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08.Dez.2002
Stefan "Scholle" Czinczoll


ARC 2002: Messebericht von Stefan "Scholle" Czinczoll
Moin, moin liebe Gemeinde!

Gestern habe ich mir mal so angeschaut, was es im Bereich Amiga Computing heute noch so alles gibt. Um es gleich zu sagen: Es ist nicht mehr wirklich viel. Aber egal: Wir haben uns doch mit der Rolle des kleinen gallischen Dorfes bezüglich der "großen" Computerwelt schon abgefunden, oder?

Ich fang mal am besten mit der schlechten Nachricht an: Es gab ein Gerücht, dass OS4.0 erst Ende des Sommers 2003 fertig werden wird. Ein AmigaONE war am Stand von KDH Datentechnik zwar zu bestaunen, allerdings lief darauf nur der Linux-Kernel basierend auf dem PPC-Boot Programm. In dieser Hinsicht also leider nicht viel Neues...

Dominiert wurde der gestrige Tag von dem zentralen Stand von "Genesi", das sind, wenn ich es nun richtig verstanden habe, die Macher von MorphOS bzw. dem Pegasos Board. Ansonsten waren noch die Firmen Individual Computers, Vesalia, Epic Interactive und Airbrush Paradise Tingler sowie einige weitere kleinere vertreten. Außerdem gab es einen kleinen Stand von EBay sowie einen "Usurpationsversuch" durch die Firma Ultron (Windows-Folks... ;-)

Nach einer ausgiebigen Shopping-Runde war ich schon gespannt auf die Präsentation von MorphOS, die leider etwas verspätet anfing. MorphOS basiert offensichtlich auf einem nur 1,5 MB großen Quark-Microkernel und ist insofern recht geeignet auch für PDA Anwendungen und Derartiges. Er unterstützt vollständiges Multi-Threading bezüglich der Task- bzw. Prozess-Struktur.

Die Pegasos Systeme laufen mit G3 oder G4 PowerPC Prozessor auf Micro ATX Mobos. Die Bandbreite des Angebotes reicht vom G3 mit 600 MHz bis zum Double-G4 mit bis zu 1,4 GHz. Bill Buck sagte in seinem Vortrag, dass es die G3 Variante "very soon" geben würde, dass man sie praktisch schon kaufen könne. Interessant fand ich die Bemerkungen und Nachfragen zum April Chip, doch dazu später mehr.

Das System ist als prinzipiell upgradefähig ausgelegt, alle gängigen Schnittstellen werden unterstützt. Der USB-Port (momentan wird Version 1.1 unterstützt) soll u. a. die Anschlussmöglichkeit von Digitalkameras sicherstellen. Wer USB 2.0 Funktionen nutzen möchte, muss dazu eine entsprechende PCI-Karte einbauen. Standardmäßig sollen Memory Sticks ebenfalls verwendbar sein. Weitere Infos zu den Schnittstellen könnt ihr o. a. verlinkter Seite entnehmen. Interessant fand ich die Integration einer 64-Bit Arithmetik-Einheit, wodurch auch in diesem Umfange Festplatten unterstützt werden. Das wäre meines Wissens nach das erste 64-Bit Filesystem für demHomePC-Bereich. Die Handschrift von Dave Haynie ist halt immer noch deutlich zu erkennen. :-)

Für die API-Funktionalität soll Rave3D eingesetzt werden. Auf Seiten der Hardware wird auch Firewire unterstützt. FroggerNG läuft in einer "nativen" Version, d. h. es ist für den PPC direkt kodiert worden. Außerdem soll es möglich sein, DVDs abzuspielen. Die meisten Videoformate sollen unterstützt werden. Wenn man bedenkt, wie wichtig diese Aspekte heutzutage in der Computerwelt sind, muss man schon einen beachtlichen Fortschritt konstatieren.

Weiterhin beachtenswert fand ich die MorphOS eigene Implementierung von Intuition. Das System macht insgesamt einen sehr modernen und elaborierten Eindruck. Es wurde verdeutlicht, dass es sich bei Pegasos in der jetzigen Variante eigentlich um eine Entwicklerplattform handelt. Beachtlich ist dabei die Größe des Mainboards. Es ist im Vergleich zu herkömmlichen Boards ziemlich unscheinbar und hat eine Leistungsaufnahme von nur 20 Watt. Sowas nenne ich eine intelligente Lösung!

Nun zum April Chip: In seiner aktuellen Ausgestaltung und Funktion hat er vor allem die Aufgabe, als Hardware-Fix die Zusammenarbeit von Prozessor und Northbridge, also der Verwaltung der Schnittstellen sicherzustellen. Bill Buck betonte jedoch, dass der Chip quasi frei programmierbar sei. Das lässt natürlich Raum für die Befürchtung, dass eines Tages TCPA-Funktionalität oder ähnliches integriert werden könnte. Allerdings ist die Dokumentation des April Chips, der nun ähnlich wie ein BIOS arbeitet, offen im Netz einsehbar. Insofern stellt sich die Frage, warum es nicht gelingen mag, AmigaOS4.0 auf dem Pegasos Board zum Laufen zu bringen. Technisch steht dem wohl absolut nichts im Wege. Es scheint jemand gebraucht zu werden, der sich im Dschungel der zerfledderten rechtlichen Bestimmungen, die mit der Amiga-Historie zusammenhängen, gut auskennt.

Desweiteren fiel von Seiten der Präsentatoren die Bemerkung, dass eine MorphOS Version für die CyberstormPPC User kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll. Die Entwicklungsarbeit hierzu ist angeblich in der Planungsphase. Das wäre mal ein echt fairer Zug gegenüber allen treuen Usern, die vom Zusammenbruch von phase5 so hart getroffen worden sind!

Bitte entschuldigt den schlechten Stil des Berichtes; er ist u. a. auf die fortgeschrittene Stunde zurückzuführen. Bilder von der ARC sind schon an anderer Stelle zu finden; ansonsten bitte ich um Geduld, bis mein Film voll ist :-)

So long & good night!

Stefan "Scholle" Czinczoll
scholle@uni-duisburg.de
http://www.notrix.de/sco (ps)

[Meldung: 08. Dez. 2002, 07:52] [Kommentare: 63 - 15. Dez. 2002, 20:36]
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