., aber nicht gekündigt.

Ciao,
Gonozal.
--
Grüsse aus Detroit.

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