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04.Nov.2019



Vampire-Team verteilt bei Verkaufsstart der "Standalone"-Variante Raubkopien
Seit Jahren ist im Netz eine auf die FPGA-Lösung "Vampire" zugeschnittene, nicht lizenzierte Distribution von AmigaOS 3.9 zu finden, die für Verwendung sowohl mit Vampire-Turbokarten als auch mit dem seit kurzem erhältlichen Amiga-Klon "Vampire Standalone" gedacht ist und massenhaft vorinstallierte Software mitbringt - darunter hunderte ehemals kommerzielle Spiele und Anwendungen.

Auf Kritik an diesem Projekt hatten die Vampire-Entwickler rund um Gunnar von Boehn stets mit dem Hinweis reagiert, dass man mit der als "Coffin" bezeichneten Distribution ja gar nichts zu tun habe und deswegen keinen Handlungsbedarf sehe.

In den Tagen nach der "Amiga 34", auf der der FPGA-basierte Amiga-Klon "Vampire Standalone" erstmals an Endkunden verkauft wurde, meldeten sich dann allerdings auf a1k.org mehr und mehr Nutzer zu Wort, die von Vampire-Projektleiter Gunnar von Boehn höchstpersönlich eine CF-Karte mit vorinstalliertem Coffin erhalten haben wollen (Screenshots: 1, 2, 3, 4, 5, 6).

Nach dem im dortigen Forum Kritik an dieser Vorgehensweise eines kommerziellen Projekts laut wurde - mit dem Verkauf der 32 auf der A34 verfügbaren Vampire-Rechner dürften bei einem Stückpreis von 550 Euro in wenigen Stunden 17.000 Euro Umsatz generiert worden sein - meldete sich Vampire-Sprachrohr "grond" zu Wort und erklärt, das Vampire-Team habe aufgrund anhaltender Boot-Probleme bei AROS kurzfristig AmigaOS 3.1-Lizenzen vom ebenfalls anwesenden Mike Battilana (Cloanto) gekauft, für OS 3.9 liege außerdem "das Ok von H&P" vor (Screenshot).

Das würde zwar ebenfalls nur einen Bruchteil der enthaltenen Software erklären - immerhin enthält die satte 32 Gigabyte große Coffin-Distribution eine komplette Sammlung an vorinstallierten WHDLoad-Spielen sowie sonstige kommerzielle Software wie Cinema 4D, SAS/C oder "Foundation Director's Cut" - sollte aber wohl den Hauptkritikpunkt entschärfen: Das u.U. noch bei Händlern erhältliche Titel wie AmigaOS 3.9 unrechtmäßig verteilt werden, ist selbst in der ansonsten recht "Abandonware"-freundlichen Retro-Szene nicht wirklich mehrheitsfähig.

Aufgrund eigener Gespräche mit Herrn Haage vor mehr als einem Jahrzehnt schien uns allerdings auch die Behauptung unglaubwürdig, dass die Zustimmung zum Vertrieb von AmigaOS 3.9 vorliege. Auf Nachfrage von amiga-news.de erklärt Jürgen Haage dann auch, dass ihm das Vampire-Projekt nicht bekannt sei und er mit den Beteiligten keinen Kontakt gehabt habe - bei Hage & Partner sei bezüglich OS 3.9 nichts angefragt worden.

Wir hatten bei Gunnar von Boehn nach einer Stellungnahme zum Thema gefragt und ihn gebeten unsere Mail auch an "grond" weiter zu leiten, für den uns keine Kontaktadresse vorliegt. Von Boehn teilt uns mit, sein Team "empfinde die derzeitige OS Rechtssituation als sehr unglücklich", und dass ja selbst gekaufte Lizenzen "vielleicht gar nicht garantieren, dass die Lizenz auch wirklich gültig ist", vermutlich eine Anspielung auf den Rechtsstreit zwischen Cloanto und Hyperion. Auf Coffin ist von Boehn bei seiner Antwort nicht eingegangen - gesteht aber in einem Nebensatz zu, er glaube dass Vesalia auch noch über OS-3.9-Lizenzen verfüge. Von "grond" liegt uns bisher keine Reaktion vor. (cg)

[Meldung: 04. Nov. 2019, 23:55] [Kommentare: 159 - 16. Nov. 2019, 17:45]
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